Börsengang von Covestro erfolgreich

Das war bisher in diesem Jahr der größte Börsengang seit 2007: Der Bayer Konzern hat seine Kunststoffsparte namens „Covestro“ an die Börse gebracht. Diese Woche gab es die Erstnotiz der neuen Aktien. Und die war positiv – die Nachfrage nach den Papieren war offensichtlich groß. Hier der Blick auf die Details:

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Covestro: Erster Kurs liegt rund 8% über dem Ausgabekurs
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Der Bayer Konzern hatte sich offensichtlich für eine „schlankere Struktur“ (wie es so schön heißt) entschieden. Und alles, was nicht zum neu definierten Kerngeschäft gehört, gehört demnach auf den Prüfstand. So wie die Kunststoffsparte. Früher bekannt unter dem Namen „Bayer Material Science“. Für diese Sparte wurde der Börsengang beschlossen. Da musste natürlich ein neuer Name her – und flugs wurde diese Abteilung in „Covestro“ umbenannt. Unter diesem Namen ging der Bayer-Teilbereich nun an die Börse. Zunächst sah es nach Problemen aus:

Der Börsengang hatte mit einigen Problemen zu kämpfen. Das Timing war unglücklich – denn wie Sie wissen gab es zuletzt an der Deutschen Börse Turbulenzen, u.a. wegen des VW-Skandals. Letzten Montag brach die DAX-Aktie K+S um rund ein Viertel ein. Und Tage, in denen DAX-Aktien innerhalb eines Handelstages zweistellige Prozentbeträge verlieren, sind nicht unbedingt „ruhige“ oder „bullishe“ Tage. Solche Tage sind für Börsengänge aber förderlicher als unruhige Tage mit genannten Kurseinbrüchen.

Jedenfalls senkte Bayer aufgrund der Marktlage das eigentlich anvisierte Emissionsvolumen von 2,5 Mrd. Euro auf rund 1,5 Mrd. Euro. Zudem wurde die Angebotsfrist für die potenziellen Käufer verlängert. Damit mehr Interesse aufkam, wurde auch die Preisspanne der Covestro-Aktie für den Börsengang gesenkt. Statt ursprünglich vorgesehenen 26,50 bis 35,50 Euro je Aktie betrug die Preisspanne dann 21,50 bis 24,50 Euro. Eine deutliche Senkung! Und genau das war es wohl, was die Covestro-Aktie dann letztlich so attraktiv gemacht hat.

Covestro: Erster Kurs liegt rund 8% über dem Ausgabekurs

Denn der Ausgabekurs wurde auf 24 Euro festgesetzt. Wer im Kopf hatte, dass Bayer zuvor 26,50 bis 35,50 Euro pro Aktie haben wollte, witterte hier einen günstigen Bezugskurs. Und in der Tat: Als die Aktie dann an die Börse kam, schloss die Notierung am ersten Handelstag bei 26,50 Euro. Schon der erste Kurs im Handelssystem hatte bei 26 Euro gelegen – das war ein Plus von rund 8% gegenüber dem Ausgabekurs.

Bei der ARD hieß es sogar, dass sich die Anleger um Covestro „geschlagen“ hätten:

Anleger schlagen sich um Covestro

Für die Erstkäufer von Covestro natürlich eine feine Sache. Die Frage ist nun, was Bayer weiter plant. Denn weiterhin ist der Bayer-Konzern Großaktionär von Covestro. Sollen weitere Covestro-Aktien bei günstiger Börsenlage verkauft werden? Und wenn ja, wie? An einen strategischen Investor (= kursneutral), oder über die Börse (tendenziell Kurs belastend?). Oder möchte Bayer auch später noch den Anteil an Covestro halten, und nur den Vorteil genießen, dass die Tochter börsennotiert ist und damit deren Wert besser bewertet werden kann? Wie auch immer: Für die nächsten 6 Monate besteht für den Bayer-Konzern die eingegangene Verpflichtung, keine weiteren Covestro-Aktien zu verkaufen.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, mit diesem Basiswert zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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