Hersteller von E-Autos im Blick!

Keine Frage: Bei Elektro-Autos (E-Autos) handelt es sich derzeit um einen Wachstumsmarkt. Wer sich mit dem Thema im Hinblick auf mögliche Investments (Aktien) befasst, wird schnell auf Aktie wie Tesla oder BYD stoßen. Hier ist zum einen die Frage, ob gute Publicity (wie bei Tesla) und schöne Autos schon reichen, um die Aktie zu kaufen. Ich finde: Das reicht noch nicht, denn es kommt letztlich auf die Bewertung der Aktie an. Und Tesla hat noch nicht gezeigt, auch über längere Zeiträume profitabel arbeiten zu können. Wird sich das mit dem „Model 3“ von Tesla ändern? Doch in diesem Beitrag soll es nicht nur um Tesla gehen, sondern auch um andere Anbieter von E-Autos, und zwar ausschließlich um börsennotierte. Sind die entsprechenden Aktien kaufenswert, oder nicht? Dieser Beitrag soll einige Ansatzpunkte im Hinblick auf diese Thematik bieten, entscheiden sollte dann aber natürlich jede(r) Anleger(in) selbst. Nun zu den Details zum Thema Aktien von Herstellern von E-Autos:

Inhaltsverzeichnis

    • Hier der Blick auf die Details:
    • Goldman Sachs: Verkaufsempfehlung für General Motors Aktien
  • E-Mobilität: Markt in einem frühen Stadium?
    • Tesla: Neue Quartalszahlen gab es am 1. November 2017
    • Tiefrote Zahlen bei Tesla im dritten Quartal
    • Die Bruttomarge ist bei Tesla deutlich gesunken
  • Tesla-Aktie gerät nach Bekanntgabe der Quartalszahlen unter Druck
    • Tesla-Aktie: 5-Jahres-Performance von rund +997% auf Dollar-Basis
    • Tesla: Wie läuft der Verkauf des „Model 3“ an?
  • BYD schreibt zwar schwarze Zahlen – aber die Gewinne sind gesunken
    • BYD: Schwache Zahlen – doch das Management hatte vorgewarnt
  • Fazit zum Thema: Aktien von Herstellern von E-Autos (11/2017)

Hier der Blick auf die Details:

1. E-Mobilität: Markt in einem frühen Stadium?
2. Tesla-Aktie gerät nach Bekanntgabe der Quartalszahlen unter Druck
3. BYD schreibt zwar schwarze Zahlen – aber die Gewinne sind gesunken
4. Fazit zum Thema: Aktien von Herstellern von E-Autos (11/2017)

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Beginnen möchte ich nicht mit Tesla – sondern mit General Motors. Diesen gewissermaßen „Dinosaurier“ der traditionellen US-Autobranche haben wahrscheinlich nicht alle Anleger im Blick, wenn Sie vom Thema „Elektro-Mobilität“ hören. Aber General Motors hat durchaus auch das Thema E-Mobilität aufgegriffen und entsprechend investiert. Entsprechend wurde die Aktie zwischenzeitlich als möglicher Profiteur des Themas „Elektro-Autos“ gehandelt und konnte spürbar zulegen. Auf Sicht der vergangenen drei Monate liegt das Plus in US-Dollar immerhin bei gut 19%, auf Sicht von 12 Monaten sind es rund +36%. Damit hat die General Motors Aktie den Dow Jones Index abgehängt – denn der hat auf 3-Monats-Sicht knapp 7% Plus geschafft und auf Jahressicht knapp 29% Zuwachs. Gerade diese recht gute (wenn auch nicht überragende) Performance der General Motors Aktie hat dazu geführt, dass die Analysten von Goldman Sachs öffentlich den „Verkauf“ der Aktie empfehlen. Konkret:

