Berkshire Hathaway mit höchstem Quartalsgewinn der Firmengeschichte

Das konnte sich sehen lassen: Berkshire Hathaway hat im letzten Quartal einen Gewinn von satten 9,4 Mrd. Dollar verdient. Dies ist der höchste Quartalsgewinn in der Geschichte des Investmentunternehmens. Bei dem Blick auf die Details zeigt sich allerdings, dass dieses Rekordergebnis durch „Einmaleffekte“ zustande kam. Ohne diese besonderen Effekte wäre das Ergebnis nicht ganz so gut ausgefallen (allerdings immer noch exzellent!). Hier der Blick auf die Details:

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Der Zusammenschluss von Kraft Foods und Heinz Ketchup
  • Neues Unternehmen: „The Kraft Heinz Company“
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Was die in der Einleitung genannten „Einmaleffekte“ bei Berkshire Hathaway im letzten Quartal betrifft – das kann ich auf den Punkt bringen. Und zwar hat das Unternehmen mit einem einzigen „Deal“ rund 4,4 Mrd. Dollar verdient:

Der Zusammenschluss von Kraft Foods und Heinz Ketchup

Berkshire Hathaway ist mit der brasilianischen Beteiligungsgesellschaft 3G befreundet – wenn man das so sagen kann in der Investment-Welt. Beide sind jedenfalls in strategischer Partnerschaft verbunden. Die beiden Unternehmen hatten vor einigen Jahren das bekannte Unternehmen „Heinz Ketchup“ für rund 28 Mrd. Dollar übernommen. Diese „Heinz Ketchup“-Gesellschaft soll sich nun mit dem Lebensmittelkonzern „Kraft“ zusammenschließen. Dadurch entsteht ein neuer Nahrungsmittel-/Getränke-Riese. Der kombinierte Umsatz der beiden soll bei rund 28 Mrd. Dollar liegen. In Bezug auf den Umsatz wäre der neue Konzern „The Kraft Heinz Company“ damit die Nummer 5 weltweit. In Nordamerika sollte es für Platz 3 reichen.

Neues Unternehmen: „The Kraft Heinz Company“

Die Aktionäre der „Heinz Company“ sollen am gemeinsamen Unternehmen (das voraussichtlich „The Kraft Heinz Company“ heißen wird) 51% halten. Und die bisherigen Aktionäre sind eben besagte brasilianische Beteiligungsgesellschaft 3G und Berkshire Hathaway. Die bisherigen Aktionäre von „Kraft Foods“ werden dem Plan zufolge dann die restlichen 49% halten. Damit der Deal für sie attraktiv ist, ist eine „Sonderdividende“ für die bisherigen „Kraft Foods“-Aktionäre ausgehandelt worden. Diese Sonderdividende soll bei der Kleinigkeit von 10 Mrd. Dollar liegen.

Da die Beteiligung von Berkshire Hathaway am neuen gemeinschaftlichen Konzern „The Kraft Heinz Company“ deutlich mehr wert ist als das, was damals für den Anteil an „Heinz Ketchup“ gezahlt worden ist, konnte das Unternehmen für das letzte Quartal oben genannten Einmaleffekt verbuchen. Dies waren satte 4,4 Mrd. Dollar Plus. Da Berkshire Hathaway in dem Bereich auch anderswo erfolgreich war, konnte das Unternehmen insgesamt 4,9 Mrd. Dollar Plus für den Bereich „Investments“ verbuchen. Das war mehr als die Hälfte des gesamten Quartalsgewinns von 9,4 Mrd. Dollar.

Wenn dieser Bereich „Investments“ bei Berkshire Hathaway herausgerechnet wird, sieht das sehr positive Bild etwas anders aus. Dann sank der Gewinn um 3,7% auf 4,6 Mrd. Dollar. Ein Minus sieht natürlich schon anders aus als die Meldung vom „höchsten Quartalsgewinn aller Zeiten“. Doch auch dieser Quartalsgewinn ist ein Ergebnis, das sich mehr als sehen lassen kann. Zudem sollten wir bedenken, dass Berkshire Hathaway als Beteiligungsgesellschaft gegründet worden ist. In dem Unternehmen sollen Beteiligungen an diversen Aktiengesellschaften gebündelt werden. Insofern gehören Investment-Gewinne wie die bei der „Heinz Company“ meiner Ansicht nach durchaus zum Kerngeschäft. Und damit ist die Aussage vom „höchsten Quartalsgewinn“ in der bisherigen Firmengeschichte von Berkshire Hathaway aus meiner Sicht durchaus gerechtfertigt.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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