Alphaform beantragt vorläufige Insolvenz

Das Unternehmen Alphaform erlangte gewisse Bekanntheit als ein deutscher Anbieter im wachstumskräftigen Segment „3D-Druck“. Das Management sprach auch gerne von den großartigen Wachstumsperspektiven, noch im letzten Quartalsbericht. Doch dann das: Am späten Dienstagabend wurde vermeldet, dass Alphaform den Antrag auf vorläufige Insolvenz gestellt hat. Hier der Blick auf die Details:

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Kursverlauf Alphaform
  • Der Insolvenzverwalter ist bestellt
  • Alphaform: Viele Fragezeichen!
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Zunächst einmal: Der Kurs der Alphaform-Aktie brach nach dieser Hiobsbotschaft – natürlich – ein. Hatte die Notierung am Dienstag noch im Bereich 2 Euro gelegen, ging es gestern auf bis zu rund 0,50 Euro bergab, zum Handelsschluss des gestrigen Tages waren es ein paar Cents mehr. Hier der Chart der Aktie:

Kursverlauf Alphaform

Alphaform beantragt vorläufige Insolvenz
Quelle: Finanzen100

Was genau hatte Alphaform vermeldet? Ich zitiere dazu aus der entsprechenden Meldung:

„Die Alphaform AG hat heute beim zuständigen Amtsgericht München wegen drohender Zahlungsunfähigkeit die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt. Der führende 3D-Druck-Dienstleister beabsichtigt im Zuge des Insolvenzverfahrens gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter den eingeschlagenen Sanierungskurs fortzusetzen. Die in- und ausländischen Tochtergesellschaften sind von dem Verfahren nicht betroffen und arbeiten weiter wie bisher."

Quelle: Pressemeldung Alphaform beantragt vorläufige Insolvenz

Der Insolvenzverwalter ist bestellt

Das klingt ja noch relativ freundlich. „Nicht betroffen“, „Sanierungskurs fortzusetzen“ etc. Inzwischen ist auch ein Insolvenzverwalter bestellt: Das Amtsgericht München beschloss gestern, einen Anwalt namens Dr. Hubert Ampferl von der Kanzlei Dr. Beck und Partner in München zum Insolvenzverwalter zu bestellen. Dieser verschaffe sich gerade („kurzfristig“) einen Überblick über die Vermögenslage von Alphaform. Auf sein Urteil darf man gespannt sein.

In diesem Zusammenhang merke ich an, dass Eigenkapital gegenüber Fremdkapital nachrangig ist. Sprich: Im wahrscheinlich schlimmsten Fall einer Liquidierung des Unternehmens muss der Insolvenzverwalter erst die Ansprüche von Gläubigern befriedigen, bevor die Aktionäre etwas erhalten. Und in solchen Fällen erhalten die Aktionäre oft genug überhaupt nichts – denn wenn genug Mittel da gewesen wäre, hätte ja nicht das Insolvenzverfahren eröffnet werden brauchen…

Es sind aber auch positivere Entwicklungen möglich. Vielleicht stellt der Insolvenzverwalter fest, dass der Sanierungskurs wirklich erfolgversprechend ist, dazu aber lediglich ein oder zwei „Milliönchen“ fehlen. Vielleicht findet sich ein frischer Eigenkapitalgeber, oder vielleicht gibt es einen Schuldenschnitt mit den Gläubigern.

Alphaform: Viele Fragezeichen!

Vielleicht, vielleicht. Das ist derzeit völlig offen. Und bei einer Kapitalerhöhung gilt es auch zu bedenken, dass der Anteil der derzeitigen Aktionäre massiv verwässert werden könnte. Das wäre aber wahrscheinlich immer noch besser als eine Liquidierung. Für Aktionäre des Unternehmens jedenfalls jetzt eine schwierige Situation. Zu dem aktuellen Kurs noch verkaufen? Es besteht das klare Risiko eines Totalverlustes. Doch vielleicht gibt es auch positive Nachrichten vom Insolvenzverwalter. Wer weiß das schon.

Was ich jedenfalls merkwürdig finde: Der Vorstand von Alphaform hat noch in der letzten Quartalsmeldung keine Hinweise auf die schlechte Liquiditätslage und eine mögliche drohende Insolvenz gegeben. Hat sich die Marktsituation für das Unternehmen denn in den letzten Monaten seit Mai (Quartalszahlen) so schnell und stark verschlechtert? Wer genau in die Bilanz sieht, konnte aber schon in den letzten Quartalszahlen sehen, dass die Cash-Bestände auf unter 1 Mio. Euro abgeschmolzen waren.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, mit diesem Basiswert zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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