Was ist ein Aktiensplit? Der sogennante „Stock Split“ am Beispiel von Apple erklärt!

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 19.10.2020


Der Begriff Aktiensplit war in den vergangenen Wochen ein beliebtes Thema, bedingt durch das Aktiensplitting bei Apple oder Tesla. Doch häufig wird nicht genau erklärt, worum es sich bei einem Aktiensplit handelt. Warum führt beispielsweise ein Konzern wie Apple den Aktiensplit 2020 durch? Welche Vorteile hat das Unternehmen davon, und was ändert sich dadurch für Anleger? Objektiv betrachtet ändert sich gar nichts – das Unternehmenskapital und die Marktkapitalisierung bleiben dieselben wie vor dem Stock Split, auch der Wert der eigenen Anlage bleibt zunächst gleich. Strategisch hat ein solcher Aktiensplit jedoch Folgen, die teilweise nicht nur den Konzern selbst, sondern auch die Indizes betreffen, in denen er gelistet ist. Das gilt nicht nur für die Aufspaltung von Aktien, sondern auch für die Zusammenlegung von Werten.

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Alle Fakten zum Thema Aktiensplit im Überblick:

  • Beim Aktiensplit wird ein Unternehmensanteil in zuvor definierte kleinere Anteile aufgeteilt.
  • Der Stock Split und das Teilungsverhältnis werden auf der Hauptversammlung beschlossen.
  • Am tatsächlichen Wert des Unternehmens ändert das Aktiensplitting zunächst nichts.
  • Erschwinglichere Aktien locken allerdings eher Kleininvestoren an.

Ein Aktiensplit – wie unlängst bei Apple – verändert tatsächlich nichts an den Gegebenheiten, kann aber mittelfristig die Kurse in die Höhe treiben. Es handelt sich um einen Kniff, mit dem durch die Aufteilung eine höherpreisige Aktie günstiger zu haben ist. So wird die Nachfrage durch Aktionäre mit begrenztem Budget angekurbelt, und dank erhöhter Nachfrage lässt sich sowohl der Kurs als auch die Marktkapitalisierung eines Unternehmens steigern.

Aktiensplit

Was passiert beim Aktien Split?

Wenn sich ein Unternehmen dazu entschließt, einen Aktiensplit durchzuführen, passiert genau das, was der Begriff bezeichnet: Die Anteile werden in einem festgelegten Splitverhältnis aufgeteilt. Denkbar ist ein Verhältnis von 1:2 oder 1:3, so dass jeder Aktionär nun zwei oder drei Mal so viele Aktien im Depot hat wie zuvor. Wert sind sie insgesamt dasselbe, denn es geht um eine rein optische Korrektur. Welches Splitverhältnis für einen Stock Split gewählt wird, hängt von der Unternehmensstrategie ab – und natürlich vom Kurswert der Aktie vor dem Split. Denn meist will man mit dem Aktiensplitting verstärkt Kleinanleger motivieren und so auch eine höhere Liquidität bewirken.

Eine „Entwertung“ bedeutet ein Aktiensplit nicht – er kann sogar dazu verwendet werden, dieser vorzubeugen, denn die Maßnahme ist auch in umgekehrter Richtung denkbar. Der „reverse stock split“, die Aktienzusammenlegung, führt mehrere Aktien ebenfalls in einem festgelegten Verhältnis zusammen zu einer.  So gehen Unternehmen vor, um zu verhindern, dass die eigenen Aktien als Penny Stocks klassifiziert werden.

Ein Aktiensplit ist in der Regel eine Verringerung des Nominalwertes einer Aktie durch die Aufspaltung in 1:x Teile, ohne dass Marktwert oder Höhe der Einlagen davon verändert würden.

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Warum überhaupt Aktiensplitting?

Hinter einem Aktiensplit stecken in der Regel strategische Überlegungen des Unternehmens. Denn zunächst ändert sich ausschließlich die Anzahl der Aktien, dadurch dass ein geringerer Nominalwert angesetzt wird. Die niedrigeren Kurse machen den Wert leichter handelbar und lassen ihn günstiger erscheinen.

