Von Telekom bis Vodafone – so sieht es mit 5G aus

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 06.01.2021


Mit 5G sollen zahlreiche Haushalte mit einem noch schnelleren Internet versorgt werden. Der Plan für die deutschlandweite Versorgung steht schon länger. Die einzelnen Unternehmen haben sich teilweise beeindruckende Ziele gesetzt und diese nicht nur eingehalten, sondern auch übertroffen. Was genau die Entwicklung von 5G bedeutet und was noch erwartet werden kann, ist hier zu lesen.

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Deutschland hat hohe Ansprüche in Bezug auf 5G

Wenn es um die Versorgung der Bürger mit 5G geht, dann möchte Deutschland keine Kompromisse eingehen. Durch das Bundeskabinett wurde die Billigung in Bezug auf das IT-Sicherheitsgesetz ausgesprochen. Das bedeutet auch, dass der Netzausbau von 5G für den Mobilfunk durch chinesische Anbieter nur noch sehr schwierig möglich ist. Die Anforderungen sind hoch gesetzt. Die Entscheidung der Bundesregierung sorgt dafür, dass die Ansprüche an mögliche Ausrüster im Bereich von 5G noch höher ausfallen. Nun muss jedoch noch der Bundestag über das Gesetz abstimmen. Sollte die Zusage kommen, dann wird unter anderem der sehr strengen Prüfung von benötigten Bauteilen stattgegeben. 

Die Ansprüche an die Hersteller steigen. In ihren Verträgen müssten diese feste Zusagen in Bezug auf die Sicherheit machen und viele Hersteller werden diese Zusagen ablehnen. Können sie nicht eingehalten werden, ist mit hohen Kosten zu rechnen. Eine der Vorgaben für vertragliche Vereinbarungen ist eine Zusicherung dazu, dass es nicht möglich ist, Daten an die Regierungen in Ausland weiterleiten zu können. 

Diese Festlegungen basieren unter anderem auf einen Vorwurf der USA an Huawei. So steht im Raum, dass es durch Huawei Manipulationen am Netz 5G gegeben hat und dadurch Spionage erleichtert werden soll. In den USA sowie in Großbritannien darf Huawei sich daher am Ausbau des Netzes nicht mehr beteiligen. In Deutschland erfolgt der Ausschluss nicht direkt. Durch die Verabschiedung des Sicherheitsgesetzes ist jedoch davon auszugehen, dass Huawei die Anforderungen nicht erfüllen kann und somit von der Mitarbeit ausgeschlossen wird. 

Telekom als Vorreiter beim 5G-Netz

Die Telekom ist, wie in vielen Bereichen der Netzversorgung, auch beim 5G-Netz in Deutschland ein Vorreiter und bietet bereits eine umfangreiche Versorgung. Im November gab es die Information, dass ein Ausbau schon an weiteren 2.000 Standorten erfolgt ist. Da jeder Standort über drei Antennen verfügt, bedeutet dies rund 6.000 zusätzliche Antennen. In Bezug auf die Versorgung im Gesamten gesehen kommt der Konzern sogar auf 45.000 Antennen und bietet damit in Deutschland bereits eine sehr gute Abdeckung. 

Die Standorte ermöglichen aber nicht nur die Aussendung der Signale in 5G, sondern auch in LTE. Diese Kombination soll dafür sorgen, dass die Versorgung mit einem schnellen Internet auch dort gewährleistet ist, wo die Leistung von 5G noch nicht erreicht werden kann. 

Zusätzlich dazu wurden weitere Standorte für die Versorgung mit LTE ausgebaut. Innerhalb von drei Monaten ließ die Telekom mehr als 500 LTE-Standorte errichten. In Bezug auf 5G ist jedoch wichtig zu wissen, dass die versprochenen Leistungen bisher nur in Großstädten erreicht werden. Rund 10 Großstädte können derzeit auf die optimale Versorgung zurückgreifen. 

Vodafone kommt gut voran

Die Ziele, die sich Vodafone für das Jahr 2020 in Bezug auf 5G gesteckt hat, wurden schon längst erreicht und auch noch übertroffen. Dies wurde im Dezember veröffentlicht. Die Informationen beziehen sich dabei nicht nur auf die großen Städte, sondern auch auf das Land und die Kleinstadt. Da die Arbeiten gut vorangekommen sind, sind inzwischen immerhin 16 Millionen Menschen durch Vodafone an das Breitbandnetz angeschlossen worden. Für 2020 hatte sich Vodafone eigentlich das Ziel gesetzt, bis zu 10 Millionen Menschen zu versorgen. Das gesetzte Ziel konnte bereits zu Ende Oktober durch Vodafone abgehakt werden. 

