CHF-Freigabe: Swissquote aktiviert Rückstellungen

Der 15. Januar war am Devisenmarkt wahrhaft ein sehr turbulenter Handelstag. Und dann kam der 15. Januar 2015. Die Notenbank der Schweiz = Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte völlig überraschend bekanntgegeben, dass sie den bis dahin geltenden Mindestkurs des Schweizer Franken zum Euro von 1,20 nicht mehr verteidigen würde.

Der Kurs des Euro gegenüber Franken kollabierte innerhalb kurzer Zeit, von 1,20 aus hieß es zeitweise 30% Minus.

Das machte einige auch im Intermarket-Handel nervös, und daraufhin verlor der Schweizer Aktienmarkt am 15. Januar zeitweise bis zu 14%.

Siehe dazu mein Beitrag:
Crash: Schweizer Aktienmarkt zeitweise 14% Minus!

Inzwischen hat sich sozusagen der Staub gelegt und der Blick auf die Auswirkungen bzw. Nachwirkungen ist möglich.

Inhaltsverzeichnis

  • Auch Swissquote-Kunden litten unter der Franken-Freigabe
  • Swissquote: Voraussichtlich 28 Mio. CHF Vorsteuergewinn in 2014
    • Klarstellung
    • Michael Vaupel

Auch Swissquote-Kunden litten unter der Franken-Freigabe

Ich habe mir einmal angeschaut, was die „Die Swissquote Group Holding S.A.“ zur Franken-Freigabe mitzuteilen hat.

Die Swissquote Group Holding S.A. ist eine reine Online-Bank und bezeichnet sich auf diesem Gebiet als Schweizerischer Marktführer. Nach eigenen Angaben betreut Swissquote rund 200.000 Kunden.

Die Swissquote teilte einen Tag nach dem Paukenschlag vom 15. Januar mit, dass sie Rückstellungen in Höhe von 25 Mio. Schweizer Franken aktiviere. Das Unternehmen teilte mit, dass viele Kunden auf die „von der SNB regelmäßig bestätigte Strategie“ gesetzt hätten und auf einen gegenüber dem Franken steigenden Euro gesetzt hätten.
Quelle: Medieninformation von Swissquote vom 16. Januar 2015.

Diese Kunden wurden am 15. Januar natürlich auf dem falschen Fuß erwischt.

Die Folge des Einbruchs habe, ich zitiere, „bei den Kunden ein Minussaldo verursacht und die Bank veranlasst, eine Rückstellung von 25 Mio. CHF zu aktivieren.“

Desweiteren wird auf die anstehenden Zahlen zum Geschäftsjahr 2014 verwiesen – diese sollen am 3. März vermeldet werden.

Swissquote: Voraussichtlich 28 Mio. CHF Vorsteuergewinn in 2014

Angesichts eines voraussichtlichen Gewinns von 28 Mio. CHF (Vorsteuergewinn) stelle die Aktivierung der 25 Mio. CHF Rückstellung „Profitabilität und Solidität der Bank“ nicht in Frage.

So wie es aussieht, könnte die Rückstellung dafür benötigt werden, wenn Kunden ihr entsprechendes Minus nicht selbst ausgleichen können (wozu diese aber verpflichtet sind, Stichwort Nachschusspflicht).

Wie hoch genau der Schaden für das Unternehmen selbst sein wird, ist insofern – noch – nicht mitgeteilt worden. Mal sehen, ob es am 3. März im Rahmen der Bekanntgabe Zahlen für 2014 Näheres dazu geben wird.

Existenzbedrohend für Swissquote wird der 15. Januar wohl nicht gewesen sein – doch auch für die Kunden von Swissquote zeigte sich, dass ein gesetzter Stop-Loss-Order an solchen turbulenten Tagen auch weit vom eigentlichen Stoppkurs entfernt ausgeführt werden kann!

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, einen bestimmten Broker zu bevorzugen. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Michael Vaupel

Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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