Solarworld: Blick auf die 9-Monats-Zahlen

Licht und Schatten bei der Solarworld AG. Zunächst ein Rückblick. Das war heftig: Anfang des Monats (3. November) hatte die Solarworld-Aktie einen schwarzen Tag. Nach einem Kurs von 12,40 Euro zu Handelsbegann auf Xetra sackte der Kurs im Tagestief bis unter 6,00 Euro durch, um dann bis zum Handelsende wieder aufzuholen und bei knapp 10 Euro aus dem Handelstag zu gehen. Was für eine Volatilität! Ich möchte diese Kursturbulenzen in einen größeren Zusammenhang einordnen – und zwar mit den 9-Monats-Zahlen von Solarworld. Hier der Blick auf die Details.

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Solarworld: Die Zahlen zum dritten Quartal
  • Solarworld: Ebit im dritten Quartal weiter negativ
  • Ebit ohne Sondereffekte im September positiv
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
Michael Vaupel

Letzte Artikel von Michael Vaupel (Alle anzeigen)

Solarworld: Die Zahlen zum dritten Quartal

Der Umsatz lag im dritten Quartal 2015 bei 211,819 Mio. Euro. Im entsprechenden Vorjahresquartal waren es 180,823 Mio. Euro – damit ergab sich ein Anstieg um 30,996 Mio. Euro.

Das Ebitda sank um rund 1,5 Mio. Euro, von 6,226 Mio. Euro auf 4,667 Mio. Euro

Das Ebit verschlechterte sich um rund 1,9 Mio. Euro, von -4,183 Mio. Euro auf -6,077 Mio. Euro.

Quelle: Solarworld Konzern-Zwischenbericht Q3 2015

Dazu die Anmerkung:

Ebitda = Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen
Ebit = Ergebnis vor Steuern und Zinsen

Ich nehme das Ebit als einen Maßstab für das operative Ergebnis. Abgezogen werden da „cash-wirksame“ Ausgaben, eben Steuern und Zinsen. Die Abschreibungen sind zwar natürlich auch Ausgaben, doch im Normalfall nicht cash-wirksam.

Solarworld: Ebit im dritten Quartal weiter negativ

Gut ist es natürlich, dass das Ebitda im positiven Bereich notiert. Doch das Ebit war weiter negativ – und was mir nicht gefiel: Das Minus beim Ebit hat sich im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal vergrößert. Autsch. Die Tendenz sollte bei gesundem Geschäftsfeld doch genau in die andere Richtung gehen. Insofern gab es von einigen Analysten auch eine Senkung des Kursziels. Beispiel Independent Research, die Anfang der Woche ihr Kursziel für die Solarworld-Aktie von 10,30 Euro auf 9 Euro senkten.

Ebit ohne Sondereffekte im September positiv

Das gesunkene Ebit ist negativ, keine Frage. Positiv hingegen sehe ich dies: In der Einleitung zu den Quartalszahlen (können Sie unter obigem Link lesen) steht, dass es im September = letztem Monat des dritten Quartals auf Basis des Ebit ohne Sondereffekte erstmals wieder ein positives operatives Ergebnis gab. Und im Oktober brachte Solarworld neue bifaciale Module auf den Markt. Das klingt doch vielversprechend im Hinblick auf das laufende vierte Quartal. Vielversprechend in dem Sinne, dass im laufenden Quartal auf „Ebit ohne Sondereffekte“-Basis als Zwischenschritt zumindest eine schwarze Null geschafft werden kann.

Es gibt ansonsten weiterhin einen durchaus großen Unsicherheitsfaktor – nämlich den „Hemlock Prozess“. Da geht es um Abnahmeverträge für Silizium, denen eine Tochter von Solarworld nicht nachgekommen ist. Das Unternehmen Hemlock hat vor einem US-Gericht geklagt, und verlangt einen Schadensersatz im dreistelligen Millionenbereich. Sollte es keine Einigung geben und Solarworld in voller Höhe zahlen müsste, dann könnte das durchaus existenzbedrohend für das Unternehmen werden. Ich selbst bin kein Jurist und kann den Ausgang des laufenden Verfahrens nicht einschätzen. Ich zitiere noch aus dem jüngsten Quartalszahlen-Bericht die Aussage des CEO von Solarworld zu der Thematik (Quellenangabe siehe oben):

„Ich möchte an dieser Stelle wiederholen, dass sich unsere Einschätzung der Risikolage durch die Teilentscheidung eines US-Gerichts in diesem langen Verfahren nicht geändert hat. Wir streben an, in der Zwischenzeit auch mit diesem Siliziumlieferanten eine Einigung und Regelung zur Weiterbelieferung zu erreichen.“

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, mit diesem Basiswert zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben. Ich weise darauf hin, dass ich in Solarworld-Anleihen investiert bin.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.