Supermärkte sind Gewinner der Krise

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 28.04.2021


Die Lebensmittel-Einzelhändler gehören zu den Gewinnern der Krise. Der Einzelhandel mit Lebensmitteln boomt auch, weil viele andere Einzelhändler lockdownbedingt schließen mussten. Dazu kommt ein Trend zu Lieferungen, der aber auch Probleme mit sich bringt. Ein erfolgreiches Beispiel ist derzeit die Handelskette REWE. Aktien vieler Branchen finden Trader, laut unserem XTB Test, bei XTB.

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REWE mit Umsatzplus

Depotvergleich.com Icon Daumen hochREWE verzeichnete 2020 ein Umsatzplus von 20 Prozent im Vergleich zu 2019. Ein Teil davon ist wohl auf die Übernahme des Großhändlers Lekkerland zurückzuführen. Im eigentlichen Supermarktgeschäft lag das Plus aber im zweistelligen Bereich. Dazu kommen hohe Umsätze außerhalb von Lebensmitteln.

Mit Blick auf die ganze Branche geht der Handelsverband Deutschland von einem Umsatzplus von acht Prozent im Lebensmitteleinzelhandel aus. Andere Bereiche des Einzelhandels, beispielsweise Bekleidungsgeschäfte, mussten hohe Verluste hinnehmen. Daher haben die Supermärkte wohl auch von den Schließungen anderen Geschäfte profitiert. Viele Supermärkte erzielen zehn bis 50 Prozent ihrer Umsätze mit Produkten, bei denen es sich nicht um Lebensmittel handelt.

Die großen REWE-Supermärkte verkaufen beispielsweise Kochutensilien oder Bekleidung. Küchenausstatter oder Bekleidungsgeschäfte mussten schließen, aber REWE durfte diese Waren weiter verkaufen. Auch REWE selbst erkennt an, dass dies durchaus unfair ist, habe davon aber nur wenig profitiert, da viele kleinere Filialen kein solch großes Produktsortiment anbieten. Allerdings merkt auch REWE diesen Effekt. Während der Pandemie haben sich die großen REWE-Center besser entwickelt als klassische Supermärkte.

Supermärkte sind Gewinner der Krise

Trend zu Lebensmittel-Lieferungen

Die Supermärkte haben außerdem von den Schließungen im Gastgewerbe profitiert, da mehr Lebensmittel in Supermärkten eingekauft wurden. Auch, wer im Home Office arbeitet, benötigt mehr Dinge aus dem Supermarkt. Darüber hinaus hält der Trend zu Lebensmittel-Lieferungen an. Tendenziell werden zwar noch immer eher Bücher als Lebensmittel nach Hause bestellt, doch im letzten Jahr haben Lebensmittel-Lieferungen einen Durchbruch gefeiert.

Der Anteil an Lebensmitteln, die online gekauft wurden, ist auf jeden Fall deutlich gewachsen. Allerdings war die Ausgangslage sehr niedrig. Nun macht dies wohl etwa ein Prozent des ganzen Marktes aus. Für REWE sind Lieferungen eher ein Verlustgeschäft. Lionel Souque, der Vorstandschef von REWE, sieht dieses Angebot allerdings eher als eine Investition in die Zukunft.

Außerdem wächst die Konkurrenz bei Lebensmittel-Lieferungen. Aktuell bieten beispielsweise die sogenannten „Instant-Lieferdienste“, zu denen beispielsweise Gorilla oder Flink gehören, in einigen großen Städten Lieferungen von Lebensmitteln an, die schon zehn Minuten nach der Lieferung beim Kunden sein sollen.

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Schwierigkeiten bei Profitabilität

Depotvergleich.com Icon GebührenLaut Handelsexperten haben es die Lieferdienste schwer, profitabel zu arbeiten, da die Margen im Lebensmitteleinzelhandel sehr gering sind. Verbraucher sind aus Discountern an günstige Preise gewöhnt. Die Zustellkosten sind daher für viele Unternehmen zu hoch. Allerdings kamen durch die Pandemie viele neue Kunden dazu. Die Marktanteile wachsen und neue und alte Marktteilnehmer wollen an der Entwicklung teilhaben. Allerdings ist derzeit nicht davon auszugehen, dass der Online-Handel mit Lebensmitteln in den nächsten Jahren einen großen Einfluss auf die Umsätze der Unternehmen haben werden.

