Aktien im Blick: BMW

Für deutsche Automobilindustrie ist die aktuelle Situation nicht einfach. Sie muss eine große Anzahl an Belastung wie die Folgen des Diesel-Skandals und den noch immer andauernden Handelskonflikt mit den USA verkraften. Zudem kommen in immer mehr Städten in Deutschland Diese-Fahrverbote auf Autofahren und auch auf Autohersteller zu. BMW gab nun ebenfalls schwache Geschäftszahlen bekannt, die auch für die Aktie des Unternehmens Kursverluste zur Folge hatten.


Jetzt bei Degiro anmelden: www.degiro.de

Inhaltsverzeichnis

  • BMW-Aktie mit Verlusten
  • Abwärtsbewegung seit Januar
    • Besonders schwache Geschäftszahlen
  • Zahlreiche Probleme in der Branche
    • Hohe Rückstellungen für Rückrufaktionen
    • Lange Liste an Belastungen
  • Senkung der Jahresprognose
  • Viele Autobauer mit geringeren Margen
    • Ergebnis vor Steuern soll 2018 sinken
  • Viele erfolgreiche Jahre für BMW
  • 2019 weiteres Wachstum möglich
    • Analysten dennoch zuversichtlich
    • Weltbekanntes Unternehmen
  • Fazit: Abwärtstrend in der Automobilbranche erreicht auch BMW

BMW-Aktie mit Verlusten

Im November geriet die Aktie des Münchner Autobauers stark unter Druck und lag zwischenzeitlich weit hinten im DAX. Aktuell ist die BMW-Aktie etwa 73 Wert. Nach einem deutlichen Abwärtstrend gibt es derzeit nur wenige Bewegung. Die Aktie scheint sich damit also in einer Seitwärtsphase zu befinden.

Nicht nur BMW durchlebt eine schwere Phase. Auch die Konkurrenz musste in den letzten Wochen einige Rückschläge hinnehmen. Beispielsweise ging der Wert der Aktie von Volkswagen um über drei Prozent nach unten. Die gesamte Autobranche in Deutschland scheint derzeit eine schwierige Zeit zu erleben. Dennoch hat nicht nur die Autobranche zu kämpfen. Beim DAX kam es schon im Oktober zu Kursverlusten, nun fiel der Leitindex vor einigen Tagen auf ein Zweijahrestief. Oft gehen zum Jahresende die Kurse nochmals nach oben und Anleger freuen sich über eine Jahresendrally. Eine solche Entwicklung ist derzeit nicht in Sicht.

Abwärtsbewegung seit Januar

Die BMW-Aktie war im Januar noch 97,05 Euro wert. Dieser Stand ist noch immer ihr 52-Wochen-Hoch. Bis Ende Oktober fiel die Aktie dann auf 71,79 Euro und damit auf ein 52-Wochen-Tief. Von diesem Stand ist die Aktie zurzeit also nicht weit entfernt. Noch im letzten Jahr konnte sich BMW über gute Umsätze und Gewinne freuen. Das Geschäftsjahr 2017 wurde mit einem Umsatz von 98,678 Euro sowie einem Gewinn von 8,7 Milliarden Euro abgeschlossen.

Das aktuelle Jahr ist für BMW allerdings eher schwierig. Seit Monaten befindet sich die Aktie in einem Abwärtstrend. Ein Blick auf die Chartanalyse zeigt, dass es derzeit wenig Hoffnung auf eine Trendwende gibt. Auch im Vergleich zum Stoxx 600 war die Entwicklung in den letzten Wochen eher schwach. Die Aktie entwickelte sich seit Mitte Oktober um rund zwei Prozent schlechter als der gesamte Index. Der Stoxx 600 Europe umfasst viele Unternehmen aus ganz Europa, auch außerhalb des Euroraums. Der Index besteht seit 20 Jahren und ist heute ein wichtiger Referenzindex.

Besonders schwache Geschäftszahlen

Anfang November wurden wesentlich schwächere Quartalszahlen bekanntgegeben als von Analysten erwartet. Der Gewinneinbruch im dritten Quartal war überraschend hoch. Vor allem die Kernspalte Automobile war hiervon betroffen. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen ging um 47 Prozent zurück und betrug lediglich 930 Millionen Euro. Die Veröffentlichung der schwachen Quartalszahlen ließ die BMW-Aktie um zwei Prozent sinken.

Die besonders günstigen Konditionen des Online-Brokers DEGIRO auf einen Blick

Die besonders günstigen Konditionen des Online-Brokers DEGIRO auf einen Blick

Zahlreiche Probleme in der Branche

BMW und andere Autobauer und Zulieferer durchleben zurzeit eine schwierige Zeit. Ein Grund dafür ist die Umstellung des Verfahrens zur Messung des Kraftstoffverbrauchs und der Abgasemissionen bei Wagen, die neu auf den Markt kommen, auf den WLTP-Standard (Worldwide Harmonised Light-Duty Vehicles Test Procedure). Dieser gilt seit September 2017. BMW versuchte, sich möglichst frühzeitig auf diese Umstellung einzustellen. Ob dies dem Unternehmen einen Vorteil beschert hat, ist jedoch derzeit unklar. Zumindest kam es nicht wie bei anderen Autobauern zu Lieferschwierigkeiten bei bestimmten Modellen.