Wenn es sich um einen Split mit einem relativ hohen Faktor handelt, wie beim Apple Aktiensplit 2020, kann sich der Preis der Einzelaktie auf ein Viertel des Wertes vor dem Stock Split reduzieren. Das führt dazu, dass nun auch Anleger zugreifen, denen die Aktie zuvor zu teuer war. Ein Nebeneffekt, der sich fast immer nach einem Aktiensplit einstellt, ist verständlicherweise eine steigende Nachfrage. Die Kurse ziehen an – worüber sich die Unternehmensführung dann freuen kann.

Damit ein Aktiensplitting überhaupt stattfinden kann, müssen die Aktionäre zustimmen. Daher wird ein anstehender Stock Split auf der Hauptversammlung des Unternehmens zur Sprache gebracht und mit einer anschließenden Abstimmung durch die Stakeholder ermöglicht.

Die zunächst rein optische Korrektur des Nominalwerts wird in der Hauptversammlung auf den Weg gebracht und anschließend umgesetzt. Durch einen vermeintlich billigeren Preis kann die Nachfrage und damit auch der Kurs nach dem Aktiensplit steigen.

Aktiensplit 2020

Nach dem Aktiensplit: Welche Konsequenzen hat das für das eigene Portfolio?

Anleger fragen sich vor einem Aktiensplitting natürlich, was die Entscheidung des Unternehmens für das eigene Portfolio bedeutet. Zunächst einmal hat ein Stock Split nur eine Konsequenz – ins Depot werden anstelle der zuvor gehaltenen Aktien nun neue eingebucht, mit einem niedrigeren Nominalwert, aber in der Regel mit der gleichen Wertpapierkennnummer. Der Vorgang läuft automatisch ab, wie viele neue Aktien ein Anleger erhält, hängt vom Split-Verhältnis ab. Liegt dies wie neulich bei Apple bei 1:4, wird jede alte Aktie durch vier neue ersetzt.

Der Wert würde sich – in unserem Beispiel – dann auf ein Viertel des früheren Nominalwerts reduzieren. Unter dem Strich hat sich der Wert des eigenen Aktienbestandes am jeweiligen Unternehmen jedoch nicht verändert. Auch im Chart erkennt man keine Änderung – denn hier wird kosmetisch eingegriffen durch eine Anpassung der historischen Kurse. Normalerweise müsste der Kurs nach einem Aktiensplitting im Verhältnis 1:4 sofort auf ein Viertel des vorherigen Wertes einbrechen – was Anleger stark verunsichern könnte. Stopp Loss Orders, die Anleger oder Trader zu einem Wert platziert haben, der einen Aktiensplit durchmacht, werden normalerweise beim depotführenden Finanzdienstleister automatisch gelöscht. So wird verhindert, dass der Markt durch unfreiwilliges Abstoßen von Aktien geflutet wird.

Das Ersetzen einer Aktie im Portfolio durch mehrere neue mit der gleichen WKN oder ISIN geschieht automatisch, ebenso wie die Anpassung von historischen Kursen im Chart und das Stornieren von Stopp Loss Orders.

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Steuern nach dem Aktiensplit

Da Wertpapiertransaktionen bzw. die durch sie realisierten Gewinne versteuert werden, stellt sich auch die Frage, ob ein Aktiensplit steuerliche Folgen hat. Sofern es sich um einen ganz normalen Split handelt, bei dem die Aktie ihre Wertpapierkennnummer behält, bleibt alles beim Alten und eine Besteuerung findet nicht statt.

Anders sieht es aus, wenn im Zuge eines Aktiensplits neue Aktien mit abweichender Kennnummer ausgegeben werden. Zuletzt war dies der Fall bei einem Stock Split von Google – der Konzern hatte 2014 im Rahmen der Maßnahme neue Aktien mit separater ISIN ausgegeben, was vom deutschen Fiskus als Sachdividende eingestuft und mit der Abgeltungssteuer belegt wurde. In einem derartigen Sonderfall gewinnt der Anleger also zunächst nichts dazu, muss aber unter Umständen Steuern abführen.

