Paukenschlag bei Manz: Chinesischer Großaktionär!

Bedeutende News beim deutschen Maschinenbauer „Manz“: Der chinesische Mischkonzern Shanghai Electric möchte mit mindestens 29,9% bei Manz einsteigen. Zudem sei danach eine strategische Zusammenarbeit der beiden Unternehmen auf diversen Gebieten geplant. Der Aktienkurs von Manz reagierte auf diese Neuigkeiten mit einem Kursanstieg – zu Recht oder nicht? Hier der Blick auf einige Details dazu:

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Manz AG: Neue Aktien zu „höchstens 40 Euro“ pro Stück
  • Anteil der Alt-Aktionäre wird verwässert
  • Manz: Das letzte Jahr brachte Umsatzwarnungen
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Die Beteiligung der Chinesen an Manz soll nicht etwa dadurch erfolgen, dass diese ein Aktienpaket eines anderen Investors übernehmen oder die Aktien an der Börse kaufen (was tendenziell kurstreibend ist!) – sondern es soll im Rahmen einer Kapitalerhöhung geschehen. So soll das Grundkapital der Manz AG um rund 43% erhöht werden, durch Ausgabe von neuen Aktien gegen Barzahlung. Der entsprechende Wertpapierprospekt muss übrigens laut Mitteilung des Unternehmens noch von der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) genehmigt werden. Dennoch hat man das Ziel, dass die ganze Sache noch im ersten Halbjahr 2016 über die Bühne gehen soll.

Manz AG: Neue Aktien zu „höchstens 40 Euro“ pro Stück

Dem Unternehmen zufolge werden die Aktionäre Dieter Manz (aktuell 35,2% Anteil) sowie Ulrike Manz (aktuell 3,8% Anteil) auf eine Beteiligung an der Kapitalerhöhung verzichten. Deren Bezugsrechte könnten dann von Shanghai Electric wahrgenommen werden. Der Bezugspreis der neuen Papiere steht noch nicht fest, soll aber „möglichst marktnah“ sein, bei „höchstens 40 Euro je Aktie“.

Quelle: Meldung „Manz AG plant Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen aus dem genehmigten Kapital und beabsichtigt strategische Kooperation mit Shanghai Electric“, den Originaltext der Meldung finden Sie unter diesem Link

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Anteil der Alt-Aktionäre wird verwässert

So attraktiv sieht das zunächst für die Alt-Aktionäre gar nicht aus. Aus dem einfachen Grund: Ihr Anteil wird verwässert, wenn sie die Kapitalerhöhung nicht mitmachen. Wieso der Kurs der Aktie dennoch nach oben gesprungen ist? Vielleicht deshalb: Die Kooperation von Manz mit Shanghai Electric wird positiv gesehen. Denn gerade in den zukunftsträchtigen Bereichen
Energy Storage und Solar sowie „in anderen Bereichen der Automationstechnologie“ soll zusammengearbeitet werden. Und Manz alleine hatte in den letzten Jahren bekanntlich operativ durchaus Probleme – da ist es vielleicht im Sinne des operativen Geschäfts gar nicht verkehrt, wenn nun gewissermaßen ein „großer Bruder“ hilft, natürlich in eigenem Interesse. Es ist übrigens kein Geheimnis, dass chinesische Unternehmen in den letzten Jahren weltweit gewissermaßen auf Einkaufstour gegangen sind, was Unternehmenskäufe betrifft. Auch und gerade in Deutschland wurde kräftig gekauft, Manz ist da nur ein Beispiel.

Manz: Das letzte Jahr brachte Umsatzwarnungen

Was es mit den gerade angesprochenen „operativen Problemen“ auf sich hat, zeigt der Rückblick auf 2015. Da meldete der Maschinenbauer Manz zunächst, dass der eigene Umsatz 2015 leicht hinter dem Vorjahresumsatz von rund 305,9 Mio. Euro zurückbleiben könnte. Das ging ja noch. Doch dann letzten Oktober eine drastische Umsatzwarnung, derzufolge es nur noch 200 bis 210 Mio. Euro Umsatz im Geschäftsjahr 2015 werden sollen. Gegenüber dem Vorjahreswert von 305,9 Mio. Euro war das dann auf einmal ein Rückgang von rund einem Drittel – also dann doch etwas mehr als ein „leichter“ Rückgang! Kein Wunder, dass der Kurs der Aktie umgehend einbrach und ebenfalls rund ein Drittel verlor, innerhalb kurzer Zeit.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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