K+S: Nach dem Kurseinbruch

Erstaunlich, was für Kurssprünge es in den letzten Wochen auch bei „Blue Chips“ gab, in diesem Fall DAX-Titeln. Nein, es geht diesmal nicht um Volkswagen, sondern um die K+S Aktie – ebenfalls ein DAX Titel bekanntlich. Letzten Montag sackte der Titel innerhalb eines einzigen Handelstages um mehr als 25% nach unten. Mit einem Schlag hatte sich Übernahmephantasie in Luft aufgelöst. Zu den interessanten Hintergründen:

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

  • Michael Vaupel
  • Klarstellung

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Diesmal war es ein kanadisches Unternehmen, welches für das massive Minus bei der K+S Aktie sorgte: Und zwar ließ Potash Corp. mitteilen, dass sich die Übernahmepläne in Bezug K+S erledigt hätten. Die Kanadier waren an K+S interessiert, wahrscheinlich weil das hessische Unternehmen in Kanada in der Nähe der Vorkommen von Potash eine Kali-Mine entwickelt und dazu Hunderte Millionen bis Milliarden Euro investiert. Und Konkurrenz direkt vor der eigenen Haustür – das gefiel Potash Corp. offensichtlich nicht. Deshalb wohl der Gedanke…warum kaufen wir diesen potenziell lästigen Konkurrenten nicht einfach auf…

Es gab monatelang ein gewisses „Hickhack“ – Sie haben es wahrscheinlich mitbekommen. Das Management von K+S lehnte die Übernahmepläne von Potash Corp. ab. Das Angebot sei zu niedrig, hieß es. Dann meldeten sich auch Lokalpolitiker zu Wort, denen es laut eigener Aussage um Garantien für die Arbeitsplätze von K+S in Deutschland im Falle einer Übernahme durch ein ausländisches Unternehmen ging. Und dann versuchte Potash Corp. diversen Meldungen zufolge besonders die institutionellen Aktionäre von K+S davon zu überzeugen, dass eine Übernahme durch Potash Corp. auch in deren Interesse sei. Vielleicht verliefen diese Gespräche nicht erfreulich im Sinne der Absichten von Potash Corp. Am Montag jedenfalls hieß es dann, dass man die Übernahmepläne ad acta gelegt hatte.

Und daraufhin verlor dann die K+S Aktie so massiv – das Unternehmen verlor an diesem Tag rund ein Viertel seiner Marktkapitalisierung. Für mich sieht das durchaus nach einer „spekulativen Übertreibung nach unten“ aus. Interessant finde ich z.B., dass das Düsseldorfer Bankhaus Lampe nach dieser Mitteilung von Potash Corp. das Kursziel für K+S unverändert bei 46 Euro belassen hat (mit dem Fazit: „Kaufen“). Nach dem Kursrutsch würde das rund einer Verdoppelung entsprechen. Die Analyse ist von Dienstag. Es hieß unter anderem, dass die Kalipreise von einer Produktionskürzung der Konkurrenten profitieren würden.

Nun, ich finde, da liegt der Hase im Pfeffer. Denn derzeit wissen wir eben nicht, was die großen Konkurrenten wie Uralkali vorhaben. Bahnen sich da neue Allianzen an, Kartelle mit künstlicher Verknappung? Davon könnte auch K+S profitieren – denn wenn der Kalipreis steigt, profitieren auch kleinere Anbieter, die gar nicht am Kartell beteiligt sind. Oder gibt es im Gegenteil Pläne für Preiskampf, um so Marktanteile zu gewinnen? Das würde tendenziell auf Kosten der Profitabilität auch von K+S gehen. Diese Frage ist derzeit noch offen – und sie könnte für K+S durchaus wichtig sein, während viele Anleger(innen) offensichtlich in erster Linie auf das Thema „Übernahmephantasie“ schauen.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, mit diesem Basiswert zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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