Nike: Erneut gute Quartalszahlen

Auf Euro-Basis hat die Nike-Aktie in den letzten 12 Monaten rund 30% zugelegt. Das kann sich doch sehen lassen – und dieser Kursanstieg wurde fundamental durchaus gerechtfertigt: Denn die Umsätze und auch der Gewinn von Nike haben sich im selben Zeitraum deutlich erhöht. Natürlich ist das nur eine Seite der Medaille, wenn es um die Bewertung der Aktie geht. Denn bei der Fundamentalanalyse kommt es auf die Höhe der Kennzahlen wie Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) oder Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) an. So tief in die Details will ich hier nicht gehen – dafür einen Überblick über Nike-Aktie und operatives Geschäftsentwicklung des Unternehmens geben:

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Nike: Umsatzrückgänge in Osteuropa und Russland…
  • …aber starkes Ostasien-Geschäft
  • Nike: Programm für Aktienrückkäufe
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Zunächst einmal: Bei Nike ist mir aufgefallen, dass dieses Unternehmen bei Bekanntgabe der letzten Quartalszahlen erneut die Prognosen der Analysten übertreffen konnte. Das ist seit mittlerweile (ich glaube ca.) rund zwei Jahren der Fall. Vielleicht liegt es daran, dass das Nike-Management bewusst etwas „tief stapelt“, um danach positiv überraschen zu können? Auch wenn es so ist – das finde ich im Sinne des Prinzips vom „vorsichtigen Kaufmann“ durchaus angebrachter als großmäulige, aufgeblasene Versprechungen, die man ja von einigen anderen leitenden Managern kennt.

Nike: Umsatzrückgänge in Osteuropa und Russland…

Nike hat ein Geschäftsjahr, das vom Kalenderjahr abweicht. Die Zahlen zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres von Nike zeigen, dass der Umsatz um rund 4% auf 7,7 Mrd. Euro kletterte, ohne Währungseinflüsse hätte dieser Anstieg bei 12% gelegen. Der Gewinn pro Aktie deutlich überproportional um rund 22% auf 0,90 Dollar. Und das, obwohl Nike in Osteuropa und Russland mit Umsatzeinbrüchen zu kämpfen hatte.

…aber starkes Ostasien-Geschäft

Das konnte aber mehr als ausgeglichen werden, insbesondere durch das starke Asien-Geschäft. Im Dezember vermeldete Nike, dass die Bestellungen aus dem Großraum China um rund 34% (!) gestiegen seien. Die Lagerbestände sind per 30.11.2015 um 11% gestiegen. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Produkte von Nike doch mit gewissen Absatzschwierigkeiten zu kämpfen haben. In Osteuropa und Russland war das ja offensichtlich der Fall – aber in den anderen Regionen sah es offensichtlich besser aus.

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Nike: Programm für Aktienrückkäufe

Bemerkenswert fand ich auch, dass ein Teil des Anstiegs des Gewinns dadurch zustande kam, dass die Beteuerung von Nike relativ gesunken ist. So wurden den Quartalszahlen zufolge im letzten Quartal 19,1% Steuern bezahlt (durchschnittlich). Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es den Zahlen zufolge noch 25,4%. Erfreulich für Nike – weniger erfreulich für den Fiskus. Diese geringere Steuerlast ist aber nichts, was eine persönliche Leistung des Nike-Managements wäre. Die hohen Gewinne sollen u.a. dazu verwendet werden, eigene Aktien zurückzukaufen. So etwas ist tendenziell Kursbeflügelnd. Auch die Quartalsdividende wurde auf 0,32 Dollar erhöht. Allerdings reißt diese Dividendenrendite von unter 2% nun auch niemanden wirklich vom Hocker. Und das KGV der Nike-Aktie ist mit aktuell in etwa 20 in etwa „fair“ bewertet, würde ich sagen. Fair bewertet, das bedeutet im Umkehrschluss aber auch: Nicht besonders interessant, um jetzt unbedingt einsteigen oder verkaufen zu müssen!

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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