Hintergründe: MDAX-Aufsteiger Steinhoff Itl.

Die Deutsche Börse Group hat gesprochen: Die Zusammensetzung der DAX-Indizes ändert sich. Im Fall des MDAX bedeutet dies, dass das Möbelhandelsunternehmen „Steinhoff International“ in diesen Index aufsteigen soll. Die Änderungen sollen zum 21. März greifen. Dieses Unternehmen ist durchaus „schillernd“ – hier einige Hintergründe zum MDAX-Aufsteiger Steinhoff International:

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Überblick über die Firmengeschichte von Steinhoff International
  • 2015: Razzia gegen Europa-Zentrale von Steinhoff
  • Steinhoff International Holdings: 2015 starkes Wachstum
  • Kaufen institutionelle Investoren die Steinhoff-Aktie?
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Zunächst die Fakten zur anstehenden MDAX-Änderung. Neu aufgenommen in den Index werden (per Stichtag 21. März 2016) Alstria Office REIT-AG (die sich zuvor im SDAX befanden) und Steinhoff International. Damit die Zahl der Index-Mitglieder konstant bleibt, müssen ergo zwei Aktien absteigen. Dies sind: Klöckner & Co sowie der Zulieferer aus dem Bereich Automobile ElringKlinger. Nun konkret zu Steinhoff International:

Überblick über die Firmengeschichte von Steinhoff International

Steinhoff International – korrekterweise heißt es vollständig: „Steinhoff International Holdings“ – hat die operative Zentrale in Südafrika, der Firmensitz der Holding ist jedoch in Amsterdam, und gegründet wurde das Unternehmen in den 1960ern in Deutschland. Deswegen das Adjektiv „schillernd“ in der Einleitung! Zum Zeitpunkt der Gründung des Unternehmens spezialisierte es sich auf die Importe von Möbeln aus dem damaligen Ostblock. Nach der Wiedervereinigung konzentrierte sich die Gesellschaft dann konsequenterweise auf den Aufbau einer eigenen Produktion in Osteuropa und den neuen Bundesländern. 1998 dann eine Umstrukturierung, Verlegung des Firmensitzes nach Südafrika, und diverse Übernahmen von Australien bis Südafrika. Dieses Wachstum hatte Auswirkungen: Laut Wikipedia ist Steinhoff International in Europa inzwischen der zweitgrößte Möbelhändler (nach Ikea).

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Quelle: Wikipedia-Eintrag zu Steinhoff International Holdings

2015: Razzia gegen Europa-Zentrale von Steinhoff

In Deutschland bekannt dürfte wohl insbesondere die Discounter-Möbelkette „Poco“ sein, die zu Steinhoff International Holdings gehört. Ende 2015 dann wurde das Erstlisting der Aktie von Johannesburg nach Frankfurt verlegt. Wie gesagt, gehandelt werden die Aktie der „Steinhoff International Holding“ mit Sitz in Amsterdam. Negativ fiel allerdings auf, dass es eine Razzia gegen die Europa-Zentrale von Steinhoff gab. Das Handelsblatt meldete dazu, dass die Staatsanwaltschaft Oldenburg Vorwürfen gegen vier Manager nachging, die „jahrelang überhöhte Umsätze gebucht“ haben sollen.

Quelle: Handelsblatt-Artikel „Steinhoff International Börsengang ohne Chef“

Steinhoff International Holdings: 2015 starkes Wachstum

Der Blick auf die offiziellen Zahlen zeigt bei Steinhoff International Holdings eindeutig „Wachstum“: Im den 12 Monaten bis zum 30.6.2015 konnten die Umsätze aus fortzuführenden Aktivitäten um 134,9 Mrd. südafrikanische Rand gesteigert werden (rund 9,8 Mrd. Euro). Das Ebitda kletterte sogar um rund 20% auf 17,5 Mrd. südafrikanische Rand (rund 1,3 Mrd. Euro. Die Dividende wurde um 10% auf 165 Rand angehoben.

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Kaufen institutionelle Investoren die Steinhoff-Aktie?

Einigen Analysten gefällt die Aktie: So hoben die Analysten von Nomura am 4. März 2016 ihr Kursziel für die Aktie von 4,80 auf 5,30 Euro an, Bewertung „Buy“. Es könnte in den nächsten Wochen durchaus zu einigen Käufen der Aktie durch institutionelle Investoren kommen – ganz einfach deshalb, weil die Aktie nun im MDAX ist. Manche instutitionellen Investoren müssen/sollen eben diesen Index abbilden. Doch es bleiben Fragezeichen, so irritiert natürlich die erfolgte Razzia.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

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Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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