Weltbörsen: Hält der Crash-Modus an?

Die neue Woche hat mit tiefroten Zahlen begonnen, was die Aktienkursveränderungen betrifft. Direkt am gestrigen Montag hatte es sehr schwache Vorgaben im asiatischen Handel gegeben. Die Kurse in Shanghai waren um über 8% eingebrochen. Diese massiven Kursverluste ließen dann auch andere Börsen fallen – darunter den DAX, der das erste Mal seit Januar wieder unter 10.000 Punkte fiel. Hier der Blick auf weitere Details.

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Panikstimmung am chinesischen Aktienmarkt?
  • Heutige Kursgewinne nur technische Gegenbewegung oder Trendwende?
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
Michael Vaupel

Letzte Artikel von Michael Vaupel (Alle anzeigen)

Ich halte wenig davon, hochzurechnen, wieviel „Kapital verdampft“ ist, nur weil ohnehin volatile Aktienkurse das tun, was sie eben immer tun: schwanken. Diese Berechnung, die ich im Handelsblatt las, möchte ich aber dennoch zur Einleitung zitieren. Demnach ist die Marktkapitalisierung der deutschen Aktien seit dem Topp im April um über 300 Mrd. Euro gesunken. Übrigens sind deutsche Aktien im internationalen Vergleich (mit den etablierten großen Börsen) durchaus überdurchschnittlich stark gefallen. Während der Dow Jones gegenüber seinem bisherigen Topp „nur“ gut 7% abgegeben hat (per Stand gestern), waren es beim DAX doch schon rund 16%. Doch immerhin: Die 12-Monats-Performance des DAX ist mit +3,3% noch positiv. Es gibt wirklich schlimmere 12-Monats-Werte als dieses kleine Plus.

Panikstimmung am chinesischen Aktienmarkt?

Was ist nun eigentlich der Anlass für die weltweit roten Zahlen? Immer wieder heißt es: China, China, China! Von Reuters wurde ein chinesischer Analyst zitiert mit den Worten, dass Panikstimmung den Markt dominiere. Das verwundert nicht – wenn Sie bedenken, dass die Kurse der chinesischen B-Aktien am Montag um über 8% eingebrochen sind. Als der Shanghai Composite Index heute dann im frühen Handel erneut kräftig im Minus stand (bei Handelsbeginn über 5%), da wurden zahlreiche Marktteilnehmer offensichtlich auf dem falschen Fuß erwischt.

Heutige Kursgewinne nur technische Gegenbewegung oder Trendwende?

Dennoch: Heute zeigte sich, dass nicht mehr alle Weltbörsen den schwachen Vorgaben der chinesischen Börsen folgten, sondern durchaus ein „Eigenleben“ entwickelten. Sogar der chinesische Handelsplatz Hongkong löste sich von den Vorgaben der chinesischen Festlandsbörsen und konnte ins Plus steigen. Dasselbe galt für die Börse Sydney. Und während ich diese Zeilen schreibe – kurz vor Aufnahme des heutigen Xetra-Handels – steht die Deutsche Bank Indikation für den DAX ebenfalls im Plus.

War es das also bereits mit dem durch den „China Crash“ abgeleiteten weltweiten Kursverlusten? Möglicherweise. Vielleicht hat die chinesische Zentralbank durch ihre Maßnahmen (sie soll heute laut Reuters umgerechnet 23 Mrd. Dollar in den chinesischen Interbankenmarkt gepumpt haben) den Kursverfall gestoppt. Andererseits: Die chinesischen Aktienkurse waren nun auch wirklich heiß gelaufen. Wieso soll es da denn immer „künstlich“ (geldpolitische Maßnahmen) verhindert werden, wenn es dann zur Korrektur kommt? Wer zu hohen Bewertungen einsteigt, sollte erfahren, dass das auch schief gehen kann. Was mir nicht gefällt ist die Tatsache, dass dann bei einer Korrektur der China-Börsen auch DAX & Co. unter die Räder kommen. Die Logik „dann sinken die deutschen Exporte nach China“ halte ich für übertrieben. Die Chinesen werden auch weiterhin z.B. deutsche Autos kaufen, oder denken Sie das wird wegen Kursverlusten am Aktienmarkt eingestellt? Und was das „niedrige Wachstum“ in China betrifft:

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, mit diesem Basiswert zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.