ETF-Markt Europa: Aktuelle Zahlen 2016!

Eine interessante Entwicklung zeigen die jüngsten Zahlen (= Monat Februar) für den europäischen ETF-Markt: Demzufolge haben die Anleger(innen) das erste Mal innerhalb der letzten 12 Monate wieder netto Mittel abgezogen aus ETFs. Die Höhe der Netto-Abflüsse lag demnach bei immerhin rund 271 Mio. Euro. Im Vergleich zum Jahresende 2015 sank das von europäischen ETFs verwaltete Vermögen um rund 5%. Das ist aber nicht nur Netto-Abflüssen zu „verdanken“, sondern auch dem per saldo negativen Markteinfluss. Hier einige weitere Zahlen zu diesem Thema:

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • ETF-Kategorien: Sehr unterschiedliche Entwicklung!
    • Sehr hohe Abflüsse bei europäischen ETFs auf Aktien…
    •  …aber hohe Zuflüsse in europäische ETFs auf Anleihen
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
Michael Vaupel

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Zunächst zu dem in der Einleitung angesprochenen Rückgang des von europäischen ETFs verwalteten Vermögen. Im Vergleich zum 31.12.2015 ist dieses per Stand Ende Februar um 5% auf rund 428,5 Mrd. Euro gesunken. Quelle der Zahlen dieses Beitrags ist übrigens Lyxor ETF. Von diesem Rückgang von 5% sind rund 4,2% durch den negativen Markteinfluss zustande gekommen. Wir erinnern uns – der Monat Januar war für Aktien weltweit kein guter Monat (im Sinne steigender Kurse). Deshalb kamen auch die Kurse entsprechender ETFs zurück, was eben mit dem -4,2% durch negativen Markteinfluss gemeint ist. Darüber hinaus gab es dann aber auch Netto-Abflüsse nicht nur für Februar, sondern auch für Januar und Februar zusammengenommen.

ETF-Kategorien: Sehr unterschiedliche Entwicklung!

Interessant fand ich, dass es innerhalb des ETF-Marktes in Bezug auf den Punkt „Netto-Rückflüsse“ durchaus große Unterschiede gab. Konkret: Bei ETFs auf Anleihen gab es per saldo gar keine Netto-Rückflüsse, sondern das Gegenteil: Netto-Zuflüsse. Dafür gab es bei ETFs auf Aktien umso höhere Netto-Rückflüsse.

Begriff: Netto-Abflüsse / Netto-Zuflüsse
Von der Höhe der gesamten Zuflüsse (= Brutto-Zuflüsse) wird die Höhe der gesamten Abflüsse (= Brutto-Abflüsse) abgezogen. Bleibt dann ein positiver Wert, gab es „Netto-Zuflüsse“. Ist das Ergebnis hingegen negativ, dann gab es „Netto-Abflüsse“

Sehr hohe Abflüsse bei europäischen ETFs auf Aktien…

Das lässt sich genau beziffern (Quelle: Lyxor ETF): Bei ETFs auf Aktien gab es hohe Netto-Abflüsse von insgesamt satten ca. 2,4 Mrd. Euro. Wohlgemerkt, nur für den Monat Februar 2016! Völlig anders hingegen das Bild bei ETFs auf Anleihen: Da gab es den Zahlen zufolge im selben Zeitraum hohe Netto-Zuflüsse von rund 1,9 Mrd. Euro. Die Differenz macht das aus, was ich in der Einleitung als „Netto-Abflüsse“ beim gesamten Markt der europäischen ETFs genannt hatte.

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 …aber hohe Zuflüsse in europäische ETFs auf Anleihen

Die recht hohen Netto-Zuflüsse von rund 1,9 Mrd. Euro im Februar in ETFs auf Anleihen wiederum können auch noch weiter aufgeschlüsselt werden. So zeigte sich, dass ein bedeutender Anteil davon – nämlich netto rund 871 Mio. Euro – in ETFs auf europäische Staatsanleihen floss. In ETFs rein auf deutsche Staatsanleihen bezogen flossen weitere 332 Mio. Euro – netto. Das finde ich sehr interessant, denn mit dieser Anlagekategorie lässt sich real (unter Berücksichtigung der Inflation – von den Steuern ganz zu schweigen) gar kein Geld verdienen, oder nur minimal. Oder, inzwischen auch oft genug: Gerade deutsche Staatsanleihen können inzwischen sogar „Minus-Renditen“ bringen. Gerade manche Neuemission wird von vorneherein zu einem Ausgabekurs emittiert, der dem Käufer bzw. der Käuferin einen „garantierten Verlust“ bringt. Und dennoch wird gekauft – da diese Anlageform als relativ sicher gesehen wird.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

 

 

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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