Bundesbank kritisiert Geldpolitik der EZB

Zuversichtlich in Bezug auf die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland im kommenden Jahr zeigte sich in einem Interview Bundesbank-Chef Jens Weidmann.

Dabei verwies er unter anderem auf den gefallenen Ölpreis:

„Nach derzeitigem Stand und wenn der Ölpreis so niedrig bleibt, wird die Inflation noch niedriger als gedacht, das Wachstum aber besser.“
– Bundesbank-Chef Jens Weidmann

Quelle: „Deutsche Welle“ Bundesbank warnt vor EZB-Plänen

Natürlich kann sich niemand darauf verlassen, dass der Ölpreis nicht wieder anziehen wird. Sollte er aber auf dem aktuellen Niveau (oder darunter) bleiben, dann wirkt das sozusagen wie ein Konjunkturprogramm. Die Ausgaben für Energie sinken, und das erfreut Verbraucher und Unternehmen.

Diese behalten mehr von dem Geld, welches sonst in die Taschen der Ölproduzenten (hauptsächlich außerhalb der Europäischen Union) fließen würde.

Inhaltsverzeichnis

  • Niedriger Ölpreis = geschenktes Konjunkturprogramm?
  • Schäuble für Strukturreformen bei Krisenländern
    • Klarstellung
    • Michael Vaupel

Niedriger Ölpreis = geschenktes Konjunkturprogramm?

Folgerichtig äußerte sich der Bundesbank-Chef Jens Weidmann dazu mit diesen klaren Worten (Quelle: siehe oben):

„Uns wird ein Konjunkturprogramm geschenkt, wozu also noch geldpolitisch eins draufsetzen.“
– Jens Weidmann

Im ersten Quartal stehen bei der EZB Entscheidungen an über geldpolitische Maßnahmen an – dann könnte es auch zu einem neuen massiven Programm zum Kauf von Staatsanleihen südeuropäischer Staaten kommen.

Und Mario Draghi, der EZB-Vorsitzende, möchte sich da auch nicht von Jens Weidmann reinreden lassen. Allerdings mehrt sich die Kritik an einer möglichen noch weitergehenden Lockerung der Geldpolitik der EZB.

Schäuble für Strukturreformen bei Krisenländern

Der deutsche Finanzminister äußerte sich diesbezüglich so (Quelle: siehe oben):

„Billiges Geld darf aber nicht den Reformeifer in einigen Ländern verringern. Strukturreformen sind ohne jede Alternative, wenn es wieder dauerhaft nach oben gehen soll.“                            – Wolfgang Schäuble, deutscher Finanzminister

Und in der Tat: Geldpolitische Maßnahmen können kurzfristig Erleichterung verschaffen – wenn aber z.B. einige Staaten der EU ihren Haushalt strukturell nicht in den Griff bekommen, ist das Schuldenproblem damit keineswegs gelöst. Nur aufgeschoben.

Das Sprichwort „aufgeschoben ist nicht aufgehoben“ kennt Mario Draghi vielleicht nicht. Doch den Widerstand gegen weitere massive Anleihenkäufe durch die EZB spürt er sicherlich.

Es könnte in Bezug auf die Politik der EZB durchaus spannend werden in den ersten Monaten des neuen Jahres!

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, mit diesem Basiswert zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Michael Vaupel

Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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