Lebensmittel könnten aber dennoch im Online-Handel bald einen größeren Stellenwert bekommen. Daher engagieren sich immer mehr Supermarkt-Ketten und Start-ups in diesem Bereich. Auch Michael Gerling, der Geschäftsführer des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI, geht davon aus, dass der Markt größer wird und der Wettbewerb zunimmt.

Supermärkte Gewinner der Krise

Angebot wächst

Bei einigen der neuen Lieferdienste wird das Angebot immer größer. Vor allem der Faktor Zeit spielt wohl eine entscheidende Rolle. Beispielsweise wirbt das Berliner Unternehmen Gorillas damit, dass Bestellungen innerhalb von zehn Minuten an der Haustür sind. Ebenso wie der Konkurrent Flink verfügt das Unternehmen über kleine Lager in zentraler Lage. Die Waren werden bei normalen Supermärkten eingekauft und dann von Fahrradkurieren zum Kunden gebracht.

Die Start-ups sind bisher nur in einigen Großstädten vertreten, wollen aber expandieren und sehen auch in ganz Europa Chancen. Gorillas ist nicht nur in einer Handvoll Städte in Deutschland präsent, sondern auch in Amsterdam und London. Weitere Städte und Ländern sollen folgen. Dafür wurden bei Investoren etwa 36 Millionen Euro gesammelt. Flink erhielt 53 Millionen Euro von Risikokapitalgebern.

Weitere Unternehmen aus dem In- und Ausland haben einen Markteintritt in Deutschland angekündigt. Der tschechische Online-Lebensmittelhändler Rholik will mit seiner Marke Knuspr bald in München starten. Bis 2024 hofft das Unternehmen auf 30 Millionen Kunden in Deutschland. Allerdings ist unklar, wie das Unternehmen diese Zahl erreichen will, insbesondere, da die Lieferzeit deutlich über den Angaben der Konkurrenten liegt.

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Lebensmittelhersteller am Markt beteiligt

Depotvergleich.com Icon Vorlage und MusterAußerdem werden Lebensmittelhersteller selbst zu Lieferdiensten. Bekannt auf dem Markt ist schon länger der Getränke-Lieferdienst Flaschenpost. Dieser wurde kürzlich von der Oetker-Gruppe übernommen. Oetker könnte bald beginnen, seien Produkte über Flaschenpost zu liefern. REWE hat ebenfalls seit einiger Zeit ein Lieferangebot und ist damit schon in mehr als 75 Städten vertreten. Der Supermarkt bietet zudem einen Abholservice an. Kunden können Waren, die sie online bestellt haben, fertig verpackt im Supermarkt abholen.

Edeka hat sich mit dem Start-up Picnic zusammengetan, das mit eigenen Elektro-Fahrzeugen Lebensmittel ausliefert. Discounter wie Aldi oder Lidl haben sich noch nicht auf den Liefermarkt gewagt. Dies könnte den Hintergrund haben, dass mit Online-Angeboten höhere Kosten verbunden sind, die nicht zum eigentlichen Geschäftsmodell passen.

REWE Gewinner der Krise

Online-Handel mit Lebensmitteln könnte wachsen

Aldi bietet jedoch den Onlinehandel mit Produkten außerhalb von Lebensmitteln an. Kürzlich wurde jedoch das neue Tochterunternehmen Aldi E-Commerce gegründet, das dann im Online-Lebensmittelhandel aktiv werden könnte. Aus Zahlen des E-Commerce-Bundesverbands bevh geht hervor, dass im letzten Jahr fast doppelt so viele Lebensmittel über das Internet bestellt wurden wie 2019.

Die bevh-Zahlen gehen davon aus, dass der Onlinehandel rund zwei Prozent der Umsätze von Lebensmitteln ausmacht und sich dieser Anteil in den nächsten vier Jahren verdoppeln könnte. Nach Angaben des Kölner Instituts für Handelsforschung könnten bis 2025 bis zu 3,6 Prozent der Umsätze im Lebensmittelhandel durch Online-Verkäufe erzielt werden.

