Bilfinger mit erneuten Turbulenzen

„Mal wieder“ ein Wechsel an der Führungsspitze bei Bilfinger: Letzten Mittwoch vermeldete das Unternehmen völlig überraschend, dass der Vorstandsvorsitzende Peer Utnegaard „aus persönlichen Gründen“ zum Monatsende seinen Posten aufgibt. Dies kam wohl so überraschend, dass zum Zeitpunkt der Bekanntgabe des Rücktritts von Peer Utgenaard vom Unternehmen noch kein Nachfolger benannt werden konnte. Bilfinger ist in der Vergangenheit mit durchaus überdurchschnittlich häufigen Wechseln beim obersten Management aufgefallen. Hier einige weitere Details dazu:

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Hier ein Überblick über die Vorstandsvorsitzenden bei Bilfinger in den letzten Jahren:
  • Wird Thomas Blades neuer Vorstandsvorsitzender der Bilfinger SE?
  • Die Bilfinger Aktie entwickelte sich unterdurchschnittlich
  • Differenzen zwischen Großaktionären und Management?
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Hier ein Überblick über die Vorstandsvorsitzenden bei Bilfinger in den letzten Jahren:

  • Erinnern Sie sich noch daran? In den Jahren 2011/2012 war der frühere hessische Ministerpräsident Koch der Vorstandsvorsitzende von Bilfinger. Beziehungsweise Bilfinger Berger – denn bis zur Namensänderung im Jahr zu 2012 zu „Bilfinger“ (was der Vorstandsvorsitzende unterstützt hatte) hieß der Konzern so. Während der Amtszeit von Roland Koch hatte Bilfinger durchaus Probleme – und nachdem das Unternehmen innerhalb eines Jahres gleich zwei Gewinnwarnungen abgegeben hatte, trat Roland Koch im Sommer 2014 zurück. Es gab wohl auch Differenzen zwischen Koch und dem Aufsichtsrat, meldeten einige Medien.
  • Im August 2014 wurde dann Herbert Bodner der neue Vorstandsvorsitzende von Bilfinger. Doch sein Amt war nur vorübergehend – Bodner hatte den Posten nicht einmal ein Jahr lang inne.
  • Ab Juni 2015 war dann Peer Utgenaard der neue Vorstandsvorsitzende von Bilfinger. Dieser Manager nahm dann wie in der Einleitung genannt letzte Woche Mittwoch seinen Hut – und war damit weniger ein Jahr auf dem Posten des Vorstandsvorsitzenden der Bilfinger SE.

Wird Thomas Blades neuer Vorstandsvorsitzender der Bilfinger SE?

Der derzeitige Finanzvorstand Axel Salzmann übernimmt laut Bilfinger SE interimsmäßig den Posten des Vorstandsvorsitzenden. Man sei mit Kandidaten für den Vorstandsvorsitz im Gespräch, hieß es von Seiten des Unternehmens. Und es sieht durchaus so aus, als ob Thomas Blades (derzeit im Linde-Vorstand) der neue Vorstandsvorsitzende von Bilfinger SE werden könnte. Dies schrieb jedenfalls das Manager Magazin.

Quelle: Bilfinger: Chaos-Konzern findet doch wirklich noch einmal einen neuen Chef

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Die Bilfinger Aktie entwickelte sich unterdurchschnittlich

Die Bilfinger-Aktionäre leiden seit einiger Zeit unter einer schlechten Performance der Aktie. Was die Bilfinger-Anleihe mit Laufzeit 2019 und Kupon 2,375% betrifft, da sah es nicht so schlecht aus. So hielt sich diese Bilfinger-Anleihe mit 1.000 Euro Nominalwert in den letzten Wochen stabil über der Marke von 100% des Nominalwertes. Zu besseren Zeiten notierte der Kurs aber auch schon über 106% des Nominalwertes. Die 1-Jahres-Performance der Bilfinger-Aktie liegt hingegen schwach, im Bereich von -35%. Natürlich, auch der DAX hat auf Jahressicht verloren – aber „nur“ rund 18%. Damit schnitt die Bilfinger-Aktie in etwa doppelt so schlecht wie der Gesamtmarkt (gemessen am DAX) ab. Dafür gibt es Gründe. So soll bei Bilfinger das Kraftwerkgeschäft verkauft werden. Doch noch fand sich kein Käufer bzw. der Kaufpreis, der erzielt werden soll, war offensichtlich zu hoch gegriffen. Nun, da in Deutschland der Bau von neuen Kohle- oder Gaskraftwerken unwahrscheinlich geworden ist, ist damit natürlich auch die Sparte „Kraftwerkgeschäft“ = Bau dieser Anlagen unattraktiver geworden.

Differenzen zwischen Großaktionären und Management?

Zudem ist unklar, wie groß die Differenzen innerhalb der Großaktionäre und dem Management wie dem gerade zurückgetretenen Peer Utnegaard waren. Der Grund des Rücktritts, „aus persönlichen Gründen“, kann diesbezüglich alles und nichts bedeuten und lässt natürlich Raum für Spekulationen. Ob nun ein neuer Vorstandsvorsitzender das Amt antritt, der mit vernünftigen und realistischen Zielen und das auch noch im Einklang mit den Großaktionären die Arbeit aufnehmen kann? Abwarten!

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Bildquelle: pixabay.com

 

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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