Europäischer ETF-Markt erreicht 2015 einen neuen Rekordwert

Passive Investments meist auf Indizes mit geringen Gebühren: Das sind ETFs. In Zeiten, in denen es die Masse von aktiven Fonds nicht schafft, den Vergleichsindex zu schlagen, denken sich offensichtlich einige bis viele Anleger: Warum solche Fondsmanager dann auch noch bezahlen, wenn sie schlechter als der Vergleichsindex abschneiden? Dann kann ich doch direkt auf den „Vergleichsindex“ setzen, mit deutlich geringeren Gebühren. Vor diesem Hintergrund ist das von europäischen ETFs verwaltete Vermögen im letzten Jahr deutlich gestiegen. Hier einige Details dazu:

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Von ETFs verwaltetes Vermögen steigt um 25%
  • Besonders gefragt 2015: ETFs auf Aktien
  • Netto-Abflüsse bei ETFs auf Schwellenländer
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Im Jahr 2015 flossen den aktuellsten Zahlen zufolge 72,2 Mrd. Euro netto in ETFs europäischer Anbieter (Quelle: Lyxor ETF). Netto bedeutet hier: Brutto-Zuflüsse minus Brutto-Abflüsse. Wenn dann unter dem Strich ein Minus bleibt, geht es um Netto-Abflüsse. Wenn ein Plus bleibt, sind es Netto-Zuflüsse. Und in diesem Fall waren es eben Netto-Zuflüsse, in Höhe von 72,2 Mrd. Euro. Diese Netto-Zuflüsse waren nicht nur in ihrer absoluten Höhe bemerkenswert, sondern auch in Relation zu denen des Jahres 2014. Gegenüber dem Wert des Jahres 2014 ergibt sich ein Anstieg von 61,6%.

Von ETFs verwaltetes Vermögen steigt um 25%

Insgesamt wird von europäischen ETFs den Zahlen zufolge nun ein Vermögen von insgesamt 452 Mrd. Euro verwaltet. Das ist ein Anstieg gegenüber 2014 von rund 25%. Der Markteinfluss betrug +9,11%, was bedeutet: Von dem Anstieg von 25% kamen 9,11% Prozentpunkte bereits durch den gestiegenen Wert dieser ETFs zustande. Der Rest waren dann die besagten Netto-Zuflüsse, siehe erster Abschnitt. Und welche ETFs europäischer Anbieter waren 2015 besonders gefragt?

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Besonders gefragt 2015: ETFs auf Aktien

Es waren in erster Linie ETFs auf europäische Aktien, die im letzten Jahr besonders gefragt waren. Das lässt sich quantifizieren: Von den insgesamt 72,2 Mrd. Euro Netto-Zuflüssen in europäische ETFs gingen 45,6 Mrd. Euro in ETFs auf Aktien. Das waren damit rund 63% der gesamten Netto-Zuflüsse – und damit ist diese ETF-Kategorie eindeutig der Gewinner in Bezug auf die Höhe der Netto-Zuflüsse im letzten Jahr. Von diesen 45,6 Mrd. Euro in Aktien-ETFs wiederum gingen 47,6 Mrd. Euro in ETFs auf Aktien entwickelter Märkte (Europa, Japan, USA, Australien…). Das bedeutet im Umkehrschluss: Aus bestimmten Aktien ETFs muss es netto Abflüsse gegeben haben. Und so war es den Zahlen zufolge auch in der Tat:

Netto-Abflüsse bei ETFs auf Schwellenländer

Es gab auch eine Kategorie von ETFs, die letztes Jahr netto überhaupt nicht gefragt war. Ja, es gab netto sogar Abflüsse – und zwar bei europäischen ETFs auf Emerging Markets (= Schwellenländer). Zu den Emerging Markets gehören Länder wie Brasilien, Indien, China und Russland. Für diese Kategorie von ETFs gab es laut Lyxor ETF im letzten Jahr Netto-Abflüsse von rund 2 Mrd. Euro. Hier wirkte sich aus, dass die Emerging Markets 2015 von europäischen Anlegern verstärkt als „riskant“ gesehen wurden. Insbesondere die Börsen von Russland und auch Brasilien litten wegen der weiteren Verluste am Rohstoffmarkt zeitweise deutlich. Gerade der russische Haushalt ist nun einmal auch relativ stark von der Entwicklung der Erdöl- und Erdgaspreise abhängig – und bekanntlich ist der Erdölpreis deutlich gesunken. In Brasilien kamen noch einige Korruptionsskandale hinzu. Und auch in China wachsen die Bäume nicht in den Himmel, sprich das Wachstum dort hat sich deutlich abgeschwächt.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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