Australischer Dollar zuletzt stark

Der australische Dollar konnte in den letzten Wochen gegenüber dem Euro Boden gut machen: Gab es Ende 2014 für einen Euro noch gut 1,52 australische Dollar, sind es aktuell nur noch rund 1,45.

Dies zeigt der Blick auf den Chart am besten:

Inhaltsverzeichnis

  • Chart EUR/AUD = Euro in australischen Dollar
  • Australien: Stark vom Export von Rohstoffen abhängig
  • Australischer Dollar versus Euro: So könnte es weitergehen
    • Klarstellung
    • Michael Vaupel

Chart EUR/AUD = Euro in australischen Dollar

Australischer Dollar zuletzt starkQuelle: Finanzen100

Natürlich notierte der Euro in den letzten Wochen generell schwächer – gegenüber dem US-Dollar verlor er bekanntlich deutlich, aktuell steht EUR/USD bei rund 1,18. Hier belastet unter anderem die Unsicherheit in Bezug auf einen möglichen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone. Ich sage nicht, dass ein solcher Austritt unbedingt schlecht für die Euro-Zone wäre – ich sage, die Unsicherheit belastet.

Siehe dazu auch mein Beitrag „Spekulationen über Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone

Es gab aber auch Faktoren, welche spezifisch den australischen Dollar drückten – und dieser stand schließlich im vierten Quartal 2014 gehörig unter Druck.

Ein Grund dafür war die deutliche Abschwächung des australischen Wirtschaftswachstums. Im dritten Quartal hatte das Wachstum bei nur noch 0,3% gelegen – deutlich unter den erwarteten 0,7% Zuwachs. Allerdings reden wir hier vom Zuwachs gegenüber dem Vorquartal, und nicht gegenüber dem Vorjahresquartal. Ein kleiner semantischer Unterschied, welcher aber einen spürbaren Unterschied ausmacht.

Australien: Stark vom Export von Rohstoffen abhängig

Generell zeigt sich bei Australien, dass diese hoch entwickelte Volkswirtschaft dennoch sehr stark vom Export von Rohstoffen abhängig ist. Das Wort „dennoch“ verwende ich, weil hoch entwickelte Volkswirtschaften typischerweise Rohstoffe einführen und verstärkt Fertigprodukte ausführen.

Dieses Bild trifft auf Australien nicht zu. Hier werden Rohstoffe und Rohwaren exportiert – und da diese im letzten Jahr bekanntlich preislich schwach notierten, strahlte das auch auf die australische Wirtschaft aus.

australienAustralien. Quelle: Wikipedia

Aber halb so wild: Seit den 1990ern kennen die Australier keine Rezession, und auch im gerade begonnenen Jahr soll das Wirtschaftswachstum wieder solide ausfallen, Schätzungen gehen von mindestens 2% aus.

Und zur Not hätte im Fall Australiens auch die Zentralbank noch Pulver zur Verfügung: Denn anders als bei den anderen großen Zentralbanken mit ihrer Niedrigstzinspolitik liegen die Leitzinsen in Australien bei „nur“ 2,5%. Da muss nichts „Kreatives“ durchgeführt werden, wie Kauf von Staatsanleihen mit selbst gedrucktem Geld. Die Verschuldung Australiens hält sich eh im vergleichsweise moderatem Rahmen.

Australischer Dollar versus Euro: So könnte es weitergehen

Gut möglich also, dass die schlechte Performance des australischen Dollars gegenüber dem Euro im vierten Quartal 2014 eine Ausnahme war – und dass der „Aussie-Dollar“ in den nächsten Wochen gegenüber dem Euro weiter zulegen wird. Besonders dann, wenn es zu einer „Hängepartie“ in der Euro-Zone wegen der Griechenlandwahl kommen sollte.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, mit diesem Basiswert zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Michael Vaupel

Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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