Zinsanstieg bei Bundesanleihen trifft auch Unternehmensanleihen!

Sie hatten es sicher mitbekommen: Bei deutschen Staatsanleihen gab es in den vorigen Wochen einen deutlichen Anstieg der Renditen. Und zwar sind die Renditen von unter 0,2%, die wir bei den 10jährigen Bundesanleihen im April gesehen haben, nun offensichtlich erstmal Vergangenheit. Ich verweise dazu und zu den Hintergründen auf meinen Beitrag zu diesem Thema:

LINK Bundesanleihen: Milliarden Euro verdampft!

Inhaltsverzeichnis

  • Rendite von 10jährigen Bundesanleihen stieg auf 0,67%
  • Zuletzt relativ hohe Umsätze auch bei Hybridanleihen
  • Beispiel Hybridanleihe von Volkswagen International Finance N.V.:
    • Hybridanleihe mit Kursverlust von rund 6 Prozentpunkten
    • Klarstellung

Rendite von 10jährigen Bundesanleihen stieg auf 0,67%

Zum Zeitpunkt des Verfassens des Beitrags war die Rendite 10jähriger Bundesanleihen von rund 0,2% auf 0,67% gestiegen. Inzwischen stehen wir weiterhin in etwa auf diesem Niveau: Die 10jährigen Bundesanleihen gingen mit einer Rendite von 0,64% ins Wochenende.

Dieser Renditeanstieg bei Bundesanleihen blieb nicht nur auf diese beschränkt: Auch bei Anleihen deutscher Unternehmen gab es einen spürbaren Anstieg der Renditen. Anstieg der Renditen – im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die Kurse von handelbaren Anleihen zurückgingen.

Zuletzt relativ hohe Umsätze auch bei Hybridanleihen

Hohe Umsätze an der Börse Stuttgart gab es u.a. bei Hybridanleihen von Volkswagen International Finance N.V. und der Bayer AG. Da gab es zwischenzeitlich Kursverluste von bis zu 6% innerhalb von zwei Wochen. Für Anleihen solcher Schuldner mit gutem Rating sind solche Kursbewegungen durchaus viel!

Hybridanleihen
Eine Hybridanleihe ist eine Art Zwitter („hybrid“) zwischen Eigen- und Fremdkapital. Eine Anleihe mit fester Laufzeit, festem Kupon und festem Nominalwert ist für ein Unternehmen üblicherweise Fremdkapital. Hybridanleihen aber haben manchmal kein Laufzeitende (dafür Kündigungsrecht des Emittenten), sie sind nachrangig (im Fall der Zahlungsunfähigkeit stehen sie hinten an), bieten dafür üblicherweise höhere Zinsen. Aufgrund der höheren Zinsen sind diese Anleihen für manche Investoren interessant – es muss aber klar sein, dass die Risiken gegenüber einer „normalen“ Anleihe desselben Emittenten üblicherweise höher sind.

Beispiel Hybridanleihe von Volkswagen International Finance N.V.:

Beispiel die Volkswagen International Finance N.V. Hybridanleihe mit der ISIN XS1206541366. Diese Hybridanleihe hat kein vorgesehenes fixes Kündigungsende. Der Emittent kann erstmal zum 20. März 2030 kündigen, zu 100% des Nominalwertes. Danach immer zum jeweils darauf folgenden 20 März, zu 100% des Nominalwertes.

Als Käufer einer Anleihe sollten Sie dies unbedingt beachten. Bis zum 20. März 2030 bietet diese Anleihe einen fixen Kupon von 3,5%, danach wird der Kupon variabel (für die Details schauen Sie bitte in den Verkaufsprospekt). Dies ist deutlich anders als im Fall einer „herkömmlichen" Anleihe mit fester Laufzeit, festem Nominalwert und festem Kupon.

Hybridanleihe mit Kursverlust von rund 6 Prozentpunkten

Diese Hybridanleihe ist keine Empfehlung von mir – sie ist lediglich ein Beispiel für die Kursentwicklung bei den Unternehmensanleihen in den letzten Wochen. Denn diese Anleihe wurde erst im März dieses Jahres emittiert. Sie stieg bis auf rund 103,5% – und kam im gerade beschriebenen allgemeinen Kursrückgang bei deutschen Anleihen ebenfalls etwas unter die Räder und notiert aktuell im Bereich 96,5%.

Bitte beachten Sie: Die Notierung bezieht sich immer auf den Nominalwert, in diesem Fall 1.000 Euro je Stück.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, mit diesem Basiswert zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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