Goldman Sachs: Verkaufsempfehlung für General Motors Aktien

Am 30. Oktober berichtete das Handelsblatt von einer entsprechenden Verkaufsempfehlung von Goldman Sachs für General Motors Aktien und schrieb dazu, Zitat: „Die Analysten argumentieren, dass die General-Motors-Aktie zu viel vom Hype über Elektrofahrzeuge und selbstfahrende Autos profitiert habe.“ Die Frage ist natürlich, ob es sich bei den Elektro-Fahrzeugen wirklich um einen „Hype“ handelt in dem Sinne, dass sich diese Technologie nicht millionenfach durchsetzen wird innerhalb der nächsten Jahre (oder Jahrzehnte). Da ich keine Kristallkugel habe, weiß ich das natürlich auch nicht. Jedoch leben andere Aktien wie Tesla gewissermaßen von der Phantasie, dass das Thema Elektro-Mobilität ein neuer Mega-Trend im Sinne einer nachhaltigen Veränderung der Automobil-Branche sein wird – und eben kein Hype. Wie auch immer, in Bezug auf GM sind die Analysten von Goldman Sachs zumindest offiziell nun eher bearish gestimmt.

Quelle: Goldman Sachs rät zum Verkauf von GM-Aktien

E-Mobilität: Markt in einem frühen Stadium?

Es lohnt sich meiner Ansicht nach, den oben verlinkten Handelsblatt-Artikel zu lesen. Einen Abschnitt daraus möchte ich zitieren: „Der Markt für Elektroautos befindet sich in einem frühen Stadium. Der Hype könnte derzeit zu groß sein – und auch die Konkurrenz in dem Segment ist hart, denn es mischen Aufsteiger wie Tesla und traditionelle Konkurrenten wie Ford oder Toyota mit.“ Die Analysten von Goldman Sachs klingen da also recht skeptisch – wenn von „Hype“ die Rede ist und vom Mitmischen von Aufsteigern und traditionellen Konkurrenten. Zeigt sich das denn in den Geschäftszahlen der Unternehmen? Schauen wir auf einen „pure play“, wenn es um Aktien von Unternehmen im Bereich E-Mobilität geht: Tesla. Konkret:

Tesla: Neue Quartalszahlen gab es am 1. November 2017

Passenderweise gab es erst gestern – ich habe diesen Beitrag am 2.11.2017 verfasst -, d.h. am 1. November 2017 neue Zahlen von Tesla, und zwar die zum dritten Quartal. Die enttäuschten! Konkret sah es so aus, dass der Umsatz von Tesla im Bereich Elektro-Autos zwar um 10% auf rund 2,36 Mrd. Dollar gestiegen ist. Diese 10% Plus beziehen sich auf das Vorjahresquartal. Gegenüber dem Vorquartal lag das Plus bei rund 3% (da lagen die Umsätze bei rund 2,29 Mrd. Dollar). Dieser Umsatzzuwachs ist ja noch in Ordnung, immerhin Plus im gerade zweistelligen Prozentbereich auf Jahressicht. Doch was unter dem Strich übrig blieb, das enttäuschte!

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Tiefrote Zahlen bei Tesla im dritten Quartal

Denn Tesla schrieb tiefrote Zahlen. Konkret betrug das Minus im dritten Quartal deutliche ca. 619,4 Mio. Dollar. Das war eine klare Verschlechterung gegenüber dem Wert des Vormonats, als das Minus bei 336,4 Mio. Dollar lag. Also keine Verbesserung, sondern eine deutliche Verschlechterung. Und im Vorjahresquartal war von Tesla laut den vorliegenden Zahlen sogar ein kleiner Gewinn erzielt worden von rund 21,9 Mio. Dollar. Das sieht so fern aus angesichts der tiefroten Zahlen im dritten Quartal 2017! Insofern zeigte sich hier eine deutliche Verschlechterung – ob da vielleicht Goldman Sachs Recht hatte mit dem Verweis auf die verstärkte Konkurrenz? Denn da die Umsätze ja eigentlich gestiegen sind, liegen die tiefroten Zahlen ja nicht daran, dass der Absatz gesunken ist. So verweist Tesla auch stolz darauf, dass im 3. Quartal das 250.000 Elektro-Fahrzeug der Marke Tesla ausgeliefert worden sei. Dieser Punkt immerhin dürfte bei den Aktionären gut angekommen sein.

