Iran: Gute Aussichten für die deutsche Wirtschaft

Nach der Einigung im sogenannten „Atom-Streit“ mit dem Iran sollen planmäßig innerhalb der nächsten Monate (voraussichtlich erstes Quartal 2016) die Wirtschaftssanktionen gegen das Land schrittweise wegfallen. Das bedeutet natürlich auch, dass sich die Chance auf für beide Seiten vorteilhafte wirtschaftliche Geschäfte ergibt. Ich habe mir die Situation im Land einmal vor Ort angesehen – hier ein kurzer Bericht aus dem Iran.

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Renault exportierte vor den Sanktionen fast 100.000 PKWs in den Iran
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Das ist wirklich mal was anderes als die üblichen Reiseziele. Ich melde mich hiermit aus dem Iran. Vor einigen Jahren hatte das Land angekündigt, eine Rohöl-Börse aufbauen zu wollen, an der nicht in US-Dollar gehandelt wird. Nun, nach der erfolgten Einigung im „Atom-Streit“ dachte ich mir, ich schaue mir die Lage einmal vor Ort an. Gedacht, getan.

Mein Eindruck ist eindeutig: Diese geplante Rohöl-Börse sieht nach keinem großen Wurf aus. Ganz einfach deshalb, weil die Käufer von iranischem Erdöl regelrecht in US-Dollar schwimmen und deshalb durchaus gerne mit diesen bezahlen. Denken Sie nur an China mit seinen billionenschweren Devisenreserven (größtenteils in US-Dollar gehalten) oder auch Japan. Und diese beiden gehören zu den Importeuren iranischen Erdöls.

Nächste Erkenntnis: Nicht Erdöl, sondern Erdgas ist im Fall des Iran „das nächste große Ding“. Und zwar deshalb: Der Iran taucht in der Liste der 10 größten Erdgas-Exporteure der Welt nicht auf. Da dominieren auf Platz 1 natürlich Russland und auf Platz 2 Norwegen mit seinem Erdgas aus der Nordsee.

Wenn es um die Höhe der Erdgasreserven geht, sieht es hingegen ganz anders aus. Erdgas-Reserven – das sind die mit der heutigen Technologie und zu heutigen Marktpreisen gewinnbaren Mengen an Erdgas. Und diesbezüglich steht Norwegen auf einmal auf Platz 18. Und auf Platz 2 (nach Russland) steht niemand anderes als der Iran. Dieses Land hat den verfügbaren Zahlen zufolge die zweithöchsten Erdgas-Reserven der Welt.

Es wundert mich deshalb gar nicht, dass ab November ein großes Erdgasfeld im Persischen Golf angezapft werden soll. Da soll es um nicht weniger als eine Milliarde Kubikfuß gehen. Und erklärter Wunsch der Iraner wäre es, dass die Europäische Union nun aus dem Iran Erdgas bezieht. Eine verstärkte wirtschaftliche Zusammenarbeit insbesondere mit Deutschland sei sehr erwünscht, wurde mir hier des Öfteren versichert.

Renault exportierte vor den Sanktionen fast 100.000 PKWs in den Iran

Und was soll ich sagen: Bereits am Flughafen Teheran war ich mit deutschen Geschäftsleuten ins Gespräch gekommen, die diesbezügliche Möglichkeiten ausloten möchten. Darunter auch Vertreter börsennotierter Konzerne – keine Frage, dass ich da sehr interessiert nachgefragt habe. Das könnte auch für die betreffenden Aktienkurse durchaus relevant sein. In einem Hotel in Teheran trafen sich vor einigen Tagen übrigens Vertreter(innen) von sage und schreibe 150 französischen Firmen mit iranischen Behörden/Finanzinstituten. Man sollte nicht vergessen, dass z.B. Renault vor den Sanktionen immerhin fast 100.000 PKWs in den Iran exportiert hat (Quelle: Teheran Times). Keine Frage, dass die französischen Unternehmen daran gerne wieder anknüpfen möchten. Und auch die deutsche Wirtschaft hatte bekanntlich im Iran traditionell einen guten Stand.

Klarstellung

Ich weise darauf hin, dass ich in Aktien von SMA Solar investiert habe. Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, mit diesem Basiswert zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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