Niederländische Zentralbank holt Gold aus den USA

Eine höchst interessante Pressemitteilung schickte die niederländische Zentralbank (DNB = De Nederlandsche Bank) vor einigen Tagen heraus.

Diese Meldung mit der harmlos klingenden Überschrift „DNB adjusts its gold stock location policy“ (sinngemäß: „DNB passt ihre Gold-Lagerungspolitik an“) hatte es in sich.

Quelle: Pressemitteilung der niederländischen Zentralbank DNB

In der Meldung teilte die DNB mit, dass sie ihre Goldbestände weltweit anders aufteilen möchte. Bisher sei es so gewesen, dass nur 11% des niederländischen Goldes innerhalb der Niederlande lagerten, hingegen 51% in den USA.

Die restlichen 38% verteilten sich auf Kanada (20%) und das Vereinigte Königreich (18%).

Inhaltsverzeichnis

  • Gold: Die DNB hat eine neue Verteilung beschlossen:
  • Niederländer holen Gold zurück – und was ist mit der Bundesbank?
  • Schweizer Gold-Referendum am 30. November
    • Klarstellung
    • Michael Vaupel

Gold: Die DNB hat eine neue Verteilung beschlossen:

  • Derzufolge sollen nun 31% der niederländischen Goldbestände in Amsterdam lagern
  • Ebenfalls 31% sollen in New York gehalten werden
  • Die Höhe der Bestände in Kanada (20%)
  • Und dem Vereinigten Königreich (18%) sollen konstant gehalten werden

Damit wurde schön verklausuliert mitgeteilt: Wir haben einen großen Teil unseres Goldes aus den USA zurückgeholt!

Denn die Lagerorte in Kanada und Großbritannien waren offensichtlich nicht betroffen.

Die niederländische Zentralbank hat offiziell insgesamt rund 612 Tonnen Gold. Wenn davon gut die Hälfte in den USA lagerte (rund 312 Tonnen), dann ist dieser Anteil nun auf knapp 190 Tonnen verringert worden.

Das wiederum bedeutet, dass die Niederlande rund 122 Tonnen Gold aus den USA in die Niederlande transportiert haben.

Genau, Vergangenheitsform. Laut der DNB hat dieser Transport bereits stattgefunden. Höchst interessant fand ich auch die Begründung der DNB für diese Transaktion. Neben der genannten ausbalancierteren Verteilung der Lagerorte des eigenen Goldes wurde explizit genannt: „this may also have a positive effect on public confidence“ – das könne einen positiven Effekt auf das öffentliche Vertrauen haben.

Goldbarren, 250 Gramm.

Goldbarren, 250 Gramm.

 

Die DNB verweist auf die historische Entwicklung der niederländischen Goldbestände: Bereits im Jahr 2000 habe man die zuvor in Australien gelagerten Bestände an niederländischem Gold nach Großbritannien bringen lassen. Da dort aktuell rund 18% der niederländischen Goldbestände lagern, kann man davon ausgehen, dass es sich bei dieser Transaktion um rund 110 Tonnen Gold gehandelt hat, welche sozusagen einmal um den Globus transportiert worden sind.

Niederländer holen Gold zurück – und was ist mit der Bundesbank?

Vor diesem Hintergrund kommen bei mir große Fragezeichen auf bei den Statements der Deutschen Bundesbank. Diese hatte nach öffentlichem Druck erklärt, einen Teil der deutschen Goldbestände im Ausland nach Deutschland zu holen. Soweit, so gut. Doch wieviel Tonnen deutschen Goldes wurden aus den USA zurückgeholt? Im gesamten letzten Jahr waren es gerade einmal 5 Tonnen, es wurden „logistische Probleme“ genannt.

Wie gesagt: Die Niederländer schafften es im Jahr 2000, rund 110 Tonnen Gold aus Australien zu holen. Und laut der aktuellen Pressemitteilung wurden 122 Tonnen Gold aus den USA geholt.

Die Bundesbank will hingegen laut eigener Aussage innerhalb eines Jahres nur 5 Tonnen geschafft haben.

Dieses Thema tauchte in den Medien kaum auf. In anderen Staaten wurde das aber durchaus öffentlich thematisiert – so wurde ich von einem großen russischen TV-Sender genau dazu befragt, zur besten Sendezeit.
Den Beitrag finden Sie auch bei Youtube, unter diesem Link (ab ca. 4:21 beginnt das entsprechende Thema, ich werde ab 4:31 befragt).

Schweizer Gold-Referendum am 30. November

Das Thema „holt unser Gold zurück“ wird in wenigen Tagen erneut aktuell – denn am 30. November stimmen die Schweizer genau darüber ab, ob ihr Gold zurück in die Schweiz geholt werden soll. Details dazu finden Sie hier.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, mit Gold zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Michael Vaupel

Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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