Neuausrichtung bei E.ON erfolgversprechend?

Das E.ON Management möchte den Konzern neu ausrichten. Das Geschäft mit Energie aus Kohle und Atom soll abgespalten werden, ein Börsengang oder Verkauf dieser Sparte sei für das kommende Jahr durchaus wahrscheinlich. E.ON selbst möchte sich dann – man höre und staune – auf die Erneuerbaren Energien konzentrieren.

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Neues Offshore-Projekt von E.ON
  • E.ON hält an der Prognose für 2015 fest
  • Gemischte Analysten-Ratings für E.ON
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
Michael Vaupel

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Mal sehen, ob den Worten auch entsprechende Taten folgen werden. Entsprechende Pläne gibt es jedenfalls: Erst diesen Monat wurde bekannt, dass E.ON zusammen mit der britischen GIB (Green Investment Bank) einige Kilometer von der englischen Seestadt Brighton entfernt einen Offshore-Windpark errichten möchte. Die Details:

Neues Offshore-Projekt von E.ON

  • Baubeginn ist für 2016 geplant
  • Baudauer: Laut Plan 2 Jahre
  • Investitionsvolumen: ca. 1,9 Mrd. Euro

Die jüngsten Quartalszahlen von E.ON SE jedenfalls atmeten noch den Geist der „alten Zeit“. Von Aufbruch, Wachstum und Erneuerbaren Energien im Mittelpunkt war da noch wenig bis nichts zu spüren. So ging das EBITDA gegenüber dem Vorjahreswert im ersten Quartal um 9% zurück.

Ebitda = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen

E.ON
Vielleicht erinnern Sie sich noch: 1999 wurde die Fusion zwischen den damaligen Konzernen VEBA und VIAG bekannt gegeben. Das Ergebnis dieses Zusammenschlusses war E.ON. Das Unternehmen hielt bzw. hält diverse Beteiligungen im Energiesektor europaweit. Darunter: Ruhrgas, Gazprom (Anteil von ca. 3,5%), HSE, Stadtwerke Duisburg. Ab Ende 2010 setzte E.ON auf die eigene Strategie „Cleaner & Better Energy“ – zur Finanzierung der geplanten Maßnahmen wurde diverse (Minderheits-)Beteiligungen veräußert.

E.ON hält an der Prognose für 2015 fest

Der E.ON Finanzvorstand hält laut eigener Aussage aber daran fest, dass für das laufende Geschäftsjahr ein Ebitda von insgesamt 7,0 bis 7,6 Mrd. Euro erzielt werden soll. Insbesondere das Deutschland-Geschäft soll sich der Prognose des Managements zufolge im Jahresverlauf verbessern.

Ist das realistisch? Die Analystenschar zeigt sich da nicht einheitlich – von denen gibt es von Verkaufs- bis Kauf-Empfehlung alles im Angebot. Eine negative Stimme: Die US-Ratingagentur Standard & Poor´s stufte die Bonität von E.ON jedenfalls herab.

Gemischte Analysten-Ratings für E.ON

Eine positive Stimme erhob sich letzte Woche von Seiten von Goldman Sachs für E.ON. Die US-Investmentbank beließ die Aktie auf ihrer sogenannten „Conviction Buy List“. Die Abspaltung des Geschäfts mit Kohle- und Atom-Energie bewerte man positiv, das könne die Aktie beflügeln. Zudem könne sich die Dividende von E.ON im kommenden Jahr verdoppeln.

Ob sich das Geschäftsumfeld für E.ON im Hauptmarkt Deutschland im Jahresverlauf wirklich weiter verbessert – darüber könnten die Zahlen für das zweite Quartal weitere Hinweise geben.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, mit diesem Basiswert zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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