Ein einfacher Stock Split mit gleichbleibender WKN oder ISIN wird nicht steuerpflichtig – sollten zusätzlich neue Aktien mit abweichender Wertpapierkennnummer ausgegeben werden, kann das steuerliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Aktiensplit 2019

Apple Aktiensplit 2020: Geteilte Freude als vierfache Freude

Lang diskutiert und erwartet war der Aktiensplit bei Apple. Da Ziel des Unternehmens war in diesem Fall vornehmlich, den Nominalwert der Aktie wieder in einen für Kleinaktionäre erschwinglichen Bereich zu rücken und damit weitaus mehr Anleger zu erreichen. Daher entschied der Konzern für einen Split im Verhältnis 1:4. Die Einzelaktien notierten vor dem Stock Split bei über 500 US Dollar und sind nunmehr für ein Viertel des vorherigen Werts zu haben.

Umgesetzt wurde der Aktiensplit am 24. August 2020 nach Handelsschluss. Für Apple selbst ändert sich vordergründig nichts. Auch die Aktionäre halten nun vier statt einer Apple-Aktie vor. Wer zuvor jedoch gern eingestiegen wäre bei Apple und aufgrund des hohen Preises bislang davon abgesehen hatte, kann die Aktie nun deutlich günstiger erwerben. Die Geschäftsführung von Apple versprach sich von dem Split ein Ankurbeln des Interesses an der Aktie. Die Hoffnung ist berechtigt, denn in vielen Fällen können Unternehmen durch steigende Nachfrage deutliche Kurszugewinne verbuchen. Zunächst schien die Rechnung auch aufzugehen, denn nach dem Split zogen die Kurse der Apple Aktie deutlich an. Am 1. September notierte der Wert bei 134 US Dollar, um dann jedoch wieder zu fallen. Derzeit (Stand 17.09.2020) liegt der Kurs bei 112 US Dollar und hat damit gegenüber den Werten vor dem Split deutlich verloren.

Apple konnte mit seinem Split vom 24.08.2020 im Verhältnis 1:4 für einige Tage deutliche Kursgewinne erzielen, seitdem geht es mit der Aktie jedoch bergab.

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​Aktiensplit 2020: Wird Apple nach dem Split mehr wert?

Trotz der Kursverluste im September sprechen die Analysten der meisten Investmentbanken noch immer Kaufempfehlungen für Apple aus. Immerhin steht hinter der Aktie eine bekannte Marke mit Alleinstellungsmerkmalen – obendrein ist die Apple Aktie nun bezahlbar geworden. Dass eine Aktie günstiger wird, heißt allerdings nicht in allen Fällen, dass sich der Kauf nur wegen eines Aktiensplittings lohnt. Deshalb sollten neben dem neuen, nur optisch billigeren Preis auch weitere Elemente geprüft werden, darunter die Unternehmensstrategie und Marktposition, aber auch die betriebswirtschaftlichen Kennzahlen. Zwar gilt das Geschäft bei Apple grundsätzlich als solide, doch einige offene Baustellen muss der Erfolgskonzern noch überwinden.

Aktiensplitting

Ermittlungen aufgrund der Apple Store Gebühren

Dazu gehören die laufenden Ermittlungen in den USA und in Europa, die der Gebührenordnung im Apple Store auf den Grund gehen sollen. Denn der Vorwurf der Übervorteilung durch zu hohe Gebühren, mit denen kleinere Entwickler in der Preisbildungdrastisch benachteiligt werden, ist stichhaltig, die Praktiken des Unternehmens werden allgemein verurteilt. Verschärft wird die Situation dadurch, dass Apple kooperierenden Entwicklern eine Ausschließlichkeitsklausel aufdrückt. Das ist beim Konkurrenten Google nicht der Fall, so dass sich die Anbieter im eigenständigen Vertrieb schadlos halten können.

