Heidelberger Druck-AG mit Gegenwind!

Der Druckmaschinenhersteller „Heidelberger Druck AG“ ist nicht gerade in einem Wachstumsmarkt tätig. Morgen geht das aktuelle Geschäftsjahr beim Unternehmen zu Ende (Geschäftsjahr abweichend vom Kalenderjahr jeweils bis zum 31.3. eines Jahres).

Die 9-Monats-Zahlen hatten jedenfalls nicht berauschend ausgesehen:

Inhaltsverzeichnis

  • 9-Monats-Zahlen der Heidelberger Druck AG:
  • Ergebnis je Aktie: -0,39 Euro (9-Monats-Zeitraum)
  • Das Management möchte die Zinszahlungen verringern
  • Heidelberger Druck: Neue Wandelanleihen sollen emittiert werden
    • Klarstellung
    • Michael Vaupel

9-Monats-Zahlen der Heidelberger Druck AG:

  • Der Umsatz war von 1,685 Mrd. Euro auf 1,552 Mrd. Euro gesunken.
  • Auch im letzten Quartal hatte sich keine Trendwende hin zu Wachstum (oder auch nur Stagnation) abgezeichnet:
  • Der Umsatz ging im letzten Quartal von 588 Mio. Euro. auf 556 Mio. Euro zurück.
  • Die Ebitda-Marge stieg zwar – und zwar von 4,0% auf 5,2% bei den 9-Monats-Zahlen.

Quelle: Geschäftsbericht Heidelberger Druck AG

Doch unter dem Strich blieb ein Minus:

Das Ergebnis nach Steuern lag in den ersten neun Monaten des Heidelberger-Druck-Geschäftsjahres bei -95 Mio. Euro. Das war nicht nur ein recht großes Minus – sondern das Minus war auch noch deutlich größer als im Vergleichszeitraum des vorigen Geschäftsjahres (-40 Mio. Euro).

Ergebnis je Aktie: -0,39 Euro (9-Monats-Zeitraum)

Das Ergebnis je Aktien entsprechend enttäuschend bei -0,39 Euro (nach -0,17 Euro im Vorjahreszeitraum).

Immerhin: Im letzten Quartal gab es bei den Auftragseingängen eine Trendwende, der stieg nämlich von 592 Mio. Euro auf 613 Mio. Euro. Und die Auftragseingänge bestimmen natürlich die zukünftigen Umsätze – insofern ist das dann doch ein bullishes Signal. Oder doch nur eine Eintagsfliege? Die nächsten Quartalszahlen könnten dazu mehr Erkenntnisse bieten!

Jedenfalls hat das Management von Heidelberger Druck unabhängig vom eigentlichen Geschäftsfeld beschlossen, die Zinszahlungen zu drücken. Und daran ist nichts verkehrt, finde ich. Konkret soll das so vonstattengehen:

Das Management möchte die Zinszahlungen verringern

Heidelberger Druck möchte neue Wandelanleihen emittieren.

Wandelanleihen? Bei den Papieren soll die Rückzahlung in Aktien möglich sein. Ich habe mir nicht den Verkaufsprospekt angeschaut – aber eins ist klar:

Das ist für das Unternehmen selbst eine durchaus sinnvolle Sache. Denn die Verzinsung der neuen Wandelanleihe soll im Bereich 5,5-6,5% liegen. Das wäre erheblich niedriger als die Verzinsung, die Heidelberger Druck für aktuelle Unternehmensanleihen zahlt.

Heidelberger Druck: Neue Wandelanleihen sollen emittiert werden

Konkret: Heidelberger Druck hat eine Anleihe (WKN: A1KQ1E), bei welcher die Rendite bei rund 7,7% liegt. Die Vorgehensweise wäre dann so: Neue Mittel aufnehmen zu 5,5-6,5% – und damit alte Schulden tilgen, die mit 7,7% verzinst werden müssen.

Gute Sache – fürs Unternehmen. Doch wenn die neue Anleihe mit Aktien getilgt wird, erhöht sich die Zahl der Aktien. Und damit würde der Anteil der Aktionäre verwässert – und so etwas ist für den Aktienkurs tendenziell nicht gut.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, mit diesem Basiswert zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Michael Vaupel

Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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