Faktoren, die den Ölpreis 2015 beeinflussen können

Der Euro verliert gegenüber dem Schweizer Franken zwischenzeitlich 30% an einem Tag, der Ölpreis halbiert sich in nur 6 Monaten – man kann nicht sagen, dass die letzten Monate an den Finanzmärkten langweilig waren!

Inhaltsverzeichnis

  • Was wird der Ölpreis 2015 machen?
  • Ölpreis: 5 Einflussfaktoren 2015
    • Klarstellung
    • Michael Vaupel

Was wird der Ölpreis 2015 machen?

Eine der großen Fragen ist derzeit natürlich, wie sich die Ölpreise im laufenden Jahr entwickeln werden. Einige Ölförder-Staaten sollen beim jetzigen Ölpreis-Niveau nicht mehr profitabel Öl fördern können. Kein Wunder, dass diese Staaten innerhalb der OPEC auf eine Verknappung der Fördermengen gedrängt haben bzw. drängen.

Diese fünf großen Einflussfaktoren auf den Ölpreis im Jahr 2015 haben sich heraus kristallisiert:

Ölpreis: 5 Einflussfaktoren 2015

1. Die Ölproduktion der USA.
Das war DER Trend der letzten beiden Jahre am Ölmarkt. Die USA, ein Ölproduzent, der seine besten Tage hinter sich zu haben schien, sind wegen neuer technologischen Möglichkeiten zwischen 2007 und 2014 ist die US-Ölproduktion um satte 80% gestiegen. Inzwischen sollen es rund 9 Mio. Barrel Produktion sein – pro Tag. Damit sind die USA auf dem besten Weg, ihren eigenen Rohöl-Bedarf durch die Produktion im eigenen Land decken zu können. Die große Frage ist hier, ob sich bei einem Ölpreis unter 55 Dollar die Erschließung weiterer Vorkommen noch lohnt. Wenn die Exploration neuer Vorkommen gestoppt wird und bestehende Vorkommen die Produktion einstellen, dann wäre das mittel- bis langfristig bullish für den Ölpreis.

2. Die Nachfrage Chinas
China sollte auch hier nicht unterschätzt werden. Denn das Reich der Mitte ist inzwischen zum weltweit größten Importeur von Rohöl aufgestiegen. Beim Verbrauch liegt China auf Platz 2, hinter den USA. Die Entwicklung der Nachfrage Chinas ist deshalb ein zentraler Faktor bei der Bestimmung der Aussichten des Ölpreises. Laut der Internationalen Energie Agentur wird die Öl-Nachfrage Chinas weiter wachsen. Bis 2020 soll der Zuwachs bei 3 Mio. Barrel pro Tag (gegenüber Stand von 2012) liegen.

3. Elastizität der Nachfrage
Wenn die Nachfrage auf die gesunkenen Preise elastisch reagiert, wird sie steigen. Niedrige Benzinpreise könnten die Nachfrage nach den SUV-Spritschluckern ankurbeln, Benzinsparmaßnahmen könnten zurückgefahren werden. Fände ich persönlich im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung bedauerlich. „Sinkende Preise schaffen neue Nachfrage“ – mal sehen, ob das hier der Fall sein wird.

4. Faktor OPEC
Die OPEC ist ein Unsicherheitsfaktor. Es sah zuletzt so aus, als ob es das Ziel insbesondere Saudi Arabiens war, die Ölschiefer-Industrie der USA durch niedrige Preise abzuwürgen. Diese Taktik kann sich 2015 natürlich ändern.

5. Geopolitische Probleme
Libyen, Irak, Russland – die Entwicklung der Ölproduktion bzw. der Exporte dieser Länder kann 2015 von der politischen Entwicklung abhängen. Diese kann also dadurch durchaus die Ölpreise beeinflussen.

Mein Fazit: Klare Antworten sehe ich derzeit nicht – je nach Entwicklung der fünf Faktoren sollten sich die Ölpreise 2015 entwickeln. Diese fünf Punkte liefern immerhin ein Gerüst für die Fundamentanalyse des Ölpreises.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, mit dem Basiswert Öl zu traden. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Michael Vaupel

Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
Michael Vaupel

Letzte Artikel von Michael Vaupel (Alle anzeigen)

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.