Allerdings hat das Unternehmen an dem Punkt noch nicht aufgehört, sondern weitergemacht. Die Techniker arbeiten im Akkord. Durchschnittlich wird eine Antenne innerhalb von 20 Minuten angeschlossen. Umgerechnet bedeutet dies, dass der Anbieter es schafft, innerhalb von einer Stunde fast 10.000 Menschen an das 5G-Netz anzuschließen. Auch für das kommende Jahr hat Vodafone wieder ein Ziel festgelegt. So sollen bis zum Ende des kommenden Jahres bereits insgesamt 30 Millionen Menschen angeschlossen sein. Wenn mit der bisherigen Geschwindigkeit gearbeitet wird, dann ist zu vermuten, dass dieses Ziel schon deutlich früher erreicht wird. Im Vergleich zur Deutschen Telekom sind dies aber noch immer Zahlen, die eher überschaubar wirken. Immerhin hat die Telekom bereits 55 Millionen Menschen versorgt. 

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Besonderheiten bei Vodafone

Interessant zu wissen ist, dass es bei Vodafone einige Besonderheiten in Bezug auf 5G gibt. So hat das Unternehmen entschieden, die drei Frequenzbereiche miteinander zu kombinieren. Damit steht es in Deutschland ganz allein da. So kann Vodafone in den Städten beispielsweise auf die Mid-Band-Frequenz zurückgreifen. Diese hat eine Höhe von 1,8 Gigahertz und bringen einen Durchmesser von immerhin bis zu 3 km mit. 

Wenn jedoch Orte versorgt werden sollen, an denen zahlreiche Menschen sind und sich hier auch in das Internet einloggen, dann wird auf High-Band zurückgegriffen. Die Leistung bei High-Band liegt bei immerhin 3,5 Gigahertz. Innerhalb eines Kilometers erreicht das High-Band Geschwindigkeiten von bis zu 1 MB pro Sekunde. Auch eine Unterstützung durch Smartphones ist bei diesen Bereichen möglich. 

Low-Band wird ebenfalls eingesetzt, allerdings eher auf dem Land. Gerade das Land ist bei der Versorgung eine echte Herausforderung. Eine große Fläche muss versorgt werden, allerdings leben auf dieser deutlich weniger Menschen. Das heißt auch, dass eine enge Versorgung mit Mid- oder High-Band wirtschaftlich für das Unternehmen nicht von Vorteil wäre. Daher hat der Anbieter hier das Low-Band im Einsatz. Die Leistung liegt bei bis zu 700 Megahertz und kann einen Umkreis von bis zu 8 km abdecken. Allerdings ist die Leistung von 5G dabei auf 100 Megabit pro Sekunde begrenzt. Für die Menschen auf dem Land ist dies oft aber schon ein deutlicher Fortschritt. Wenn sich in Zukunft in den einzelnen Bereichen eine dichtere Besiedelung zeigt, dann kann Vodafone auch nachrüsten und eine der anderen Frequenz-Varianten einsetzen. 

Hat 5G einen Einfluss auf das Klima?

Wenn über 5G gesprochen wird, steht in erster Linie die hohe Leistung beim Internet im Vordergrund. Immer wieder gibt es aber auch Kritik, da es möglich ist, dass 5G das Klima beeinflusst. Aber wie wirkt sich die verbesserte Leistungsfähigkeit tatsächlich auf das Klima aus? Zu diesem Thema hat die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt gemeinsam mit der Züricher Universität eine Studie durchgeführt und auch schon veröffentlicht. 

Die Studie untersucht die Auswirkungen vor allem auch in Bezug auf die Verbesserungen, die eine Verbreitung von 5G mit sich bringen kann. Die Studie bezieht sich auf einen Zeitraum, der bis zum Jahr 2030 gilt. 

Es wird davon ausgegangen, dass die Ausstattung mit 5G für eine Erhöhung des Datenverkehrs sorgt und zwar um das bis zu 8-fache der heutigen Werte. Dadurch ist es auch möglich, andere Anwendungen umzusetzen. Diese können sich auf die Emissionen von CO2 auswirken und diese senken. Die Auswirkungen entstehen vor allem deshalb, weil die transportierten Einheiten in Zukunft eine verringerte Emission mit sich bringen und diese Verminderung liegt bei zu erwartenden 85 %. 

In der Studie wird zudem darauf verwiesen, dass es Potenziale für die Einsparung gibt, die bisher noch gar nicht im Fokus stehen. Wenn eine Versorgung mit intelligenten Stromnetzen durchgeführt wird, dann können auch neue Anwendungen umgesetzt werden. Befürworter von 5G verweisen zudem darauf, dass es in der Zukunft noch deutlich mehr Potenzial für Einsparungen geben wird. Sie verweisen unter anderem auf den Einsatz von autonomen Fahrzeugen sowie der Versorgung von Unternehmen mit intelligenter Technik. Dadurch lässt sich der Verbrauch in zahlreichen Bereich anpassen und senken. 