Nach der Umstellung auf den WLTP-Standard entbrannte eine wahre Rabattschlacht bei den Autobauern. Laut dem Finanzchef von BMW, Nicolas Peter, habe diese Umstellung dazu geführt, dass der gesamte europäische Markt aus dem Gleichgewicht geriet. Zudem geht er davon aus, dass sein Unternehmen die Folgen der Umstellung noch bis ins erste Halbjahr des kommenden Jahres spüren werde.

Hohe Rückstellungen für Rückrufaktionen

Die Geschäftszahlen von BMW wurden auch durch hohe Rückstellungen für Rückrufe belastet. Eine große Rückrufaktion musste hier mit 679 Millionen Euro berechnet werden. International musste das Unternehmen 1,6 Millionen Dieselfahrzeuge in die Werkstätten zurückrufen, da Probleme mit der Abgasrückführung bekannt geworden waren.

Lange Liste an Belastungen

Ein sehr großes Thema für die Autobauer ist wohl weiter der Handelsstreit mit den USA. Seit Sommer gelten in den USA Strafzölle. Immer wieder hört man aus den USA Drohungen, dass weitere Strafzölle folgen könnten. Darüber hinaus sind die Kosten rund um Zukunftstechnologien wie die Elektromobilität und das autonome Fahren noch immer enorm hoch. Wechselkurseffekte und hohe Rohstoffpreise belasten die Unternehmen ebenfalls. Sorgen macht vielen Unternehmen, nicht nur aus der Automobilbranche, zudem der bevorstehende Brexit. Auch 2019 werden die Autobauer in Deutschland wohl vor einigen Unsicherheiten stehen, die die Branche belasten. Die Liste an Belastungen wird immer länger und können von den Unternehmen nicht ohne weiteres aufgefangen werden.

Jetzt bei Degiro anmelden: www.degiro.de

Senkung der Jahresprognose

BMW hatte bereits im September seine Ziele für das laufende Jahr gesenkt. Auch für die beiden abschließenden Quartale 2018 ging man von sinkenden Zahlen auf. Beim Wachstum werden klare Einbrüche erwartet. Außerdem ist bereits seit September bekannt, dass die Renditen für die wichtige Autosparte sinken werden. Bei Wagen der Oberklasse strebt nicht nur BMW eine Rendite von acht bis zehn Prozent an.

Da im dritten Quartal mehr Wagen der Oberklasse verkauft wurden, konnte BMW die Umsätze hier auf 21,1 Milliarden Euro steigern. Allerdings ging die Marge von Steuern und Zinsen um fast die Hälfte auf lediglich 4,4 Prozent zurück. Vor einem Jahr betrug die Marge noch 8,6 Prozent. In den vorherigen 30 Quartalen erreichte BMW immer die angestrebte Marge und schnitt oft sogar besser ab als viele Konkurrenten. Diese Handelsspanne gibt die Differenz zwischen der Kosten eines Unternehmens und dem Verkaufspreis für seine Waren an.

Viele Autobauer mit geringeren Margen

Derzeit ist BMW aber nicht der einzige Autobauer mit sinkenden Margen. Bei Daimler sank die Marge im dritten Quartal 2018 von neun auf nur noch 6,3 Prozent. Einer der Gründe für sinkende Margen sind die Auswirkungen des Diesel-Skandals. Audi wurde zu einer Geldstrafe von 800 Millionen Euro verurteilt, was ein Grund für den Rückgang der Marge auf nur noch 0,8 Prozent war.

Ergebnis vor Steuern soll 2018 sinken

BMW geht dennoch weiter davon aus, dass die Ebit-Marge für das gesamte Geschäftsjahr 2018 mindestens bei sieben Prozent liegen wird. Dagegen rechnet man schon jetzt damit, dass das Ergebnis vor Steuern fünf bis zehn Prozent schlechter sein wird als im letzten Jahr. BMW wird wohl nun unter anderem mit Kostensenkungen gegen die aktuelle Situation angehen. Allerdings scheut man sich in München derzeit davor, einen Ausblick auf 2019 zu geben und hält sich mit weiteren Prognosen zurück. Bei BMW geht man davon aus, dass viele der aktuellen Probleme bis weit ins neue Jahr hinein bestehen bleiben und den Markt weiter belasten werden. Das Marktumfeld ist derzeit ausgesprochen volatil.

DEGIRO besitzt bereits mehrere Auszeichnungen für seine Online-Handelsplattform

DEGIRO besitzt bereits mehrere Auszeichnungen für seine Online-Handelsplattform

Viele erfolgreiche Jahre für BMW

Über viele Jahre hinweg konnte BMW einen Erfolg nach dem anderen erreichen, doch nun gerät auch BMW in den Abwärtsstrudel der gesamten Branche, der sich möglicherweise weiter verstärken wird. Von der aktuellen Situation sind viel Autobauer und auch Zulieferer betroffen. Viele davon mussten bereits ihre Prognose für 2018 reduzieren. Auch wenn die gesamte Branche gerade eine schwierige Phase durchläuft, waren viele Anleger und Analysten dennoch die schwachen Zahlen von BMW eine negative Überraschung.