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Umgestaltung des Dow Jones und Veränderungen in der Gewichtung

Auswirkungen auf Apple wird auch die durch den Stock Split angestoßene Umgestaltung des US-amerikanischen Leitindex Dow Jones. Da die im Dow enthaltenen Unternehmen ausschließlich anhand ihres Kurswertes gelistet werden, rutscht Apple nun unter den 30 im Index aufgeführten Werten deutlich ab. Die Gestaltung des Dow Jones erfolgt durch die Summe der 30 enthaltenen Nominalwerte, geteilt durch einen von S&P ermittelten und flexibel gehaltenen Divisor. In jedem Fall rutscht der einstige Leitstern nun ab vom früher ersten Platz auf nur noch Nummer 18. Die Gewichtung innerhalb des Index wird statt 10 % nach dem Stock Split 2020 nur noch 2,7 % betragen. Für die Performance des Gesamt-Index bedeutet dies natürlich, dass sich Änderungen im Kursverlauf bei Apple deutlich weniger auf den Index auswirken werden. Um den Anteil der Tech-Aktien am Dow auf demselben Niveau zu halten, wird nun ein anderer Konzern aufrücken, nämlich Salesforce.

Aktiensplit

Apple Aktiensplit 2020: Was ändert sich bei den Zertifikaten?

Durch einen Aktiensplit wie bei Apple sind nicht nur Aktionäre betroffen. Auch die Inhaber von Derivaten, die sich auf die Apple Aktie beziehen, müssen mit Anpassungen nach dem Aktiensplitting rechnen. Das trifft zu auf Optionsscheine, Aktienanleihen, Obergrenze bzw.  Barriere von Bonus-Zertifikaten und Discount-Zertifikaten. Die Anpassung erfolgt in der Regel auf der Grudlage der Vorgaben der jeweiligen Terminbörse und sollte auch in den Bedingungen des Finanzprodukts für alle Fälle erklärt sein.

Die Halter von Zertifikaten sollen – das ist das Hauptanliegen – durch die Anpassung auf keinen Fall wirtschaftliche Einbuße erleiden. Angepasst werden normalerweise der Basispreis und das Bezugsverhältnis – bei Zertifikaten, die sich auf die Apple Aktie beziehen, würde der Basispreis auf 25% des Wertes vor dem Split reduziert und das Bezugsverhältnis demgegenüber auf das Vierfache angehoben. Wenn man korrekt vorgeht, ändern sich jedoch nach dem Stock Split bei den meisten Zertifikaten alle für den Halter wichtigen Kennzahlen.

Die Kennzahlen von Hebelprodukten wie Zertifikaten müssen nach dem Stock Split entsprechend angepasst werden, damit Anleger keine Einbußen erleiden.

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CFD Trading nach dem Aktiensplit

Nicht alle Derivate müssen aufwändig angepasst werden. Einfach konstruierte Finanzprodukte wie Differenzkontrakte, die Tradern Renditemöglichkeiten durch die Teilhabe am Kursverlauf bieten, sind nicht mit komplexen zusätzlichen Angaben wie Bezugsverhältnissen oder zeitlichen Limits ausgestattet. Und da CFDs in der Regel börsentäglich gehandelt werden, sind sie nur in seltenen Fällen von den nach Handelsschluss ausgeführten Aktiensplits betroffen.

Flexible Hebelprodukte auf alle Anlageklassen

Auch aus anderen Gründen empfehlen sich die gut verständlichen Finanzprodukte. Anders als Aktien binden sie das eingesetzte Kapital nicht längerfristig, der dynamische Handel erfolgt über kurze Zeitspannen von wenigen Stunden oder Minuten. Und da CFDs, ebenso wie Zertifikate, zu den Hebelprodukten gehören, ist der Einstieg in das Trading schon mit überschaubarem Startkapital möglich. Aktien-CFDs, etwa auf die Apple Aktie als Basiswert, machen nur einen Teil von Tausenden handelbarer Underlyings aus. Neben Aktien können auch Anleihen, Währungspaare, Rohstoffe und Indizes Gegenstand der Spekulation sein – und das auf fallende Kurse ebenso gut wie auf steigende Kursentwicklungen.

Aktiensplit 2020

Trading auch mit begrenztem Budget

Mit einem CFD hat der Trader für den Zeitraum, während dessen er den Kontrakt hält, Teil an der Wertentwicklung, ohne den Basiswert selbst zu kaufen. Um eine Position zu eröffnen, muss nur ein Teil des umgesetzten Handelsvolumens beim CFD-Broker hinterlegt werden. Vervielfacht wird diese Sicherheitsleistung durch den Hebel, eigentlich ein Kredit des Brokers. So lässt sich auch die Rendite entsprechend dem Hebelfaktor erhöhen.

