Bundesanleihen: Milliarden Euro verdampft!

Im April gab es für Bundesanleihen anämisch niedrige Zinsen. Selbst für 10jährige Bundesanleihen gab es zeitweise nur unter 0,2% pro Jahr. Und dass es bei kurzfristigen Papieren mitunter Negativ-Zinsen gibt, das ist schon keine Schlagzeile mehr wert. Dabei ist es etwas historisch gesehen höchst Ungewöhnliches: Denn Negativ-Zinsen für Anleihen – das bedeutet, dass man Geld dafür ZAHLEN muss, dass man dem Staat Geld leiht!

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Bundesanleihen in den letzten Wochen mit deutlichen Kursverlusten
  • Rendite 10jährige Bundesanleihen: Von 0,2% auf 0,67%
  • Ich finde: Nur die Korrektur eines künstlich niedrigen Niveaus!
  • „Der Markt schüttelt sich eben nur mal aus"
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Bundesanleihen in den letzten Wochen mit deutlichen Kursverlusten

Alles neu macht der Mai: Diesen Monat sahen wir allerdings bei Bundesanleihen eine Gegenbewegung. Und zwar eine verhältnismäßig kräftige Gegenbewegung. Ich hatte Sie bereits darauf hingewiesen, als ich am 3. Mai schrieb:

„Ähnlich wie im Fall der US-Staatsanleihen könnten nun also auch die Renditen der Bundesanleihen etwas weiter anziehen. Warum auch nicht? Die 0,05% Rendite für die zehnjährigen Papiere sind doch auch wirklich eine Art Witz gewesen.“

Meinen Beitrag vom 3. Mai finden Sie unter folgendem Link:

Interessante Entwicklung am Anleihenmarkt!

Damals hatte ich auf Bill Gross verwiesen. Der ehemalige Manager des PIMCO Total Return“-Fonds (des größten Anleihenfonds der Welt!) hatte mitgeteilt, dass er bei Bundesanleihen short gegangen sei. Er sei der Ansicht, dass die Zinsen von Bundesanleihen deutlich steigen werden.

Und in der Tat sind die Renditen der Bundesanleihen deutlich gestiegen. Die Renditen von unter 0,2%, die wir bei den 10jährigen Bundesanleihen im April gesehen haben, sind erstmal Vergangenheit.

Rendite 10jährige Bundesanleihen: Von 0,2% auf 0,67%

Als ich heute Nachmittag (13. Mai) nachgeschaut habe, lag die Rendite der 10jährigen Bundesanleihen bei rund 0,67%.

Steigende Renditen – das bedeutet im Umkehrschluss: Der Kurs der Anleihe ist gefallen. Als die Rendite der 10jährigen Bundesanleihen zwischenzeitlich auf 0,78% gestiegen war, hieß es z.B. bei der Welt: „Ausverkauf am Bondmarkt vernichtet fast eine Billion“.

Damit bezog sich die Zeitung auf die eingedampfte Marktkapitalisierung der deutschen Anleihen. Doch das ist meiner Ansicht nach kein Grund zur Beunruhigung.

Ich finde: Nur die Korrektur eines künstlich niedrigen Niveaus!

Die Kurse waren doch „künstlich hoch“ – denn wer glaubt schon, dass eine Rendite von nur 0,2% pro Jahr für 10jährige Staatsanleihen auf Dauer tragbar sein soll? Ich erinnere mich noch an die Zeiten, als diese Anleihen mit 9% pro Jahr rentierten. Das war zur Zeit der deutschen Wiedervereinigung.

Und wenn 0,2% nicht auf Dauer tragbar sind, dann wird sich das eben ändern. Genau das ist geschehen bzw. wir sehen es gerade. Da es sich um einen sehr liquiden Markt handelt, führen auch relativ kleine Kursverluste absolut gesehen zu hohen Zahlen. Daher die Schlagzeile der Zeitung.

„Der Markt schüttelt sich eben nur mal aus"

Ich halte es eher mit dem ebenfalls von der Welt zitierten Analysten Brancolini: „Der Markt schüttelt sich nur eben mal aus.“

Die gestiegenen Renditen der Bundesanleihen führen übrigens dazu, dass der Fiskus für neue Anleihen mehr Zinsen bieten muss. Bei der jüngsten Auktion 10jähriger Papiere mussten 0,65% geboten werden. Einen Monat zuvor waren die Käufer bereits mit 0,13% zufrieden gewesen.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, mit diesem Basiswert zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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