Under Armour – Alternative zu Adidas und Nike?

Große Pläne hat der US-Hersteller von Sportbekleidung Under Armour: Man wolle mittel- bis langfristig im gesamten deutschsprachigen Raum an die Top-Sportmarken herankommen. Will heißen: Die Verkäufe sollen dann denen von Adidas & Nike entsprechen. Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg. Doch ist Under Armour auf dem richtigen Weg? Dazu einige interessante Details:

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Adidas: Unbeliebt bei einigen Sportläden?
    • Under Armour: Eine Wachstumsstory
    • Under Armour mit guten Quartalszahlen
    • KGV von aktuell rund 66 ist nicht günstig

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Adidas: Unbeliebt bei einigen Sportläden?

Etwas zum Hintergrund des Unternehmens: Under Armour begann als Anbieter von Kampfsportbekleidung. Im Angebot war und ist auch Schutzzubehör für z.B. America Football. Schritt für Schritt wurde das Sortiment erweitert. Das zahlte sich aus: Umsätze und auch Gewinne stiegen auf diese Weise. Doch Hauptmarkt ist nach wie vor Nordamerika. Ein Artikel im Handelsblatt ließ mich aufhorchen: Demnach sind deutsche Sportladenbesitzer unzufrieden mit den Platzhirschen Adidas und Nike. Dafür sorge zum Beispiel die Produktpolitik von Adidas, bestimmte Artikel nicht mehr im Fachhandel anbieten zu lassen (stattdessen via Internet). Der Fachhandel befürchtet demnach teilweise (zu Recht?), dass die Kunden dann direkt im Internet einkaufen und so die Läden vor Ort das Nachsehen haben.

Quelle: Artikel „Der neue Liebling der Sporthändler“, online abrufbar unter diesem Link

Under Armour: Eine Wachstumsstory

Vor diesem Hintergrund ist bei den Sportläden die Konkurrenz für Adidas und Nike in Form von Under Armour durchaus beliebt. Und Under Armour ist inzwischen auch in Deutschland präsent. So können eigene Mitarbeiter auch persönliche Kontakte zum Fachhandel pflegen und dafür sorgen, dass mehr Produkte von Under Armour dort angeboten werden – oder überhaupt welche. Die Voraussetzungen sind gut, dass Under Armour den eigenen Marktanteil in Deutschland bzw. dem gesamten deutschsprachigen Raum steigert. Allerdings ist das Niveau, von dem man beginnt, auch recht niedrig: Das Handelsblatt nennt als Richtwert die große Sporthandelskette Intersport. Dort rangiere Under Armour unter den Lieferanten erst auf Platz 41. Nun, man wird sehen!

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Under Armour mit guten Quartalszahlen

Fakt ist: Deutschland ist für Under Armour bisher nur ein kleiner, aber aussichtsreicher Markt. Das richtige Geld verdient das Unternehmen nach wie vor auf seinem nordamerikanischen Heimatmarkt. Und dort sah es zuletzt sehr gut aus. Konkret: Im ersten Vierteljahr 2016 konnte Under Armour seine Umsätze insgesamt um 30% auf 1,05 Mrd. Dollar erhöhen. Auch unter dem Strich blieb ein schöner Betrag übrig, denn der operative Gewinn stieg um 26% auf 35 Mio. Dollar. Und auf jede einzelne Aktie bezogen? Da stieg das Ergebnis pro Aktie (verwässert) sogar um 62%, auf den Betrag von 4 US-Cents je Aktie. Allerdings – das sieht absolut gesehen nicht besonders hoch aus. Und das ist auch der Nachteil der Aktie aus fundamentaler Sicht: Sie ist bereits recht hoch bewertet. Konkret:

KGV von aktuell rund 66 ist nicht günstig

Meine Rechnung: Wenn 35 Mio. Dollar operativer Gewinn einem Gewinn pro Aktie von 4 Cents entsprechen, dann sind 503 Mio. Dollar laut einfachem Dreisatz rund 57,5 Cents. Wieso 503 Mio. Dollar? Das ist die Prognose des Managements für den operativen Gewinn für das gesamte Geschäftsjahr. Und nun der Blick auf den Aktienkurs, der im New Yorker Handel bei rund 38 Dollar steht. Damit errechne ich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 66. Und das ist alles andere als günstig.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Bildquelle: pixabay.com

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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