Übernahmekampf um Syngenta?

Der Hersteller von genmanipuliertem Saatgut, Monsanto, hat bekanntlich ein milliardenschweres Übernahmeangebot für den Schweizer Konzern Syngenta abgegeben. Das Volumen der Offerte liegt bei 45 Milliarden Dollar. Das Management von Syngenta bezeichnete dieses Angebot allerdings als zu niedrig – und BASF hat durchblicken lassen, dass man auch an Syngenta interessiert ist. Bahnt sich nun ein Bieterwettstreit an?

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Chart Syngenta
  • Einigen sich Monsanto und BASF über eine Aufteilung von Syngenta?
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Schauen wir zunächst einmal auf den Kurs de Syngenta Aktie:

Chart Syngenta

Übernahmekampf um Syngenta?

Dargestellt ist der Xetra-Kursverlauf der Aktie. Quelle: Finanzen100

Der zweite (mögliche) Bieter ist der Chemieriese BASF. Und klare Sache: Wenn es zu einem Bieterwettstreit kommen sollte, dann wäre das für die Aktionäre von Syngenta eine feine Sache. Denn ein Bieterwettstreit treibt tendenziell den Preis = Aktienkurs nach oben. Genau das könnte wiederum ein Nachteil für die Aktionäre der Bieter-Unternehmen sein. Denn in so einem Bieter-Wettstreit besteht auch die Gefahr, dass die Konkurrenten sich gegenseitig hochtreiben – und so letztlich mehr zahlen, als es den Interessen der eigenen Aktionäre entspricht.

Syngenta selbst ist mit einem Jahresumsatz von rund 11,4 Mrd. Euro auch kein Leichtgewicht. Die BASF spielt mit über 74 Mrd. Euro Jahresumsatz aber in einer höheren Liga. Und laut Zürcher Kantonalbank wäre Syngenta für BASF eine passende strategische Ergänzung.

Syngenta ist im Bereich Agrochemie tätig und das ist natürlich auch für Monsanto hoch interessant. Das US-Unternehmen hat sich auf genmanipuliertes Saatgut festgelegt. Und in dem Bereich kämpft Monsanto durchaus fragwürdig, finde ich. Da werden Patente auf Pflanzensorten beantragt, sogar auf „Züchtungsmethoden“ oder bestimmte Arten der Fütterung. Theoretisch müssten dann Kleinbauern an Monsanto zahlen, wenn sie solche Methoden anwenden. Meinem Eindruck zufolge zeigt sich Monsanto seit Jahren durchaus nur am eigenen Gewinn und nicht an einem Fortkommen der Gesellschaft interessiert. So sollen in Indien auch durch das Vorgehen von Monsanto zahlreiche Kleinbauern in den Selbstmord getrieben worden sein.

Einigen sich Monsanto und BASF über eine Aufteilung von Syngenta?

Sie sehen schon, dieses Unternehmen ist mir nicht sympathisch, ganz bestimmt nicht, und deshalb würde ich dessen Aktien auch nicht kaufen (außer, um bei der Hauptversammlung Gegenanträge zu unterstützen). Doch das ist nur meine ganz persönliche Ansicht. Monsanto könnte übrigens Probleme mit den Kartellbehörden bekommen, wenn man Syngenta übernimmt. Das Handelsblatt zitiert dazu einen Sprecher der ZKB (Zürcher Kantonalbank) mit diesen Worten: Die Übernahme von Syngenta durch BASF wäre mit „regulatorischen Hürden verbunden".

Deshalb wäre dies ein durchaus wahrscheinliches Szenario: Monsanto spricht sich mit BASF ab – und übernimmt den Hauptteil von Syngenta. Ein Teil jedoch wird an BASF „weitergereicht“, damit die Kartellbehörden einem solchen Deal dann auch zustimmen würden.

Übrigens: Die insgesamt rund 45 Mrd. Euro, welche Monsanto für Syngenta bietet, werden vom Syngenta-Management als „zu niedrig" bezeichnet. Und das, obwohl dieses Angebot umgerechnet pro Aktie deutlich über dem Syngenta-Aktienkurs zum Zeitpunkt der Offerte lag.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, mit diesem Basiswert zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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