Inflation auf höchstem Stand seit 2011

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 09.06.2021


Die Inflation in Deutschland steigt im Mai auf den höchsten Stand seit September 2011 und liegt bei 2,5 Prozent. Hintergrund sind vor allem die hohen Preise für Öl und Gas. Die Verbraucherpreise für Waren und Dienstleistungen stiegen damit im Durchschnitt um 2,5 Prozent mehr als im letzten Jahr. Dies geht aus einer ersten Schätzung hervor. Im April lag die Inflationsrate noch bei zwei Prozent. Aktien aus aller Welt sind, laut unserem XTB Test, bei XTB handelbar.

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Energiekosten stiegen um zehn Prozent

Die Energiekosten stiegen im Vergleich zum letzten Jahr um zehn Prozent. Die Importpreise für Erdöl und Gas sind doppelt so hoch wie im letzten Jahr. Dies hängt allerdings auch damit zusammen, dass die Preise für Energie im letzten Jahr zu Beginn der Corona-Pandemie stark sanken.

Außerdem wurde zu Jahresbeginn eine Abgabe von 25 Euro für eine Tonne CO2 eingeführt. Die Preise für Nahrungsmittel stiegen im Mai dagegen nur um 1,5 Prozent. Für Dienstleistungen mussten die Verbraucher 2,2 Prozent mehr bezahlen und Mieten wurden durchschnittlich 1,3 Prozent teurer.

Die sind allerdings nur vorläufige Daten, denn die endgültigen Werte werden erst Mitte Juni bekannt gegeben. Experten gehen davon aus, dass die Preise, die ohnehin seit Jahresbeginn gestiegen sind, weiter nach oben gehen. Neben höheren Preisen für Waren könnten auch Dienstleistungen bald teurer werden.

Inflation auf höchstem Stand seit 2011

Ende der hohen Inflation nicht in Sicht

Sobald die Angebotsengpässe, die derzeit überall auf der Welt vorhanden sind, könnten die Preise wieder sinken. Insbesondere niedrigere Rohstoffpreise könnten die Inflation wieder sinken lassen. Dies ist aber bisher nicht in Sicht. Derzeit gehen einige Ökonomen sogar davon aus, dass die Inflationsrate in der zweiten Jahreshälfte auf bis zu vier Prozent steigen könnte. Dies geht auch auf die zwischenzeitlich gesenkte Mehrwertsteuer zurück. Durch diesen Effekt erhöhen sich die Preise im Vergleich zum letzten Jahr automatisch.

Dennoch gehen Experten weiter davon aus, dass die hohe Inflation nur kurzfristig sein wird. Spätestens im nächsten Jahr werden die Werte wohl wieder auf einem üblicheren Niveau sein. Deutschland und andere Länder der Eurozone könnten langfristig weiter eine eher zu niedrige Inflationsrate haben. Die EZB gibt als Ziel für stabile Preise seit Jahren eine Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent aus, verfehlte zuletzt dieses Ziel aber immer wieder.

Kurzfristig erwartet aber auch die EZB-Direktorin Isabel Schnabel eine Inflationsrate von über drei Prozent in Deutschland, sieht aber keinen Grund, geldpolitisch dagegen vorzugehen. Sie geht weiter von einer kurzfristigen Schwankung aus, wie sie in einem Interview mit RTL und ntv sagte. Allerdings steigen die Rohstoffpreise derzeit enorm.

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Importpreise für Rohstoffe steigen

Die Importpreise für Erdöl und andere Rohstoffe stiegen im April so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr. Laut dem Statistischen Bundesamt waren sie im April 10,3 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Zuletzt war der Preisanstieg im Dezember 2010 ähnlich hoch. Im März stiegen Importpreise um fast sieben Prozent, im Februar nur um 1,4 Prozent.

Erdöl war zuletzt besonders teuer und verzeichnete einen Preisanstieg von 198 Prozent. Für Mineralölerzeugnisse mussten 76,6 Prozent mehr ausgeben werden und für Erdgas 57,6 Prozent. Bei importiertem Strom stiegen die Preise um 200 Prozent. Würde man bei den Importpreisen im April die Preise für Energie herausrechnen, wären die Importpreise nur um 4,8 Prozent gestiegen. Zudem stiegen in den letzten Monaten auch die Preise für andere Rohstoff. So wurden beispielsweise Eisenerze im April 76,8 Prozent teurer und Kupfer 58,2 Prozent. Die Preise für Notebooks oder Autos veränderten sich dagegen kaum.

steigende Inflation

Höhere Inflation in den USA

Die hohen Rohstoffpreise erhöhen laut Experten den Inflationsdruck weiter. In Frankreich stieg die Inflation im Mai laut dem dortigen Statistikamt Insee um 1,8 Prozent und damit auf den höchsten Wert seit Ende 2018. Die Inflationsrate in den USA stieg im April um 4,2 Prozent. Im Mai stieg die Inflationsrate in den USA weiter und lag im Mai auf dem höchsten Wert seit September 2011. Die Verbraucherpreise in den USA steigen so stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Dort wird die Situation schon mit den 1970er-Jahren verglichen, als die Preise zeitweise enorm hoch waren. Die hohen Preise in den USA hängen auch mit den Konjunkturprogrammen von Präsident Joe Biden und der lockeren Geldpolitik der Fed zusammen.