Nach Auffassung von Michael Gerling vom Kölner Handelsforschungsinstituts EHI verdient keines der Unternehmen wirklich Geld mit dem Online-Lebensmittelhandel, da die Kosten im Vergleich zu hoch sind. Auch um das Geschäft erst einmal in Schwung zu bringen, sind hohe Ausgaben notwendig. Aus der Branche ist zu hören, dass sich erst bei hohen Einkaufssummen ab 80 Euro die Zustellung rechnet. Außerdem werden nach Ende der Pandemie wohl wieder mehr Menschen persönlich im Supermarkt einkaufen.

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Städte leiden unter der Krise

Depotvergleich.com Icon ChecklisteAllerdings werden auf die Supermärkte andere Schwierigkeiten zukommen. Unter den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie leiden vor allem die Städte, während ländliche Gegenden weniger stark betroffen sind. Dies zeig eine Studie des ifo-Instituts aus München. Zuletzt stieg in den Städten beispielsweise die Arbeitslosigkeit besonders stark an. Auch das allgemeine Geschäftsklima verschlechterte sich. Während die Erwerbslosenquote in Großstädten von Januar bis August letzten Jahres um 1,5 Prozent zunahm, war es in ländlichen Gegenden nur ein Anstieg um 0,3 bis 0,8 Prozent.

Die Forscher des Ifo-Zentrums für Makroökonomik und Befragungen haben vier regionale Cluster untersucht, die ähnliche Charakteristiken aufweisen. In den Städten sind vor allem Dienstleistungen, Handel, Gastgewerbe und Tourismus sehr wichtig. Diese Branchen waren besonders stark von den Einschränkungen betroffen. Auf dem Land oder in kleinerem Städten ist mehr Industrie und verarbeitendes Gewerbe angesiedelt. Diese Branchen haben sich zum Teil bereits wieder sehr gut von den Folgen der Pandemie erholt.

Supermärkte erfolgreich

Stationärer Einzelhandel von Krise stark betroffen

Vor allem der stationäre Einzelhandel ist von den Folgen der Pandemie stark betroffen. Dies ist für viele Städte eine große Belastung. Große Online-Händler, die zu den Gewinnern der Pandemie gehören, haben ihren Sitz eher auf dem Land. Viele Städte leben zudem vom Tourismus, der zuletzt kam möglich war. Normalerweise werden viele größere und kleinere Städte in Deutschland Jahr für Jahr von vielen Geschäftsreisende und Touristen aus dem In- und Ausland besucht. Im Sommer 2020 profitierten davon aber eher ländliche Gegenden. Viele Touristen aus Deutschland haben im letzten Sommer eher in Kleinstädten und ländlichen Gegenden Urlaub gemacht.

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Dauerhafter Effekt?

Das Infektionsgeschehen war zudem in vielen Städten höher als auf dem Land, was sich womöglich auch auf den Konsum ausgewirkt hat. Noch ist nur schwer zu sagen, ob dieser Eindruck auch langfristig bestehen bleibt. In den Städten könnten nach Ende der Krise die Nachholeffekte höher sein, wenn der Einzelhandel wieder öffnet.

Durch Trends wie Home Office und Digitalisierung könnten Städte aber langfristig generell unattraktiver werden und viele Menschen könnten in günstigere Orte auf dem Land umziehen. Ungeklärt ist zudem weiter, ob es eine Insolvenzwelle geben wird. Diese könnte beispielsweise das Gastgewerbe in Städten eher treffen als auf dem Land. Dennoch wird den Städten wohl mit Blick auf die Eindämmung des Infektionsgeschehens sowie bei der Erholung nach der Krise eine wichtige Rolle zukommen.

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Fazit: Supermärkte profitieren von der Krise

Depotvergleich.com Icon FazitWährend viele Einzelhändler aufgrund des Lockdowns schließen mussten, profitierten vor allem Supermärkte. REWE legte für 2020 erfolgreiche Zahlen vor. Zudem hält der Trend zu Lebensmittel-Bestellungen über das Internet an. Immer mehr Marktteilnehmer sind hier aktiv und der Markt könnte weiter wachsen.

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