Silber – ist die Erholung schon wieder vorbei?

Der Silberpreis hat in den letzten 4 Wochen knapp 10% zugelegt. Vom 1-Jahres-Tief bei 13,65 Dollar je Feinunze konnte sich das Edelmetall spürbar lösen – zum Wochenstart notierte der Silberpreis im Bereich 15 Dollar je Feinunze. Der vorige Anstieg war zum einen wahrscheinlich eine technische Gegenbewegung nach den vorigen massiven Verlusten, zum anderen aber auch zeigte sich, dass Silber gewissermaßen oft als „kleiner Bruder“ des Goldes in Erscheinung tritt. Und der Goldpreis hat seit Jahresbeginn in Dollar gemessen eine durchaus starke Performance hingelegt. Da zeigte sich wieder einmal, dass der Goldpreis gerade in Zeiten geopolitischer Unsicherheit – und die haben wir derzeit bekanntlich – als „sicherer Hafen“ wahrgenommen wird. Heute möchte ich vom Tagesgeschäft weggehen und in die Geschichte zurückblicken, um diese historische Rolle von Gold und Silber zu begründen. Schauen wir auf Details:

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Warum sich Gold weltweit als Geld durchsetzte
    • Das Angebot an Gold stieg relativ konstant
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Der Blick auf die Antike: Bereits der spartanische König Lykurg bzw. Lykurgos soll den Gebrauch von Gold und Silber als Geld untersagt haben. Dies soll interessanterweise deswegen geschehen sein, um Bestechungen öffentlicher Angestellter und auch Diebstahl zu erschweren. Deshalb wurde zu der Zeit Eisen als Geld verwendet – es war schließlich angesichts der Schwere von Eisenstangen nicht leicht, Beamte zu bestechen, wer wollte da schon mit ein paar Kilogramm Eisenstangen aufs Amt gehen. In Sparta wurde Eisen nie in Form von Münzen geprägt. Die Byzantiner wiederum nutzten ebenso wie die Japaner Münzen aus Eisen. Weltweit betrachtet setzte sich Eisen als Geld jedoch nicht besonders lange durch, da es schwer war und leicht rostete. Andere Metalle hatten bekanntlich ihre eigenen Probleme. Kupfer wurde bei Kontakt mit Sauerstoff wegen einer chemischen Reaktion grün und setzte sich deshalb auch nicht erfolgreich weltweit durch.

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Warum sich Gold weltweit als Geld durchsetzte

Stattdessen wurde im Laufe der Jahrhunderte das Edelmetall Gold zum universellen Geld, und dafür gab es gute Gründe. Anders als beispielsweise die auch lokal einige Zeit als Geld verwendeten Kaurischnecken ist Gold nicht zerbrechlich. Und Gold ist haltbar. Das gelbe Edelmetall verrottet nicht. Denn Gold ist anders als Kupfer, Silber oder Eisen chemisch träge. Mit anderen Worten: Der Glanz von Gold ist zeitlos. Da Gold chemisch so träge ist, existiert ein Großteil des Goldes, welches in der Geschichte der Menschheit gefördert worden ist, immer noch. Schätzungen zufolge gibt es auf der Welt insgesamt 165.000 Tonnen Gold. Das Angebot an Gold schießt selten plötzlich nach oben.

Das Angebot an Gold stieg relativ konstant

Historisch sehr interessant: In den Jahren bis 2015 ist das Angebot an Gold meist um ca. 3-4% pro Jahr angestiegen. Es gibt beim Gold durchaus selten einen sprunghaften Anstieg des Angebots. Der historische Rückblick zeigt zum Beispiel für den Zeitraum zwischen 1900 und 1990 einen Anstieg der Goldförderung um 1,9% pro Jahr. Das sah auch in früheren Zeiten nicht stark anders aus. Seit 1492 ist das gesamte Angebot an Gold üblicherweise unter 5% gestiegen. Meist lag der Anstieg des Angebots von Gold bei 1-2% pro Jahr. Ausnahmen treten von Zeit zu Zeit auf, wenn große Goldfunde stattfinden. Dies sind aber die großen Ausnahmen. Nur zur Zeit der großen Goldfunde stieg das Angebot um mehr als 4% pro Jahr. – wie in Kalifornien und in Australien in den 1850ern oder Südafrika in den 1890ern.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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