Wird CTS Eventim Unister übernehmen?

Heute machen Nachrichten beziehungsweise Gerüchte die Runde, denen zufolge das angeschlagene Unternehmen Unister von CTS Eventim übernommen werden könnte. Ist da was dran? Und würde es nur um eine Minderheitsbeteiligung oder um eine volle Übernahme gehen? Hier ein Überblick über die aktuelle Nachrichtenlage:

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Unister: Starke Marktstellung – schwache Finanzen
  • CTS Eventim ist der größte Ticketvermarkter in Europa
  • CTS Eventim und Unister: Viele Fragezeichen!
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
Michael Vaupel

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Das Handelsblatt sieht es jedenfalls recht eindeutig. Dort lautet die Überschrift eines Artikels zu der Thematik: „CTS Eventim wirbt um Unister“. Zu Unister gehören Seiten wie „ab-in-den-Urlaub.de“ – das Unternehmen ist auf dem deutschen Markt durchaus Platzhirsch im Bereich E-Commerce. Aber man hat es mit dem Wachstum wohl „übertrieben“. Sprich: Anfangsverluste sind ja akzeptabel – aber wenn zu viel in neue Projekte gesteckt wird und das auf Schuldenbasis, dann kann es übel ausgehen. Das Handelsblatt berichtet, dass für 2014 noch nicht einmal eine testierte Bilanz vorliegen soll. Von einer „bilanzielle Überschuldung“ ist dem Handelsblatt vorliegenden Informationen zufolge für den Jahresabschluss 2013 die Rede. Das sieht nicht gut aus bzw. hört sich nicht gut an. Da könnte ein Notverkauf anstehen, sonst könnte die Insolvenz drohen. „Nicht gut“ natürlich aus Sicht von Unister.

Unister: Starke Marktstellung – schwache Finanzen

Aus Sicht eines potenziellen Käufers kann das schon wieder ganz anders aussehen. Denn ein Unternehmen mit einer sehr starken Stellung am deutschen E-Commerce-Markt, welches aber Liquiditätsprobleme hat – das kann für einen potenziellen Investor sehr, sehr günstig sein. Denn das könnte auch bedeuten, dass der Kaufpreis im Sinne des Investors „eher günstig“ ausfallen könnte. Genau deshalb gibt es auch von Seiten von Unister noch keine offizielle Stellungnahme dazu. Die Anteile an Unister verteilen sich übrigens an insgesamt 5 Gründer. Da bestehen also auch Fragezeichen in Bezug auf deren persönliche Präferenzen. Einigen Berichten zufolge soll es auch Verhandlungen mit ProSiebenSat1 gegeben haben und mit einem Finanzinvestor, das habe aber wohl zu nichts geführt.

CTS Eventim ist der größte Ticketvermarkter in Europa

Nun also CTS Eventim. Das Unternehmen mit Sitz in Bremen ist eigentlich in einem anderen Bereich aktiv: Bekanntlich ist CTS Eventim laut eigenen Angaben der größte Tickethändler Europas. Es würden sich Analysten zufolge Synergieeffekte ergeben. Denn Unister könnte dann auch auf die funktionierende IT von CTS Eventim zurückgreifen. Der Kaufpreis könnte – wiederum das Handelsblatt als Quelle – im Bereich 100 bis 150 Mio. Euro liegen. Von den Bewertungen im Bereich von bis zu einer Milliarde Euro, von denen noch vor wenigen Jahren die Rede war, wird derzeit nicht mehr gesprochen.

CTS Eventim und Unister: Viele Fragezeichen!

Es gibt weitere Fragezeichen. So sollen laut Handelsblatt rund 50 Mio. Euro Kreditvolumen, die Unister von der Versicherung Hanse Merkur erhalten hatte, seit Oktober fällig sein. Hier weiß man auch nicht, wie sich Hanse Merkur verhalten wird (so das denn stimmt). Der Kreditgeber könnte Druck machen, dass er sein Geld sehen will – oder einer Verlängerung zustimmen. Oder auf einen Teil der Forderung verzichten – und im Gegenzug eine Beteiligung an Unister erhalten. Hier stehen diverse Optionen im Raum, es könnte also noch durchaus spannend werden in Bezug auf Unister. Ich persönlich hoffe nur, dass dies nicht auf Kosten der Arbeitnehmer(innen) gehen wird.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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