Schweizer Aktienmarkt mit relativer Stärke

Während andere Börsen den Rückwärtsgang eingelegt haben, hat der Schweizer Aktienmarkt sein Allzeithoch im Visier. Zwar gab es auch dort zuletzt einige Gewinnmitnahmen und einen gewissen Kursrückgang, neue Rekordkurse sind aber weiter in greifbarer Nähe. Hier der Blick auf die Details.

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Chart Schweizer Leitindex SMI
  • Wechselkursentwicklung EUR/CHF ist wichtig
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
Michael Vaupel

Letzte Artikel von Michael Vaupel (Alle anzeigen)

Beginnen wir mit dem Chart. Dargestellt ist der SMI, der Schweizer Leitindex.

Chart Schweizer Leitindex SMI

Schweizer Aktienmarkt mit relativer Stärke

Quelle: Finanzen100

Wie Sie sehen können, befindet sich der SMI trotz der jüngsten Kursverluste noch im Aufwärtstrend. Der aktuelle Indexstand liegt über dem 200-Tage-Gleitenden-Durchschnitt, welcher aktuell bei rund 9.038 Punkten verläuft.

Der Index SMI
Die Abkürzung SMI steht für „Swiss Market Index“ und im Gegensatz zum DAX (der ein Performance-Index ist) handelt es sich beim SMI um einen Kursindex. Das bedeutet: Dividenden fließen in die Performance-Berechnung des SMI nicht mit ein. Der SMI wurde per 30. Juni 1988 auf 1.500 Punkte gesetzt. Anders als der DAX, der 30 Titel umfasst, sind es beim SMI 20 Titel – und zwar sollen es die größten und liquidesten sein. Auf diese Weise kommt es, dass die im SMI enthaltenen Aktien rund 90% der Marktkapitalisierung und rund 90% des Handelsvolumens der SIX (Swiss Exchange = Schweizer Aktienbörse) ausmachen. Folgerichtig handelt es sich beim SMI um den Schweizer Leitindex.

Dem SMI kam in den letzten Wochen und Monaten zugute, dass Pharma- und Lebensmittel-Konzerne (wie Nestlé) relativ hoch gewichtet sind. Und diese Aktien gelten als vergleichsweise „defensiv“, sind also in unruhigen Zeiten tendenziell stärker gefragt als riskantere Wachstumsunternehmen.

Hinzu kommt und kam, dass die Schweizer Börse generell den Ruf eines gewissen „sicheren Hafens“ besitzt. Es kam deshalb zu Kapitalzuflüssen aufgrund dieses „Safe Haven“-Argumentes. Dieser Zufluss hat Angaben zufolge zwar etwas abgenommen, dennoch ist die Schweiz weiterhin ein Profiteur von Kapitalzuflüssen.

Wechselkursentwicklung EUR/CHF ist wichtig

Und was die Wechselkursentwicklung betrifft – da haben Sie vielleicht wie ich noch den 15. Januar im Kopf. Damals hatte die SNB (Schweizerische Nationalbank) bekanntgegeben, dass sie den bis dahin geltenden Mindestkurs des Schweizer Franken zum Euro nicht mehr verteidigen würde. Das war eine gewaltige Überraschung! Zuvor waren die Marktteilnehmer davon ausgegangen, dass der Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro „halten“ würde. Wie nicht anders zu erwarten in diesem Fall einer massiven Überraschung kam es zu dramatischen Kursbewegungen: Innerhalb kurzer Zeit brach der Kurs des Euros damals gegenüber dem Schweizer Franken ein. Von 1,20 (Franken je Euro) aus hieß es damals unmittelbar nach der Freigabe zeitweise 30% Minus. Und das bei einem solch etablierten Währungspaar wie dem Schweizer Franken und dem Euro.

Inzwischen hat sich die Entwicklung am Devisenmarkt beruhigt, die zwischenzeitlich 30% Minus (beim Währungspaar EUR/CHF) waren wohl auch überzogen. Seit den dramatischen Tagen Mitte Januar blieb das Währungspaar EUR/CHF zwischen ca. 1,00 und 1,10, mithin in einer Bandbreite von rund 10%. Das ist doch in Ordnung und so können die Teilnehmer(innen) am freien Markt den Wechselkurs bestimmen, ohne „Mindestkurs“ einer Zentralbank.

Wenn Sie als Euro-Anleger(in) auf Schweizer Aktien setzen möchten, sollten Sie bedenken, dass der Währungseffekt für Sie eine Rolle spielt. Denn wenn der Schweizer Franken schwächeln sollte gegenüber Euro, ist das für Euro-Anleger(innen) tendenziell schlecht, da Performance kostend. Das Gegenteil kann natürlich auch der Fall sein.

Klarstellung

Ich weise darauf hin, dass ich in Aktien von SMA Solar investiert habe. Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, mit diesem Basiswert zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.