Nestlé Aktie kurz vor Allzeithoch

Der Chart der Nestlé Aktie ist seit Jahren im Grunde ein Traum für jeden eher defensiven Anleger. Nach einer gewissen Korrekturphase in der ersten Oktoberhälfte hatte der Kurs zuletzt wieder an Fahrt gen Norden aufgenommen – und das Allzeithoch ist nun nur noch weniger als 1,50 Schweizer Franken entfernt. Kurzfristig belastet hatten die 9-Monats-Zahlen des Konzerns – da hatten sich einige wohl mehr erhofft. Ich habe mir die Zahlen einmal genauer angeschaut. Hier der Blick auf einige Details:

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Aufschlüsselung Umsatzentwicklung bei Nestlé
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Wie in der Einleitung erwähnt: Die 9-Monats-Zahlen von Nestlé kamen nicht besonders gut an. Aber es wäre sozusagen Jammern auf sehr hohem Niveau, wenn man sich über diese Zahlen beklagen würde. Der Umsatz lag bei 64,9 Mrd. Franken – doch um das einzuordnen, macht es einem Nestlé nicht besonders leicht.

Aufschlüsselung Umsatzentwicklung bei Nestlé

  • Denn: Es wird von einem „organischen Wachstum“ von 4,2% gesprochen. Nestlé schlüsselt das noch weiter auf: Dieser Zuwachs von 4,2% setzte sich zusammen aus 2,0% internem Realwachstum und 2,2% Preisanpassungen. Ein Konzern wie Nestlé hat natürlich eine höhere Marktmacht und damit Preisgestaltungsspielräume als ein kleiner Anbieter bzw. ein Anbieter von „no name“-Produkten.
  • Die Umsatzveränderung wurde dann um 0,4 Prozentpunkte beeinflusst. Dies ist der Netto-Effekt von Übernahmen bzw. Verkäufen bestehender Geschäftsbereiche laut den Zahlen.
  • Dann gab es Wechselkurseffekte – aus Sicht von Nestlé waren die negativ und beeinflussten den Umsatz in Höhe von 6,7%.
  • Interessanterweise konnte Nestlé in den „aufstrebenden Märkten“ (= Emerging Markets) höhere Umsatzzuwächse verbuchen, dort lag das Wachstum den Zahlen zufolge bei 6,8%.

Quelle: Medienmitteilung Nestlé zu den 9-Monats-Zahlen 2015

Da bleiben keine Fragen offen, auch wenn es leicht unübersichtlich ist, finde ich. Insgesamt führte das dazu, dass der Umsatz von Nestlé in den ersten 9 Monaten des Jahres 2015 leicht zurückging. Ich finde diese obige Aufschlüsselung aber nicht schlecht, denn dadurch wird deutlich, dass dieser leichte Umsatzrückgang ausschließlich aufgrund der Wechselkurseffekte zustande kam. Natürlich, der starke Schweizer Franken. Das ist ein „externer Faktor“, den Nestlé nicht in der Hand hat. Da, wo das Unternehmen die Entwicklung in der Hand hat, sah es hingegen recht gut aus. 4,2% organisches Wachstum ist für einen Konzern von der Größe von Nestlé durchaus passabel.

Der Kursabschlag nach den Quartalszahlen war deshalb auch schon gegen Ende Oktober wieder hereingeholt. Nun nimmt der Kurs wie gesagt Anlauf auf sein Allzeithoch, welches bei 77 Schweizer Franken liegt. Unterstützung könnten aktuelle Analysen geben – so hob Morgan Stanley gestern das Kursziel für die Nestlé Aktie auf 85 Schweizer Franken an, das Rating lautet „Overweight“.

Was sagt das Management selbst in seinem Ausblick? Ich zitiere aus der obigen Medienmitteilung: „Für das Gesamtjahr erwarten wir ein organisches Wachstum von rund 4,5% mit Verbesserung der Margen und des nachhaltigen Gewinns pro Aktie bei konstanten Wechselkursen und der Kapitaleffizienz.“

Wenn die ersten 9 Monate ein organisches Wachstum von 4,2% gebracht haben und für das Gesamtjahr 4,5% prognostiziert werden, dann sind die Erwartungshaltungen natürlich relativ hoch, dass es ein sehr gutes viertes Quartal geben wird. Wenn sich die Margen verbessern sollten, würde das natürlich auch den Gewinn pro Aktie positiv beeinflussen. Doch hier heißt es natürlich: Wir werden sehen!

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, mit diesem Basiswert zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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