Die Bruttomarge ist bei Tesla deutlich gesunken

VerbrauchertippsUnd genau, Tesla zeigt mit den jüngsten Quartalszahlen, dass die Bruttomarge im Geschäft mit den Elektro-Autos regelrecht eingebrochen ist. Für das dritte Quartal 2017 wird eine Bruttomarge von nur noch 18,3% genannt. Zum Vergleich: Nur ein Quartal vorher (Q2 2017) lag dieser Wert noch bei 29,4% laut Tsla. Das ist ein herber Rückgang! Und niedrigere Bruttomarge, das bedeutet eben, dass sich das Ergebnis verschlechtert, wenn das nicht durch einen entsprechenden Umsatzanstieg aufgefangen werden kann. Der Umsatz stieg zwar (wie oben gesehen) – aber da die Bruttomarge so stark einbrach, konnte das durch den Umsatzanstieg nicht aufgefangen werden, weshalb das Ergebnis die genannten tiefroten Zahlen bei Tesla waren. Und tiefrote Zahlen unter dem Strich lassen keine Freude aufkommen. Während ich diese Zeilen schreibe, schaue ich mal, was die Tesla-Aktie heute an der Nasdaq macht. Es ist schließlich der Handelstag nach Bekanntgabe der Zahlen.

Tesla-Aktie gerät nach Bekanntgabe der Quartalszahlen unter Druck

Es ist noch vor Handelsschluss im US-Handel, und die Tesla-Aktie hat – nach dem Blick auf die Q-Zahlen nicht überraschend – schwach eröffnet. Aktuell steht sie bei einem Minus von rund 23 Dollar oder mehr als 7%. bei knapp unter 300 Dollar. Es gilt, die Relationen zu sehen: Auch nach diesem Kursrückgang ist das Unternehmen noch rund 49,2 Mrd. Dollar schwer im Hinblick auf die Marktkapitalisierung. Das ist durchaus keine Kleinigkeit für ein Unternehmen mit Quartalsumsätzen von 2,36 Mrd. Dollar und Wachstumsraten von 10% beim Umsatz und tiefroten Zahlen. Auf Jahressicht liegt die Tesla-Aktie immer noch mit rund 68% in der Gewinnzone.

Tesla-Aktie: 5-Jahres-Performance von rund +997% auf Dollar-Basis

Und auf 5-Jahres-Sicht sind es gar – kein Witz, aktuell auf Dollar-Basis rund +997%. Da hat der heutige Kursrückgang wohl den „1.000%er“ – auf 5-Jahres-Sicht – kaputt gemacht. Auf kurze Sicht gilt es charttechnisch die Marke von rund 300 Dollar im Blick zu behalten. Denn diese Marke wurde im April und auch im Mai 2017 getestet – und hielt damals. Entsprechend ist sie inzwischen zur charttechnischen Unterstützung geworden. Wenn diese Marke nun fällt, dann ist das charttechnisch gesehen natürlich ein bearishes Signal.

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Tesla: Wie läuft der Verkauf des „Model 3“ an?

Tesla ist ein „pure play“ im Bereich Elektro-Mobilität und setzt inzwischen auch auf Erzeugung und Speicherung von Energie. Viel wird nun auch vom neuen Hoffnungsträger „Model 3“ abhängen, da ist der Verkauf angelaufen und da werden wohl erst die nächsten Quartalszahlen Genaueres zu bringen. Und was die roten Zahlen betrifft: Auf Sicht von einigen Quartalen ist das noch verkraftbar, denn Tesla teilte mit, dass man mit beachtlichen rund 3,5 Mrd. Dollar Cash ins vierte Quartal gegangen ist. Aber auch der größte Berg an „Cash“ ist irgendwann weg, wenn per saldo immer nur Mittel abfließen. Nun der Blick auf eine andere Aktie aus dem Bereich Hersteller von E-Autos, die chinesische BYD.