2019 weiteres Wachstum möglich

Neben Kostensenkungen hofft BMW mit renditestarken Geländewagen wieder auf den Erfolgspfad zurückzukehren. Das Unternehmen plant hier neue Modelle. Finanzchef Nicolas Peter rechnet weiterhin damit, dass BMW im nächsten Jahr weiteres Wachstum erreichen kann. Allerdings wehrt man sich vehement gegen die immer wieder geforderte Hardware-Nachrüstung von Diesel-Autos.

Dieses Thema wird auch auf politischer Ebene weiter diskutiert. Kürzlich platzte ein geplanter Diesel-Gipfel bei der EU, nachdem Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer seine Teilnahme abgesagt hatte. Aus seiner Sicht sei ein solcher Gipfel ohne Vertreter der Autobranche sinnlos. Das Thema in Brüssel sollte unter anderem die Lehren aus dem Diesel-Skandal sein.

Jetzt bei Degiro anmelden: www.degiro.de

Analysten dennoch zuversichtlich

Die Aktie von BMW hat nicht zum ersten Mal Schwierigkeiten, doch das Allzeit-Tief der Aktie von vor zehn Jahren ist weit entfernt. Damals fiel die Aktie auf 16 Euro. Einige Analysten zeigen sich weiter optimistisch. So beließ die Credit Suisse ihre Bewertung bei „Outperform“ und behält auch das Kursziel von 101 Euro bei. Die Schweizer Bank geht dennoch ebenfalls davon aus, dass viele aktuelle Probleme wie der andauern Handelskonflikt oder das Thema Abgasemissionen auch im kommenden Jahr zunächst bestehen bleiben werden. Wann BMW wieder erfolgreiche Margen vorweisen kann, steht in den Sternen. Bei Credit Suisse warnt man allerdings davor, dass die Margen-Prognosen weiter reduziert werden müssen.

Weltbekanntes Unternehmen

Die BMW AG stellt neben Autos auch Motorräder her und gehört zu den größten Fahrzeugherstellern der Welt. Das Unternehmen verfolgt dabei eine Premium-Markenstrategie. Zum Unternehmen gehört beispielsweise auch die Marke MINI. Für den Autobauer arbeiten etwa 130.000 Menschen. BMW ist eines der größten Unternehmen in Deutschland und einer der 15 größten Autobauer der Welt. Jedes Jahr verlassen mehr als 2,30 Millionen Fahrzeuge die Werke.

An der Börse werden Stamm- und Vorzugsaktien von BMW gehandelt. Die Stammaktie ist Teil des DAX. Mittlerweile kann auch mit historischen Aktien von BMW gehandelt werden. Laut der Forbes Global 2000-Liste ist das Unternehmen die Nummer 40 der größten an der Börse notierten Unternehmen der Welt. Der Börsenwert lag Mitte des Jahres bei 72 Milliarden Dollar.

Bei der Depoteinrichtung sollte unbedingt ein Freistellungsauftrag eingereicht werden

Bei der Depoteinrichtung sollte unbedingt ein Freistellungsauftrag eingereicht werden

Fazit: Abwärtstrend in der Automobilbranche erreicht auch BMW

Die deutschen Autobauer durchleben eine turbulente Phase. Derzeit belasten zahlreichen Themen wie Diese-Fahrverbote, der Handelskonflikt mit den USA oder weiterhin hohe Kosten für neue Technologien die Autobauer. Auch BMW gab Anfang November schlechte Unternehmenszahlen bekannt, die die Aktie um zwei Prozent fallen ließen.

Das Jahr 2017 war für BMW noch sehr erfolgreich. Die Aktie des Unternehmens startete ebenfalls gut ins Jahr 2018, fiel jedoch bis Oktober auf ein 52-Wochen-Tief. Derzeit bewegt sich der Wert der Aktie bei 73 Euro und scheint sich in einem Seitwärtstrend zu befinden. Ein Kursanstieg ist nicht in Sicht.

BMW musste für das dritte Quartal 2018 einen überraschend hohen Gewinneinbruch vermelden. In der besonders wichtigen Autosparte reduzierte sich das Ergebnis vor Steuern um fast 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im September wurde bekannt, dass das Münchner Unternehmen nicht nur für die letzten beiden Quartale, sondern auch mit Blick auf das Gesamtergebnis für 2018 von niedrigen Zahlen ausgeht. Außerdem konnte man bei Wagen der Oberklasse zum ersten Mal seit über 30 Quartalen keine Marge von acht bis zehn Prozent vorweisen.

In dieser Hinsicht steht BMW jedoch nicht alleine da, auch viele Konkurrenten verfehlten diese wichtige Marge. Zudem mussten auch andere Unternehmen aus der Branche ihre Prognosen für 2018 senken. Die Liste der Unsicherheiten und Belastungen für die Autobranche nimmt immer weiter zu und wird wohl auch im kommenden Jahr fortbestehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.