Manz-Aktie im Abwärtstrend

Zu einer der großen Enttäuschungen im TecDAX gehörte letztes Jahr die Manz-Aktie. Auf Jahressicht hat sich der Kurs der Aktie in etwa halbiert, es gab einige Hiobsbotschaften des Unternehmens. Die „Krönig“ des ganzen war dann kurz vor Weihnachten der Rausschmiss der Aktie aus dem TecDAX: Zum 21.12.2015 musste die Aktie ihren Platz im TecDAX an Siltronic abgeben. Hier ein Rückblick und eine aktuelle Einschätzung zur Manz-Aktie:

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Manz: Letzten Oktober massive Umsatzwarnung
  • Manz: 2015 weiter tiefrote Zahlen
  • Manz: Wird 2016 die Wende zum Positiven bringen?
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Die Manz-Aktie hat die schönen Kursgewinne des Jahres 2014, die noch ins Folgejahr (bis Frühling 2015) liefen, inzwischen wieder abgegeben und steht wieder auf dem Niveau von Sommer 2013. Das 1-Jahres-Hoch von rund 96 Euro ist angesichts der aktuellen Notierung (rund 30,50 Euro heute im frühen Handel) weit entfernt. Grund für das Debakel ist die Tatsache, dass Manz seine Prognose für 2015 mehrfach absenken musste. Eine Senkung der Prognose kann vorkommen – ein „mehrfaches“ Senken allerdings enttäuschte die Anleger(innen) offensichtlich besonders arg. Und dann der Umfang:

Manz: Letzten Oktober massive Umsatzwarnung

Zunächst meldete der Maschinenbauer, dass der Umsatz 2015 leicht hinter dem Vorjahresumsatz von rund 305,9 Mio. Euro zurückbleiben könnte. So weit, so unspektakulär. Doch dann letzten Oktober die drastische Umsatzwarnung: Es sollen nur 200 bis 210 Mio. Euro Umsatz im Geschäftsjahr 2015 werden. Gegenüber dem Vorjahreswert von 305,9 Mio. Euro war das dann doch etwas mehr als ein „leichter“ Rückgang – nämlich ein Umsatzschwund um rund ein Drittel! Kein Wunder, dass der Kurs der Aktie umgehend einbrach. Ein Drittel verlor der Kurs innerhalb kurzer Zeit.

Manz: 2015 weiter tiefrote Zahlen

Manz-Aktie im AbwärtstrendUnd damit schreibt Manz auf operativer Basis (Ebit = Ergebnis vor Zinsen und Steuern) weiterhin tiefrote Zahlen. 2014 lag das Ebit bei -32,8 Mio. Euro – nun sollen es 2015 weiterhin Verluste im „mittleren zweistelligen Millionenbereich“ gewesen sein. Mittlerer zweistelliger Millionenbereich – ist das nun besser oder schlechter als -32,8 Mio. Euro? Ich fände es durchaus wichtig zu wissen, welche Tendenz das operative Ergebnis nimmt. Angesichts dieser schwammigen Prognose ist aber alles möglich, von einer Verbesserung bis hin zu einer Verdoppelung des operativen Verlustes.

Manz: Wird 2016 die Wende zum Positiven bringen?

Die Gründe für die Umsatzwarnung sind laut Unternehmen „Auftragsverschiebungen“ in zwei Geschäftsbereichen. Wenn es denn so wäre, dann wäre es ja keine Katastrophe: Ob ein Umsatz nun noch 2015 verbucht wurde oder erst 2016, ist für die Einschätzung des fundamentalen Geschäftsfeldes nicht entscheidend. Ich habe angesichts der bisherigen Prognosen des Managements allerdings den Verdacht, dass sich die „Verschiebungen“ doch negativer auswirken werden, als es dem Wortlaut der Meldung nach klingt. Dies zusammen mit der Ungewissheit in Bezug auf die Höhe der operativen Verluste könnten den Aktienkurs weiter belasten bzw. eine stärkere Erholung verhindern. Gut klingt, dass man sich auf den Wachstumsbereich „Energy Storage“ konzentrieren möchte, das ist schließlich ein Wachstumsmarkt. Aber ob das ausreichen wird, wegbrechende Umsätze in anderen Geschäftsbereichen mindestens auszugleichen, ist zum derzeitigen Zeitpunkt völlig offen. Immerhin ist eine Perspektive da, aber mit vielen Fragezeichen und Skepsis in Bezug auf die Entwicklung von Manz im laufenden Geschäftsjahr.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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