Die Preise für alle wichtigen Waren stiegen in den USA zuletzt deutlich. Die Konsumentenpreise, die die Grundlage für den wichtigen PCE-Index der Fed sind, stiegen im April laut dem Bureau of Economic Analysis um 3,6 Prozent. Bei der Kernrate, bei der schwankungsanfällige Preise für Lebensmittel und Energie nicht berücksichtigt werden, lag der Anstieg bei 3,1 Prozent und damit so hoch wie zuletzt 1994.

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Sorge vor Überhitzung der US-Wirtschaft

An der Börse und unter Ökonomen in den USA gibt es daher die Sorge vor einer Überhitzung der US-Wirtschaft und einer deutlich zu hohen Inflation. Die US-Wirtschaft wächst gerade enorm, da dort die Wirtschaft nach großen Fortschritten bei Impfungen wieder anzieht. Damit ist auch eine hohe Nachfrage nach Rohstoffen verbunden. Damit steigen die Energiepreise.

In den 1970er-Jahren wollte der damalige Präsident Richard Nixon die Wirtschaft, die sich in einer Rezession befand, ankurbeln. Ein Hintergrund waren die hohen Kosten, die durch den Vietnamkrieg verursacht wurden, und umfangreicher Sozialreformen. Nixon befürwortete, dass die Notenbank eine weniger aggressive Geldpolitik mit niedrigen Zinsen verfolgte.

In der Folge stieg die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen und die Löhne und Verbraucherpreise zogen an. Die Ölkrise war damals eine weitere Herausforderung, die die Preise zeitweise massiv steigen ließ. Daraus resultierte eine sogenannte Stagflation. Mit diesem Begriff wird eine Kombination aus Konjunkturkrise und hoher Inflation beschrieben. Damit gingen Firmenpleiten und Massenentlassungen einher.

Inflation steigt

US-Inflation 1980 bei 14,5 Prozent

Dennoch wurden weiter eine expansive Geldpolitik und ambitionierte Beschäftigungsziele verfolgt. Noch 1964 lag die Inflation nach Zahlen der Federal Reserve Bank of St. Louis bei nur einem Prozent, zehn Jahre später bei zwölf Prozent und 1980 sogar bei fast 14,5 Prozent. Von diesen hohen Zahlen sind die USA noch weit entfernt. Zudem ist die Zentralbank mittlerweile unabhängig, damit die Regierung weniger Einfluss auf die Geldpolitik nehmen kann.

Nun werden in den USA aber viele Gelder durch die Regierung und die Notenbank ausgeschüttet. Die Privatbank Donner & Reuschel beziffert die Konjunkturpakete der letzten Monate auf 5,3 Billionen Dollar. Allein das erste Konjunkturpaket von Joe Biden umfasste 1,9 Billionen Dollar und damit fast ein Zehntel der jährlichen Wirtschaftsleistung.

Das angestrebte Infrastrukturprogramm soll über zwei Billionen Dollar umfassen. Dazu ist ein Paket für Familien mit einem Umfang von 1,8 Billionen Dollar geplant. Im kürzlich vorgelegten Haushaltsentwurf sind Ausgaben von sechs Billionen Dollar für das nächste Jahr vorgesehen, was fast 37 Prozent mehr sind als 2019. Die Fed gibt weiterhin 120 Milliarden Dollar im Monat aus, um Wertpapiere aufzukaufen.

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Inflationsrisiko auch in den USA als gering eingestuft

Regierung und Notenbank wollen auf diesem Weg die etwa acht Millionen Jobs zurückholen, die aufgrund der Pandemie verloren gegangen sind. Im April entstanden deutlich weniger neue Jobs als erhofft. Noch immer fehlen im Vergleich zu vor der Krise 7,5 Millionen Jobs. Allerdings gehen auch in den USA die Verantwortlichen davon aus, dass kein erhöhtes Risiko besteht. Inflation und Engpässe bei der Produktion seien laut der Fed nur vorübergehend. Finanzministerin Janet Yellen rechnet mit hohen Inflationsraten bis Jahresende und dazu ist Yellen für einen Zinsanstieg. Zudem wird auf Basiseffekte, also auf die sehr geringen Ausgangszahlen aus 2020, verwiesen.

Die Verbraucher in den USA zeigen sich allerdings verunsichert. Dies zeigt eine Umfrage der Universität Michigan. Die Amerikaner rechnen demnach damit, dass die Jahresinflation auf 4,6 Prozent steigt. Wie sich die Inflation weiter entwickelt, hängt auch von der Entwicklung der Löhne ab, die in Deutschland in den ersten Monaten des Jahres nur leicht gestiegen sind.

Inflation steigt weiter

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Fazit: Inflation steigt weiter

Die Inflation in Deutschland stieg im Mai auf den höchsten Wert seit 2011. Dies hängt vor allem mit den hohen Energiepreisen zusammen. In einer ersten Schätzung geht das Statistische Bundesamt von einer Teuerungsrate von 2,5 Prozent aus. In den USA ist die Inflation noch höher. Dort wird bereits vor einer Überhitzung der Wirtschaft gewarnt.

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