Aktuelle Entwicklungen am ETF-Markt

Gerade habe ich mir angeschaut, wie sich zuletzt die Zu- und Abflüsse bei ETFs entwickelt haben. Interessanterweise habe ich da gerade im Bereich Anleihen ETFs in einigen Sub-Sektoren eine Trendwende feststellen können. Zu den Details:

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Anleihen ETFs im April generell gefragt
  • Achten Sie auch bei ETFs auf die Gebühren
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Besonders bei den ETFs auf deutsche Staatsanleihen fiel mir auf, dass es da einen „Turnaround“ gab: Im März waren fast 300 Mio. Euro netto abgeflossen – und im April gab es dann netto einen Zufluss von 128 Mio. Euro. Damit waren deutsche Staatsanleihen trotz historisch niedrigem Zinsniveau im April offensichtlich wieder deutlich beliebter bei den Anlegern. Bzw. genauer gesagt – nicht deutsche Staatsanleihen, sondern ETFs auf deutsche Staatsanleihen. (Quelle der Zahlen dieses Beitrags: Lyxor ETF, Bloomberg)

ETFs und Zu-/Abflüsse
Bei ETFs kann sich der Blick auf die Netto-Zuflüsse bzw. Netto-Abflüsse lohnen, um aktuelle Trends besser einschätzen zu können. Die Netto-Zuflüsse/Netto-Abflüsse errechnen sich, indem von den Zuflüssen die Abflüsse abgezogen werden. Wenn unter dem Strich ein positiver Wert verbleibt, handelt es sich um einen Netto-Zufluss. Wenn als Saldo ein Minus bleibt, gab es einen Netto-Abfluss. Insbesondere aus einem Vergleich dieser Werte im Zeitablauf können sich interessante Rückschlüsse ziehen lassen.

Eine ähnliche Tendenz gab es auch bei ETFs auf Anleihen von Schwellenländern („Emerging Markets“): Während es da im März ebenfalls Netto-Abflüsse gab, wurden im April vergleichsweise hohe Netto-Zuflüsse (+268 Mio. Euro) verzeichnet.

Anleihen ETFs im April generell gefragt

Generell lässt sich festhalten, dass Anleihen ETFs im April recht gefragt waren. Das galt auch für ETFs auf US-Anleihen. Und bei ETFs auf europäische Anleihen insgesamt lagen die Netto-Zuflüsse im April bei satten 1,0 Milliarden Euro. Das war zwar ein gewisser Rückgang gegenüber dem Vormonat, aber immer noch der dritthöchste Wert der letzten 12 Monate.

Wahrscheinlich geht es den Käufern von ETFs auf deutsche Staatsanleihen weniger um Rendite (welche Rendite?), sondern um Kapitalerhalt. Und dann können ETFs auf deutsche Staatsanleihen durchaus eine Rolle spielen. Aber auch dann würde ich mir überlegen, lieber direkt auf bestimmte Staatsaanleihen zu setzen, um die Gebühren zu umgehen.

Letztlich spielen hier aber so viele Faktoren wie die individuelle Situation des jeweiligen Anlegers mit hinein, dass sich dazu keine pauschalen Empfehlungen geben lassen.

Achten Sie auch bei ETFs auf die Gebühren

Was ich Ihnen aber durchaus klarv raten kann: Schauen Sie sich genau an, wie hoch die Gebühren pro Jahr sind, wenn Sie einen Fonds kaufen möchten. In Zeiten niedriger Zinsen schlagen die Gebühren nämlich viel stärker als sonst zu Buche. Denn in Zeiten höherer Zinsen fressen die Gebühren einen relativ geringeren Anteil der jährlichen Rendite.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, mit diesem Basiswert zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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