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Kritik zur Leistung von 5G reißt nicht ab

Die Informationen rund um den Ausbau des 5G-Netzes sind vielversprechend, doch wer sich umfassend mit dem Thema beschäftigt, der dürfte auch die kritischen Stimmen hören, die sich in erster Linie in Bezug auf die Leistung äußern. Der Ausbau des Netzes schreitet gut voran, wie sowohl Telekom als auch Vodafone bekanntgeben. Die Leistungen, die 5G eigentlich mit sich bringen soll, allerdings weniger. Ziel ist es, über das Netz hohe Gigabit-Datenraten übertragen zu können. Zudem sollen Up- und Downloads in Millisekunden erfolgen. Gleichzeitig wurde verbreitet, dass es Slices geben wird, die nur für ganz bestimmte Anwendungen verwendet werden können. 

Alle diese Angaben sind in vielen Teilen Deutschlands kaum zu bemerken. Bei verschiedenen Tests hat sich gezeigt, dass Smartphones sich zwar in das 5G-Netz einloggen können, allerdings lediglich Geschwindigkeiten des LTE-Netzes angeboten werden. 

Viele Menschen surfen also noch in LTE-Geschwindigkeit, aber wenigstens das LTE-Netz steht inzwischen fast 99 % der Menschen zur Verfügung. 

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Netztests zeigen noch viel Luft nach oben

Es gibt bereits einige Netztests, die Aufschluss darüber geben sollen, in welchem Ausmaß die versprochenen Geschwindigkeiten von 5G wirklich schon zur Verfügung stehen. Das Geschwindigkeitsversprechen gibt an, dass die Nutzer Daten versenden und erhalten können mit Geschwindigkeiten, die bei bis zu 1 GB/s liegen. Bei den Tests hat sich gezeigt, dass diese Geschwindigkeiten durchaus möglich sind, allerdings bisher in den wenigsten Gebieten auch zur Verfügung gestellt werden. 

In Bezug auf die Downloads sind Vodafone und auch Telekom ähnlich aufgestellt, wie die Tests ergeben haben. So bewegen sich diese in den Großstädten im Schnitt bei 762 Mbit/s, bei Vodafone ist der Durchschnitt mit 669 Mbit/s angegeben. 

In Bezug auf die Uploads zeigen sich bei den Messungen dagegen bisher noch keine großen Sprünge, von denen die Nutzer profitieren können. Hier sind noch deutliche Verbesserungen notwendig. 

Gut zu wissen ist, dass die Akkus der Smartphones deutlich schneller leerer wurden, wenn die Nutzer sich im 5G-Netz bewegt haben. Das Ziel, auf die Dauer jedoch mit einer deutlich höheren Geschwindigkeit Uploads und Downloads nutzen zu können, wird immer mehr forciert. Daher ist davon auszugehen, dass sich vor allem in den Großstädten im nächsten Jahr noch einiges tun wird. 

Wie können Unternehmen und Anleger von 5G profitieren? 

Gerade für Anleger ist die Frage interessant, was sie in Bezug auf 5G in ihrem Portfolio berücksichtigen sollten. Die Zusammenfassung zeigt, dass nicht nur die Nutzer selbst durch das deutlich schnellere Netz in Zukunft profitieren können. Auch zahlreiche Unternehmen haben Chancen, die sich mit der Nutzung von 5G umsetzen lassen. Dazu gehört unter anderem der Blick auf Entwickler von Smart-Home-Anwendungen. 

Die Thematik des Smart Home steht bereits seit vielen Jahren im Fokus, hat aber auch immer wieder mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Kritik darüber, das häufig die Verbindung zu den integrierten Geräten nicht aufgebaut werden kann, ist zu hören. So können gerade Anwendungen, die eine Ersparnis bei der Energie mit sich bringen und so auch auf die Umwelt einwirken können, nicht effektiv verwendet werden. Mit einem flächendeckenden Netz aus 5G kann sich dies ändern. 

Anleger bleiben dennoch unsicher, in welche Branchen sie investieren sollen. Wer noch nicht bereit ist, direkt Wertpapiere zu kaufen, der kann auch darüber nachdenken, einen ETF zu nutzen oder bei starken Kursveränderungen mit CFDs zu arbeiten. Diese machen es möglich, dass auch kurzfristig von Kurssprüngen profitiert werden kann, dafür aber keine Wertpapiere gehalten werden müssen. 

Fakt ist jedoch, dass es sich bei 5G um das Netz der Zukunft handelt. Während derzeit noch der Ausbau des Netzes im Fokus steht, so wird schon bald der Blick auf die Optionen gerichtet, die angepriesenen Geschwindigkeiten auch flächendeckend erreichen zu können. Anschließend werden die Anwendungen der Zukunft entwickelt, um von 5G weiter profitieren zu können. 

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