Differenzkontrakte sprechen also eine besondere Gruppe innerhalb der Kleinanleger an, die sich nicht über längere Zeiträume festlegen können oder wollen, aber dennoch die Renditepotenziale etwa nach dem Stock Split bei der Apple Aktie kurzfristig mitnehmen wollen. Immerhin ist bei Aktien-CFDs ein Hebel von 1:5 möglich, so dass schon mit einer Einlage von 1.000 Euro das Vielfache bewegt werden kann – und das auch in Form einer Spekulation auf fallende Kurse.

Aktien und Derivate: Einstieg in den Handel mit dem Depotvergleich

Eine steigende Zahl von Direktbanken und Online-Brokern macht ihren Kunden den Handel mit Aktien, aber auch mit Hebelprodukten möglich. Neulinge erkennen nicht sofort, worauf es ankommt bei der Entscheidung für einen Anbieter. Neben den gewünschten Werten im Handelsangebot sind günstige und transparente Konditionen ohne versteckte Kosten wünschenswert. Auch eine übersichtliche Benutzeroberfläche und ein kompetenter Kundensupport gehören zu den Pluspunkten.

Besonders wichtig vor allem für Anfänger sind jedoch Bildungsressourcen, die die grundlegenden Kenntnisse zum Handel und zu den Finanzinstrumenten vermitteln. Besonders gute Anbieter erleichtern ihren Kunden den Zugang zur Finanzwelt durch hochwertige Informationen, multimediale Formate und praktische Übungsmöglichkeiten, etwa durch Demokonten oder Musterdepots. Mit einem Depotvergleich oder Brokervergleich lässt sich die Zahl der in Frage kommenden Finanzdienstleister rasch einengen und der Einstieg in den Handel auch für Neulinge beschleunigen.

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Fazit: Ein Aktiensplit macht hochpreisige Aktien erschwinglich

Stock Splits wie der Aktiensplit 2020 bei Apple haben Sinn – für Unternehmen und Anleger. Entscheidet sich ein Konzern für einen höheren Splitfaktor, wie es bei Apple der Fall war, rutscht der Nominalwert der Aktie auf ein Viertel des vorherigen Preises. Für Kleinaktionäre ein Grund zuzugreifen, allerdings nur, wenn die Geschäftspolitik und Marktposition des Unternehmens stimmen. Das ist bei Apple, trotz Gegenwind, noch immer der Fall. Für Altaktionäre ändert sich nichts, denn sie halten die gleiche Investitionssumme, nur über mehr Aktien verteilt.

Profitieren können unter Umständen alle, die rechtzeitig vor und kurz nach dem Split zugreifen. Nicht selten gelingen Kursgewinne um 30 % nach einem derartigen Aktiensplitting. Das macht die Anwärter für Anleger und Spekulanten attraktiv. Wer beizeiten investieren will, kann sich mit einem Listing auf dem Laufenden halten. Zwar sind einige Maßnahmen verschoben, etwa bei Alibaba, wo der Aktiensplit 2019 angekündigt wurde, doch für das laufende Jahr stehen noch einige Splittings aus. Stimmen alle betriebswirtschaftlichen Kennzahlen, kann sich eine derart günstigere Aktie lohnen.

Aktiensplit 2019

Nicht jeder schwimmt allerdings auf der Welle den Kleinaktionären entgegen. Es gibt durchaus erfolgreiche Unternehmen, deren Aktien nie gesplittet wurden, darunter die A-Aktie von Berkshire Hathaway. Die Einzelaktie von Warren Buffets Holding kostet inzwischen 329.801 US Dollar – pro Stück.

Anleger, die sich nicht festlegen wollen auf die langfristige Investition in Aktien, können von den Kursveränderungen vor und nach einem Aktiensplit jedoch ebenfalls profitieren. Möglich machen es Hebelprodukte. Besonders CFDs überstehen eine Split ohne Anpassungen, wie sie beispielsweise bei Zertifikaten vorgenommen werden müssen, und erlauben die zeitlich begrenzte Teilhabe an der Kursentwicklung über long und short Positionen.

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