KTG Agrar Anleihe unter Druck

In den letzten Wochen fiel mir auf, dass die Anleihen von KTG Agrar zwischenzeitlich deutlich unter Druck geraten sind. Von rund 100% des Nominalwertes auf gut 80% des Nominalwertes in einigen Wochen – das ist für eine Anleihe durchaus eine starke Kursbewegung. Hier der Blick auf Details dazu:

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • KTG Agrar: Hohe Schuldenlast von 620,9 Mio. Euro
  • Ackerland: Die Fläche sinkt
  • Unterschiedliche Entwicklung je nach Nutzung
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Der Nominalwert liegt üblicherweise bei 1.000 Euro, Notierungen erfolgen dann in Prozent des Nominalwertes. Bei KTG Agrar machen sich einige Anleger(innen) offensichtlich Sorge über die Höhe der Schulden des Unternehmens. Denn die sind nicht nur hoch – sondern auch noch gestiegen. Konkret: Per 30.6.2014 waren es laut offiziellen Zahlen des Unternehmens 549,4 Mio. Euro Schulden. Ein Jahr später, am 30.6.2015, waren es dann 620,9 Mio. Euro. Das sind die jüngsten Zahlen = Halbjahreszahlen 2015. Die nächsten regulär anstehenden Daten sind dann die Zahlen für das gesamte Geschäftsjahr 2016.

KTG Agrar: Hohe Schuldenlast von 620,9 Mio. Euro

KTG Agrar Anleihe unter DruckZum Vergleich: Per 30.6.2015 lagen die flüssigen Mittel von KTG Agrar laut Geschäftsbericht bei 18,0 Mio. Euro, und die Umsätze lagen im ersten Halbjahr 2015 bei 113,2 Mio. Euro. Vor diesem Hintergrund sind 620,9 Mio. Euro Schulden schon ein Brocken. Die Eigenkapitalquote liegt auch mit 16,0% (per 30.6.2015) relativ niedrig. Dies könnte die Abschläge bei der Anleihe erklären – zumal 2017 210 Mio. Euro refinanziert werden, da dann eine der Anleihen des Unternehmens ausläuft. Grundsätzlich ist das Unternehmen allerdings aussichtsreich aufgestellt:

Ackerland: Die Fläche sinkt

Denn dieser Trend ist durchaus eindeutig: Das deutsche Statistische Bundesamt teilte mit, dass die landwirtschaftlich genutzte Fläche in der Bundesrepublik seit Jahren zurückgeht. Alleine im Jahr 2012 ging den Zahlen zufolge die landwirtschaftliche Fläche um 37.000 Hektar zurück. Dieser Rückgang ist mehr als die Fläche der Stadt Bremen. Und was knapp wird, wird tendenziell teurer – und KTG Agrar besitzt und pachtet Ackerland. Ein knappes Gut: Denn seit 1995 beträgt der Rückgang der Ackerflächen in Deutschland sogar knapp 700.000 Hektar. Dazu einige Zahlen: Die landwirtschaftlich genutzte Fläche fiel von 17,344 Mio. Hektar im Jahr 1995 auf 16,684 Mio. Hektar im Jahr 2012.

Unterschiedliche Entwicklung je nach Nutzung

Dabei verlief die Entwicklung bei einzelnen Nutzpflanzen durchaus unterschiedlich, wie diese Zahl zeigt: So wurden für Feldgras und Leguminosen (z.B. Erbsen) sowie Silomais seit 2003 fortlaufend mehr Flächen verwendet. Auch die Flächen für den Anbau von Raps und anderen Ölfrüchten nahmen zu. Seit 1995 ist deren Anbaufläche um rund 20% gestiegen – insgesamt jedoch kam es bei den Ackerflächen zu dem oben beschriebenen Rückgang.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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