Fundamentals sprechen für steigenden Silberpreis

Interessante neue Zahlen gibt es zum Silber, unter anderem vom „Silver Institute“. Der Silberpreis steht üblicherweise etwas im Schatten des „großen Bruders“ Gold. Und oft genug laufen beide auch parallel – doch die Ausschläge sind tendenziell bei Silber höher. Das gilt sowohl für Bullen- als auch Bärenmärkte. Wie sieht nun der Blick auf die jüngste Performance aus, und was sagen die derzeit verfügbaren Fundamentaldaten zum Silber? Hier der Blick auf einige Details dazu:

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Performance: Kurzfristig hat Silber besser als Gold abgeschnitten
    • Das Gold-Silver-Ratio ist derzeit vergleichsweise hoch
  • Historischer Rückblick: Finanzkrise 2008 und das „Gold-Silver-Ratio“
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Performance: Kurzfristig hat Silber besser als Gold abgeschnitten

Zunächst einmal: In den vergangenen Wochen und Monaten hat der Silberpreis besser als der Goldpreis abgeschnitten (beide in Dollar gemessen). Hier der Vergleich:

  • Silber konnte auf 1-Monats-Basis rund 13% zulegen
  • Im 3-Monats-Vergleich waren es rund +19%.
  • Im Gegensatz dazu kommt Gold auf eine Monats-Performance von lediglich gut +2%
  • Und bei Gold heißt es auf 3-Monats-Basis in Dollar gemessen ca. +10%

Wichtig ist bei Gold und Silber auch das Verhältnis der beiden zueinander. So ist Silber im historischen Vergleich relativ zu Gold gesehen derzeit günstig. Eine Kennzahl, um das zu messen, ist das im Fachjargon „Gold-Silver-Ratio“ genannte Verhältnis von Gold- und Silberpreis zueinander. Diese Kennzahl erhalten Sie, indem Sie einfach den Goldpreis durch den Silberpreis teilen. Aktuell kommen Sie so auf einen Wert von rund 70.

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Das Gold-Silver-Ratio ist derzeit vergleichsweise hoch

Dieser Wert von gut 70 liegt signfikant über dem traditionellen Mittelwert des Gold-Silber-Verhältnisses, welches zwischen 50 und 60 liegt. Mit anderen Worten: Es ist also ungewöhnlich, dass 70 Feinunzen Silber notwendig sind, um eine Feinunze Gold zu kaufen. Im Durchschnitt sind dafür 10 oder 20 Feinunzen Silber weniger notwendig. Bei einer „Rückkehr zum Mittelwert“ würde das bedeuten, dass – bei unverändertem Goldpreis – der Silberpreis um 20% oder mehr steigen würde, und dann wäre er immer noch nicht teuer. Das wäre nicht ungewöhnlich:

Historischer Rückblick: Finanzkrise 2008 und das „Gold-Silver-Ratio“

So lag das „Gold-Silver-Ratio“ zum Beispiel im Zuge der Finanzkrise im Jahr 2008 zwischenzeitlich bei rund 80. Dieser Wert wurde meinen Informationen zufolge in den letzten rund 20 Jahren nur vier Mal erreicht oder überschritten. Damals im Jahr 2008 stiegen – der Finanzkrise sei „Dank“ – sowohl der Gold- als auch der Silberpreis. Diese beiden Edelmetalle werden gemeinhin als sichere Häfen angesehen. Aber da damals der Silberpreis im Verhältnis zum Goldpreis relativ günstig notierte, stieg in den folgenden Jahren der Preis von Silber deutlich stärker als der von Gold. Es geht also um zwei Dinge:

  1. Zunächst darum, zu bestimmen, ob die Edelmetalle Gold und Silber tendenziell steigen sollten oder nicht. Stehen die Chancen gut, dass ein Bullenmarkt dieser Edelmetalle bevorsteht, dann zu Schritt 2:
  2. Schauen Sie dann auf das „Gold-Silver-Ratio“. Ist dies im historischen Rückblick niedrig? Dann könnte es besser sein, Gold zu bevorzugen. Ist das Verhältnis historisch gesehen hoch? Das spricht dann wiederum für Silber.

Wie gesagt: Es kommt auf den übergeordneten Trend für die Edelmetalle insgesamt an. Danach kann dieses Verhältnis gute Dienste leisten. Dennoch bitte nicht vergessen, dass es nur ein Mosaikstein in einem gesamten Bild ist – mit anderen Worten: Es spielen diverse Faktoren bei der Preisgestaltung eine Rolle, darunter natürlich auch die Nachfrage der Industrie nach Silber (und auch Gold, aber dieser Faktor ist bei Silber wichtiger).

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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