Lufthansa am Heimatmarkt mit Zuwächsen!

Die Lufthansa stand in den letzten Monaten nicht gerade mit positiven Schlagzeilen in den Medien. Der Streit des Lufthansa-Managements mit der Pilotengewerkschaft Cockpit e.V. wurde nicht selten mit gegenseitigen Appellen, Schuldzuweisungen und harten Arbeitskämpfen ausgetragen. Leider auch auf dem Rücken von eigentlich unbeteiligten Fluggästen.

Umso überraschender deshalb für mich die Aussage des Lufthansa Vorstandsvorsitzenden Carsten Spohr – ich zitiere:

„Wir haben zumindest in den letzten Monaten in Deutschland unseren Marktanteil wieder erhöhen können."

Quelle: Carsten Spohr im Interview

Offensichtlich wurden diese Marktanteile vom kriselnden Konkurrenten Air Berlin gewonnen. Das relativiert diesen Gewinn etwas, finde ich: Einem kriselnden Konkurrenten Marktanteile abzunehmen dürfte leichter sein als sich in einem Markt voll starker Konkurrenten zu behaupten. Aber, immerhin.

Inhaltsverzeichnis

  • Lufthansa: Zugewinne im Inland – auf Kosten von Air Berlin?
  • Eckdaten Lufthansa Konzern
    • Klarstellung
    • Michael Vaupel

Lufthansa: Zugewinne im Inland – auf Kosten von Air Berlin?

Die Zugewinne auf Kosten von Air Berlin könnten aber auch bald schon wieder zu Ende sein. Denn die arabische Airline Etihad ist bei Air Berlin eingestiegen – und deren Finanzmittel sind bekanntlich beachtlich. Etihad kann bei Bedarf auch auf staatliche Gelder des Emirats Abu Dhabi zurückgreifen, denn das ist der Eigentümer von Etihad.

Nun ist die Frage, was die Araber mit Air Berlin vorhaben. Carsten Spohr jedenfalls bringt den durchaus richtigen Einwand: Staatliche Gelder sollten gleichgestellt werden – egal, ob sie aus einem EU-Kernland oder aus Abu Dhabi kommen. Die EU könne schlecht staatliche Hilfen nationaler Regierungen in Europa behindern, dafür aber einer staatlichen Airline aus Abu Dhabi unbegrenzte Staatsbeihilfen erlauben.

Dieser berechtigte Einwand ist laut Carsten Spohr wohl nicht nur auf taube Ohren gestoßen:
„Wir haben übrigens das Gefühl, dass unsere Argumente in Berlin und Brüssel gehört werden", so Spohr in der Süddeutschen Zeitung.

Auch ansonsten zeigte sich Carsten Spohr zuletzt recht optimistisch. Die Lufthansa hat eine neue Kategorie – „Premium Economy Class“ – eingeführt, diese habe sich bewährt. Auf den Strecken, auf denen die neue Kategorie angeboten werde, gelte:

  1. Die Marktanteile haben sich erhöht
  2. Der Umsatz habe sich um einen zweistelligen Prozentsatz erhöht

Insgesamt bleibt die Lufthansa weiter einer der Riesen unter den Airlines in Europa:

Eckdaten Lufthansa Konzern

  • 700 Flugzeuge
  • Mehr als 30 Mrd. Euro Umsatz
  • Mehr als 100 Mio. Passagiere pro Jahr
  • Rund 117.000 Beschäftigte
  • Über 77.000 Flüge pro Monat

Quelle Lufthansa Statistiken

Die Börsianer hingehen sind nicht so optimistisch wie der Lufthansa-Chef: An der Börse notiert die Lufthansa-Aktie mit rund 14 Euro (15. Dezember 2014) deutlich unter ihrem bisherigen Jahreshoch von rund 20 Euro.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, mit diesem Basiswert zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Michael Vaupel

Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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