China-Knaller: Seltene Erden freigegeben!

Heute vermeldete „The Wall Street Journal“:

Inhaltsverzeichnis

  • China gibt seine Exportbeschränkungen für „Seltene Erden“-Metalle auf!
  • China: 86-93% des Angebots an Seltenen Erden!
  • Mögliche Gründe für diesen Schritt Chinas:
    • Klarstellung
    • Michael Vaupel

China gibt seine Exportbeschränkungen für „Seltene Erden“-Metalle auf!

Quelle: China Ends Rare-Earth Minerals Export Quotas

Damit hat China eine jahrzehntelange Praxis zumindest vorerst aufgegeben. Das ist für diesen Markt durchaus ein Paukenschlag!

Doch der Reihe nach – was sind „Seltene Erden“ überhaupt?

„Seltene Erden" sind sicherlich keine Erden (sondern Übergangsmetalle) und sicherlich nicht selten. Die Seltenen Erden (SE) gehören zum größten Teil nicht zu den seltenen Elementen in der Erdkruste, allerdings erreichen ihre Vorkommen nur in wenigen Fällen abbauwürdige Konzentrationen.

Es gibt grundsätzlich drei verschiedene SE-Minerale, die wirtschaftlich abbauwürdig sind: 1. Bastnäsit, 2. Monazit, 3. Xenotim

Die wichtigsten und rentabelsten Lagerstätten liegen im Nordosten Chinas (Shanxi und Innere Mongolei) und den USA (Kalifornien, Mountain Pass Mine, bis zum Jahr 2011 geschlossen – gehört zum Unternehmen „Molycorp“).

Die weltweiten Reserven liegen bei geschätzten 99 Mio. Tonnen. Nachgefragt werden pro Jahr zwischen 100.000 und 150.000 Tonnen. „Selten" ist etwas anderes!

Die Besonderheit bei diesen „Seltenen Erden“-Metallen liegt bei der hohen Konzentration des Angebots auf einen Anbieter:

China lieferte in den letzten Jahren über 90% des weltweiten Angebots an „Seltenen Erden“-Metallen.

China: 86-93% des Angebots an Seltenen Erden!

Laut „The Wall Street Journal“ ist dieser Anteil zwar auf 86% zurückgegangen, weil es zuletzt auch außerhalb Chinas entsprechende Minen gab. Mir sind zwei bekannt: Mount Veld in Australien, Betreiber Lynas, sowie die „Mountain Pass Mine“ in Kalifornien, Betreiber Molycorp.

Für das letzte Jahr hatte China eine Exportquote von 30.611 Tonnen gesetzt – es sieht nicht so aus, als ob die erreicht wurde. Denn in den ersten 11 Monaten 2014 wurden laut „The Wall Street Journal“ 24.866 Tonnen Seltener Erden von China exportiert.

Mögliche Gründe für diesen Schritt Chinas:

Es wird als Grund für Chinas Handeln Druck von der WTO genannt: Diese will Freihandel durchsetzen, und da passen Exportquoten schlecht.

Ich persönlich sehe auch eine andere Möglichkeit: China möchte dafür sorgen, dass durch reichhaltiges Angebot die Preise für Seltene Erden im laufenden Jahr fallen. Das würde verhindern, dass weitere Anbieter außerhalb Chinas auf den Plan gerufen werden. Vielleicht bedeutet es auch das Aus für Lynas und Molycorp (deren Aktienkurse sind auch ein Trauerspiel).

Und wer würde China dann z.B. 2016 an der Wiedereinführung von Exportbeschränkungen hindern können?

Das wäre übrigens vollkommen legitim – und aus chinesischer Sicht eine vernünftige Strategie, wie ich finde. Das könnte auch bei „Seltenen Erden“ ein spannendes Jahr 2015 werden.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, mit diesem Basiswert zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Michael Vaupel

Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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