ETF Markt: Aktuelle Entwicklungen im Juni

Vor einigen Wochen hatte ich mir die aktuellen Entwicklungen am europäischen ETF-Markt angeschaut. Dabei war mir besonders der Sektor „Anleihen ETFs“ aufgefallen – im April hatte es da nämlich wieder kräftige Zuflüsse gegeben. Im März waren hingegen noch deutliche Mittel abgeflossen, und zwar sowohl bei ETFs auf US-Anleihen als auch bei ETFs auf Anleihen der sogenannten „Emerging Markets“. Ob das ein neuer Trend war? Fraglich. Denn im Mai sah es dann schon wieder ganz anders aus. Da gab es bei Anleihen-ETFs durch die Bank wieder netto Abflüsse – auch bei ETFs auf deutsche Staatsanleihen

Die Details zu den April-Zahlen finden Sie in diesem Beitrag:

Aktuelle Entwicklungen am ETF-Markt

Die Details zu den Anleihen-ETFs im Mai finden Sie unter diesem Link:

Signifikante Abflüsse bei Anleihen ETFs!

Heute möchte ich mal die Zahlen zur Entwicklung bei den AKTIEN ETFs im Juni genauer unter die Lupe nehmen. Konkret:

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Starke Abflüsse bei ETFs auf Energie-Aktien
  • Zuflüsse bei ETFs auf japanische Aktien bzw. Indices
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Bei ETFs auf Aktien gab es im Mai eine sehr deutliche Trendumkehr. Nachdem im April netto 1,5 Mrd. Euro abgeflossen waren, gab es im Mai wieder Netto-Zuflüsse. Diese lagen bei 806 Mio. Euro. Von -1,5 Mrd. Euro auf +0,806 Mrd. Euro – die Differenz liegt bei rund 2,3 Mrd. Euro und ist deshalb durchaus keine Kleinigkeit.

Anmerkung: Es geht hier um den europäischen ETF-Markt, d.h. Anleger/innen in Europa. Quelle der Zahlen ist Lyxor ETF.

Netto-Zuflüsse ETFs
Bei ETFs errechnen sich die Netto-Zuflüsse bzw. Netto-Abflüsse, indem von den Zuflüssen die Abflüsse abgezogen werden. Sofern dann unter dem Strich ein positiver Wert verbleibt, handelt es sich hierbei um einen Netto-Zufluss. Falls hingegen als Saldo ein Minus bleibt, gab es einen Netto-Abfluss. Der Vergleich dieser Werte im Zeitablauf kann zu aussagekräftigen Schlussfolgerungen in Bezug auf Trends führen.

Ein Großteil der gesamten Netto-Zuflüsse von 806 Mio. Euro ging in europäische Aktien: Der dortige Netto-Zufluss lag bei 527 Mio. Euro. Besonders deutsche Aktien waren gefragt.

Branchenmäßig sah es so aus, dass die Branchen „Banken/Finanzen“ und „Energie“ wenig gefragt waren. Da gab es nämlich Netto-Abflüsse, entgegen dem sonstigen Trend. Konkret:

Im Bereich ETFs auf europäische Banken/Finanztitel gab es im Mai Netto-Abflüsse von 78 Mio. Euro.

Starke Abflüsse bei ETFs auf Energie-Aktien

Im Sektor der europäischen Aktien aus dem Sektor „Energie“ gab es im Mai Netto-Abflüsse von 278 Mio. Euro. Das war der größte Netto-Abfluss in diesem Sektor der letzten 12 Monate.

Und wie sah es bei ETFs auf außereuropäische Aktien bzw. Aktien-Indizes aus?

Da fiel mir auf, dass es bei ETFs auf US-Aktienindizes deutliche Netto-Abflüsse gab. Im Mai lagen diese bei 507 Mio. Euro.

Zuflüsse bei ETFs auf japanische Aktien bzw. Indices

Netto-Zuflüsse hingegen bei ETFs auf japanische Aktien/Indices: Dort gab es im Mai Netto-Zuflüsse von 345 Mio. Euro. Das ist ein ordentlicher Zuwachs – allerdings hatte es im März Rekord-Zuflüsse von über 1 Mrd. Euro gegeben, und im April auch noch Netto-Zuflüsse von rund 800 Mio. Euro. Hier sehen wir also eine fallende Tendenz, wenn auch immer noch die Netto-Zuflüsse positiv bleiben.

Eindeutiger Gewinner hingegen waren ETFs auf Emerging Markets. Da gab es netto Zuflüsse von 702 Mio. Euro – was der höchste Wert seit September 2014 war. Zum Vergleich: Im März hatte es noch Netto-Abflüsse von rund 500 Mio. Euro gegeben.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, mit diesem Basiswert zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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