VW: Aktienkurs bricht ein!

Das ist heftig: Volkswagen soll Abgaswerte in den USA manipuliert haben. Dies ist der Vorwurf der US-Umweltbehörde EPA. Und bekanntlich können Strafen für Verfehlungen von Unternehmen in den USA sehr happig ausfallen. Der Aktienkurs von VW reagiert heute heftig: Während ich diese Zeilen schreibe, liegt das Minus bei rund 20%. Und das bei einer DAX-Aktie, an einem Tag! Hier weitere Details:

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • VW: Hohe Strafzahlung in Milliardenhöhe droht
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Damit sind rund 12 Milliarden Euro Marktkapitalisierung bei VW „eingedampft“ worden. Das Tagestief heute lag bei der VW-Aktie (Stammaktie) bei 126,70 Euro. Damit ist das bisherige 12-Monats-Plus schlagartig in ein Minus umgewandelt worden: Auf Jahressicht steht der Kurs der VW-Aktie nun mit rund 7,4% im Minus. Auch die 1-Monats-Performance bewegt sich in ähnlicher Region (aktuell -7,9%).

Was genau hat die EPA (US-Umweltbehörde) denn nun Volkswagen vorgeworfen bzw. gefordert?

  • In den USA gibt es den sogenannten „Clean Air Act“ – dieser soll die Luftqualität verbessern, durch strikte Begrenzung der emittierten Schadstoffe. Ist ja eine feine Sache, finde ich. Nun soll aber VW bzw. dessen Tochter Audi in den USA bei der Angabe der Schadstoffwerte „geschummelt“ haben, so jedenfalls der Vorwurf der EPA.
  • Die EPA fordert deshalb den Rückruf von bis zu 482.000 Wagen in den USA (von den Marken Volkswagen und Audi), betroffen sind demnach Diesel-KFZ.
  • Volkswagen teilte mit, bei den Ermittlungen mit den Behörden „kooperieren“ zu wollen. Mit anderen Worten: Da ist wohl was dran an den Vorwürfen, sonst hätte es wohl eher ein entrüstetes Dementi gegeben.

Quelle: Spiegel, Beitrag: USA: Umweltbehörde fordert Rückruf von fast 500.000 VW

Es soll um gezielte Manipulationen an einer Software gegeben haben. Demnach hätte diese bei einigen Modellen eine niedrigere Luftverschmutzung durch Emissionen angezeigt, als es tatsächlich der Fall gewesen wäre. Dem Bericht zufolge soll es um Volkswagen Jetta und auch Golf, Beetle und Passat-Fahrzeuge der Jahre 2009 bis 2015 gehen.

VW: Hohe Strafzahlung in Milliardenhöhe droht

Dies ist ein herber Nackenschlag für VW. Und wenn die Vorwürfe berechtigt sind, dann ist dieser Nackenschlag auch nur berechtigt. VW-Aktionäre machen sich nun aber natürlich Sorgen über die weitere Entwicklung. Denn die EPA ist dafür bekannt, saftige Bußgelder verhängen zu können. Hier soll es um eine drohende Strafzahlung für VW von bis zu 18 Milliarden Dollar gehen. Richtig, 18 Milliarden Dollar! Und da relativiert sich auch die Feststellung von mir in der Einleitung, dass nach dem Kurseinbruch der VW-Aktie eine Marktkapitalisierung von rund 12 Milliarden Euro „weggedampft“ worden ist. Denn 12 Mrd. Euro, das sind rund 13,5 Mrd. Dollar. Damit wird sozusagen im Kurs vorweggenommen, dass VW eine Strafzahlung in dieser Höhe leisten muss. Und das würde die Marktkapitalisierung des Konzerns in der Tat entsprechend senken.

Fazit: Die Höhe der Strafzahlung der EPA hängt derzeit wie ein Damoklesschwert über der VW-Aktie. Wir sollten allerdings auch nicht vergessen, dass dies wohl wahrscheinlich ein „Einmaleffekt“ ist, der sich nicht auf die laufenden operativen Geschäfte des Konzerns auswirken sollte (bzw. in dem Sinne, dass die Abgaswerte nun eingehalten werden!). Die Marktteilnehmer nehmen durch den Kurssturz eine Strafzahlung von rund 13,5 Mrd. Dollar vorweg. Sollte diese höher ausfallen, sind durchaus weitere Kursverluste drin. Und analog dazu natürlich auch das Gegenteil (Erholungspotenzial bei geringer ausfallender Strafzahlung.

Klarstellung

Ich weise darauf hin, dass ich in Aktien von SMA Solar investiert habe. Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, mit diesem Basiswert zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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