Solarworld: Absatzziel für 2015 bereits erreicht

Das sieht zumindest auf den ersten Blick gut aus: Die Solarworld AG teilte Montagabend mit, dass das für 2015 selbst gesetzte Absatzziel von Photovoltaikmodulen und Bausätzen mit insgesamt 1 Gigawatt Leistung bereits erreicht worden ist. Wachstumstreiber war insbesondere das US-Geschäft – aber auch in Europa sieht es laut Solarworld für die Branche wieder freundlicher aus. Hier der Blick auf die Details:

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Photovoltaik: Der Markt wächst wieder!
  • Weiterhin Risiko: Hemlock-Prozess
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Durch den Absatz von 1 GW Leistung ist das Unternehmen auf Ziel, die für das laufende Geschäftsjahr anvisierte Steigerung beim Absatz und beim Umsatz von je rund 25% zu erreichen. Beim Absatz ist das nun offensichtlich erreicht – ob es auch beim Umsatz der Fall sein wird, werden erst die Zahlen für das Gesamtjahr zeigen. Dazu würde es ausreichen, wenn sich die Preise der Module und Bausätze stabilisiert hätten. Unveränderte Preise würden naturgemäß bei 25% höheren Absätzen auch 25% höhere Umsätze mit Modulen und Bausätzen bedeuten.

Photovoltaik: Der Markt wächst wieder!

Nach einigen Jahren der Preisrückgänge sah es 2015 in der Tat so aus, als ob sich die Preise stabilisiert hätten. Teilweise gab es auch schon wieder Preissteigerungen – kein Wunder, da die Nachfrage nach Photovoltaikmodulen weltweit doch spürbar wieder angezogen hat. Dafür sorgten 2015 bisher Märkte wie insbesondere die USA und auch asiatische Märkte wie Japan.

Wieviel ist überhaupt ein Gigawatt? Solarworld selbst setzt das in der entsprechenden Pressemitteilung in Relation. Demnach entspricht ein Gigawatt der Menge von Solarmodulen, „mit der eine Million Menschen in Deutschland 30 Jahre lang mit sauberem Solarstrom versorgt werden können.“ Klingt doch gut, finde ich. Insofern finde ich diesen Absatz von einem Gigawatt durchaus erfreulich im Sinne eines Voranbringens der Menschheit. Übrigens, dieser Satz ließ mich aufhorchen: Solarworld geht „aufgrund der dynamischen Absatzentwicklung“ davon aus, die genannten 25% Zuwachs bei Absatz und Umsatz im Gesamtjahr noch zu übertreffen. Das ist sozusagen das Gegenteil einer Umsatzwarnung.

Quelle: SolarWorld AG: 1-GW-Absatzziel übertroffen

Wie oben geschrieben werden wir erst nach den Zahlen zum 4. Quartal wissen, ob und wenn ja wie stark Solarworld wirklich die selbst gesetzten Absatz- und Umsatzziele übertrifft. Und die Zahlen zum 4. Quartal 2015 bzw. zum Gesamtjahr 2015 stehen planmäßig laut dem Finanzkalender der Solarworld AG am 17. März 2016 an.

So gut das alles aussieht: Es gibt einige größere Risiken für die Solarworld AG. Zunächst einmal die Regulierungen. Die EU hatte Antidumpingmaßnahmen auf chinesische Solarimporte beschlossen. Das verhinderte in diesem Jahr, dass es zu Druck auf die Preise von Solarmodulen in Europa kam. Diese Antidumpingmaßnahmen wurden nun von der EU bis 2017 verlängert. Damit verbunden sind Mindestimportpreise. Aus Sicht von Solarworld ist dies durchaus positiv, da so ein Preiskampf mit der chinesischen Konkurrenz in Europa vermieden wird. Doch diese Maßnahme gilt bis Anfang 2017 – dann soll entschieden werden, ob es zu einer Verlängerung kommen wird. Das ist eine gewisse Unsicherheit – denn was, wenn dann keine Verlängerung kommt?

Weiterhin Risiko: Hemlock-Prozess

Zudem hängt noch das Risiko der millionenschweren Schadensersatzforderung des US-Unternehmens Hemlock wie ein Damoklesschwert über einer Solarworld-Tochterfirma. Der Schadensersatz-Prozess läuft weiterhin. Hemlock fordert demnach mehrere Hundert Millionen Dollar – sollten diese vollständig zugesprochen und von Solarworld bezahlt werden müssen, könnte das existenzielle Probleme für Solarworld bedeuten. Den möglichen Ausgang des Prozesses kann ich nicht einschätzen.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben. Ich weise darauf hin, dass ich in Solarworld-Anleihen investiert bin.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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