BYD schreibt zwar schwarze Zahlen – aber die Gewinne sind gesunken

Ein bisschen vor Tesla hat der chinesische Anbieter bei BYD wurden die 9-Monats-Zahlen veröffentlicht. Um die jüngste Entwicklung im Blick zu haben, hier der Blick auf die Zahlen zum dritten Quartal 2017 bei BYD – die Eckdaten sahen so aus: Der Gewinn pro Aktie erreichte 0,37 Renminbi und lag damit etwa 30,2% unter dem Vergleichswert des Vorjahreszeitraums. Insofern ein ähnliches Bild beim Nettogewinn, der um ca. 24% auf rund 1,07 Mrd. Renminbi gefallen ist. Um das einzuordnen: Ein Euro entspricht aktuell etwa 7,71 Renminbi/Yuan. Wenn bei BYD die außerordentlichen Effekte herausgerechnet werden, dann betrug der Rückgang des Nettogewinns den Unternehmensangaben zufolge sogar 38,9%. 

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BYD: Schwache Zahlen – doch das Management hatte vorgewarnt

Checkliste

Ganz so überraschend kam der Gewinnrückgang nicht, denn das BYD Management hatte am 28.8. mit Vorlage der Halbjahreszahlen bereits gewarnt, dass das Minus in den ersten neun Monaten des Jahres 2017 im Bereich 20-25% liegen könnte. Interessanterweise sprach das Management für das vierte Quartal die Prognose, dass die Zahl der Verkäufe von Elektro-Fahrzeugen (new energy vehicles) weiter deutlich wachsen soll. Also ähnlich wie bei Tesla gab es auch bei BYD bzw. soll es im vierten Quartal geben: Steigende Umsätze – aber Verschlechterung der Profitabilität gegenüber dem entsprechenden Vorjahreswert. Das spricht dafür, dass der Gesamtmarkt zwar wächst, aber dass die Margen vielleicht wegen verstärkter Konkurrenz unter Druck geraten sind. 

Fazit zum Thema: Aktien von Herstellern von E-Autos (11/2017)

Das Thema Elektromobilität ist höchst interessant – ganz offensichtlich leben wir in Zeiten des Umbruchs in der Automobil-Branche und mittlerweile gehört es auch bei den etablierten Automobil-Herstellern gewissermaßen zum guten Ton, zumindest ein Modell mit Elektro-Antrieb anzubieten (oder es gerade zu entwickeln). Und dann gibt es einige Unternehmen, die nicht aus dem traditionellen „Verbrennungsmotor-Geschäft“ kommen, sondern von Anfang an auf Elektro-Mobilität setzen. Da ist natürlich Tesla zu nennen, und in China auch BYD, die zudem im Bereich der Batterien Forschungsarbeit geleistet haben, auf die sie nun in praktischen Anwendungen (auch für Elektro-Busse) zurückgreifen können. Doch je mehr Anbieter sich in der Branche tummeln, desto stärker wird auch die Konkurrenz. Das zeigte sich auch jüngst bei BYD, die bei Vorlage der Quartalszahlen einen deutlichen Gewinnrückgang vermeldeten. Und Tesla kam nicht aus der Verlustzone raus, sondern weitete die Verluste sogar aus. Sind das die Auswirkungen verstärkter Konkurrenz, die auf die Margen drückt? Ein spannender Sektor, bei dem Anleger aber natürlich wie letztlich überall genau hinschauen sollten, welche Aktien sie kaufen – insbesondere der Blick auf die Bewertungen kann nur empfohlen werden.

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Klarstellung

Betrachten Sie unsere Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben. Stand der Konditionen: November 2017

Bildquelle: pixabay.com

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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