Übernahme von Syngenta vorerst gescheitert!

Seit einigen Monaten stand die Frage im Raum, ob das Übernahmeangebot von Monsanto für Syngenta erfolgreich ist. Das Volumen des Angebots lag zunächst bei rund 45 Milliarden Dollar – später besserte Monsanto nach. Doch auch diese erhöhte Offerte wurde vom Management von Syngenta abgelehnt. Das Monsanto-Management hat daraufhin nun sein Übernahmeangebot zurückgezogen. Hier weitere Details dazu.

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Die Schweizer sagten wiederholt „Nein" zum Übernahmenangebot von Monsanto
  • Hintergrundwissen Monsanto und Syngenta
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Die insgesamt rund 45 Mrd. Dollar, welche Monsanto für Syngenta ursprünglich geboten hatte, wurden vom Syngenta-Management als „zu niedrig" bezeichnet. Immerhin lag dieses Angebot zum Zeitpunkt der Veröffentlichung umgerechnet pro Aktie deutlich über dem damaligen Syngenta-Aktienkurs. Doch das Syngenta-Management sagte „Nein“. Monsanto erhöhte sein Angebot, auf rund 47 Mrd. Dollar.

Die Schweizer sagten wiederholt „Nein" zum Übernahmenangebot von Monsanto

Und dann sagten die Schweizer immer noch „Nein“. Wer weiß, wieviel Psychologie bei solchen Verhandlungen mit im Spiel ist. Jedenfalls sagten die Manager von Monsanto gestern, dass sie nun auf die Übernahme verzichten. Das Angebot wird zurückgezogen. Für den Aktienkurs von Syngenta war das – wie in dem Fall nicht überraschend – ein herber Schlag: Am Mittwoch brach der Kurs der Syngenta-Aktie um rund 18% an. Er fiel damit wieder in etwa auf das Niveau vor Bekanntwerden der Übernahmepläne für Syngenta.

Das war wahrscheinlich doch ein bisschen zuviel „Kurseinbruch“. Heute legt die Syngenta-Aktie auch schon wieder rund 5% im Plus. Dabei hilft auch der Rückenwind vom heute fester notierenden Schweizer Aktienmarkt.

Denn Syngenta bleibt auch weiterhin ein Übernahmekandidat. Immer wieder ist auch die BASF als potenzieller Käufer von Syngenta (oder einem Teil des Unternehmens) im Gespräch. Und auch Monsanto selbst hat signalisiert, dass man gesprächsbereit bleiben würde, sofern sich das Syngenta-Management mit dem bisherigen Übernahmeangebot doch noch anfreunden könnte. Monsanto selbst möchte laut eigener Aussage statt der Übernahme nun verstärkt eigene Aktien zurückkaufen. Deren Aktienkurs hat sich in den letzten Monaten nämlich nicht gerade brillant entwickelt, und ein Aktienrückkauf ist bei hohen liquiden Mitteln (für die es keine „bessere Anlagemöglichkeit" gibt) durchaus eine gangbare Möglichkeit zur Kapitalallokation. Die 1-Monats-Performance der Aktie Monsanto liegt bei rund -10% (in US-Dollar gemessen).

Hintergrundwissen Monsanto und Syngenta

Monsanto ist mir persönlich nicht besonders sympathisch – der Anbieter von genmanipuliertem Saatgut ist für seine fragwürdigen Methoden bekannt, zudem werden Geschäfte teilweise auf Kosten von verschuldeten Kleinbauern abgeschlossen, wenn ich das richtig verstanden habe. Monsanto ist dafür bekannt, Patente auf Pflanzensorten und sogar auf „Züchtungsmethoden“ zu beantragen oder – noch krasser – sogar auf bestimmte Arten der Fütterung. Wenn Kleinbauern dann solche Methoden anwenden, könnten sie vielleicht an Monsanto zahlen müssen (ich bin kein Jurist). Und da sträubt sich etwas in mir.

Syngenta wiederum ist ein Schweizer Anbieter, der sehr erfolgreich im Bereich Agrochemie tätig ist. Der Jahresumsatz liegt im Bereich von rund 11,4 Mrd. Euro. Der Bereich „Agrochemie" ist natürlich für Monsanto hoch interessant. Das US-Unternehmen hat sich schließlich (siehe oben) auf genmanipuliertes Saatgut festgelegt.

Klarstellung

Ich weise darauf hin, dass ich in Aktien von SMA Solar investiert habe. Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, mit diesem Basiswert zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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