ÖkoDAX – das nachhaltige Pendant zum DAX

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 01.01.2020


Nachhaltigkeit ist nicht nur bei vielen Unternehmen ein wichtiges Thema, da es zu einer besseren Umweltbilanz führt und Wettbewerbsvorteile verschafft. Auch immer mehr Anleger setzen auf Nachhaltigkeit und investieren in nachhaltige Geldanlagen. Eine gute Investitionsmöglichkeit sind nachhaltige Aktien. Ein deutscher Index, der nachhaltige Unternehmen listet, ist der ÖkoDAX als Pendant zum DAX. Dieser Index steht jedoch immer häufiger in der Kritik. Er enthält Unternehmen aus dem Sektor der Erneuerbaren Energien. Die enthaltenen Unternehmen werden nach ihren Aktienkursen gelistet. Um zu investieren, können Sie Aktien kaufen, doch sind auch ETFs verfügbar.
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Was ist der ÖkoDAX?

Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich um einen deutschen Aktienindex, der parallel zum Leitindex DAX geführt wird. Es handelt sich um einen Nachhaltigkeitsindex, der in der letzten Zeit jedoch stark im Kurs gesunken ist und immer häufiger in der Kritik steht. Dieser Index wurde am 04. Juni 2007 eingeführt. In ihm sind bis zu zehn Unternehmen enthalten, die dem Prime Standard entsprechen. Es handelt sich also um erfolgreiche Unternehmen mit einer guten Performance am Aktienmarkt. Eine Besonderheit dieses Indexes ist, dass in ihm ausschließlich Unternehmen aus der Branche der Erneuerbaren Energien gelistet sind. Das ist ein Kritikpunkt, da auch andere Unternehmen nachhaltig sind. Geht es um die Nachhaltigkeit der gelisteten Unternehmen, ist das ein weiterer Kritikpunkt, da die entsprechenden Positiv- und Negativkriterien für die Nachhaltigkeit nicht herangezogen werden.
Die in diesem Index gelisteten Unternehmen sind jeweils wertmäßig zu gleichen Anteilen, mit jeweils 10 Prozent, vertreten. Alle gelisteten Unternehmen haben ihren Sitz in Deutschland. Aufgrund der Aktienkurse des Systems Xetra wird dieser Index in jeder Minute neu als Performanceindex und als Kursindex berechnet. Vierteljährlich, jeweils im März, Juni, September und Dezember, wird über die Zusammensetzung des Indexes entschieden. Dieser Index gehört genau wie DAX, MDAX, TecDAX und SDAX zum Prime-Standard an der Deutschen Börse. Der Index wird im elektronischen Handelssystem Xetra geführt. Möchten Sie in den Index investieren, können Sie Aktien der gelisteten Unternehmen kaufen, aber auch in ETFs investieren. ETFs bieten eine gute Streuung und enthalten alle gelisteten Wertpapiere.

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Zusammensetzung und Entwicklung des Indexes

Die Berechnung des Indexes erfolgt auf der Grundlage der Aktienkurse der ausgewählten Unternehmen im Xetra. Verschiedene Unternehmen zeichnen sich durch eine besonders lange Zugehörigkeit aus. Im Mai 2013 waren CropEnergies AG, Nordex, QCells (Global PVQ), PNE Wind AG, SolarWorld AG und Verbio Ver. Bioenergie AG die Unternehmen mit der längsten Zugehörigkeit. Sie waren bereits bei der Gründung des Indexes dabei. Verbio war Mitglied mit Unterbrechungen. SMA Solar Technologie kam 2008 hinzu. Nicht alle diese Unternehmen sind noch im Index gelistet. Im Laufe der Zeit kamen andere Unternehmen hinzu, während einige den Index aus verschiedenen Gründen verlassen mussten. Einige Unternehmen können nicht mehr in den Index aufgenommen werden. Die Gründe dafür sind

  • Insolvenz der betreffenden Unternehmen
  • Übernahme durch ein anderes Unternehmen
  • Verlust der Börsenzulassung des Unternehmens.

Teilweise sank die Zahl der Mitgliedsunternehmen auf sieben. Ein solches Unternehmen war Conergy, das bei der Gründung des Indexes dabei war, aber inzwischen insolvent ist. Auch CentroSolar und S.A.G. Solarstrom waren Mitglieder im Index. Sie wurden 2012 aufgenommen, sind jedoch inzwischen insolvent. PETROTEC AG wurde 2014 in den Index aufgenommen, hat aber inzwischen die Börsenzulassung verloren.
Gegenwärtig sind im Index neun Unternehmen gelistet. Es handelt sich dabei um Crop Energies, Nordex, Phoenix Solar, Heliocentris Energy Solutions, PNE, SFC Energy, SMA Solar, Solar World und Verbio. Einige dieser Unternehmen sind bereits von Anfang an dabei. Aufgrund der großen Konkurrenz unter den Herstellern von Solaranlagen sind verschiedene Solaranlagenhersteller, die Mitglied im Index waren, inzwischen insolvent.

Die Wertentwicklung im Index

Bereits kurz nach seiner Gründung, am 16. Juli 2007, erreichte der Index mit 837 Punkten seinen Höchststand im Kursindex. Einen Tag vor der Katastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima, am 10. März 2011, fiel der Index auf 200 Punkte ab. Er stieg dann bis zum 15. März auf 251 Punkte an und erreichte nach Gewinnmitnahmen am 28. März mit 257 Punkten ein neues Hoch. Das kann an der Konkretisierung des Atomausstiegs in Deutschland zu dieser Zeit liegen. In den folgenden Monaten fiel der Index jedoch kontinuierlich ab, bis er am 04. Oktober 2013 seinen Tiefstand von 110 Punkten erreichte. Innerhalb von mehr als sieben Monaten sank er ungefähr um 57 Prozent. In Deutschland sind verschiedene andere Unternehmen auf dem Sektor der Erneuerbaren Energien tätig, die jedoch nicht in diesem Index gelistet sind. Der Kursverlauf dieser Unternehmen ist sehr unterschiedlich. Vestas Wind Systems ist nicht in diesem Index gelistet. Die Aktien dieses Unternehmens fielen von März bis November 2011 um über 70 Prozent. Solar Millennium ist ein weiteres nicht in diesem Index gelistetes Unternehmen. Die Verluste der Aktien von April bis Oktober 2011 lagen sogar bei mehr als 90 Prozent des Börsenwertes. Schließlich kam es am 21. Dezember 2011 zur Insolvenz. Anders verhielt sich der Kurs von Aleo Solar, denn hier stieg der Aktienkurs von 18 Euro auf 26 Euro.
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Ein Index mit Gewinnern und Verlierern

Der Index ist durch Gewinner und Verlierer geprägt. PNE Wind wurde im zweiten Halbjahr 2012 zum Aufsteiger des Jahres. Der Index musste jedoch am 21. November 2012 mit 42,39 Punkten seinen bis dahin niedrigsten Stand im Kursindex verzeichnen. Nordex, ein weiteres wichtiges Mitglied, stieg ab Dezember 2012 im gleichen Maß wie PNE.
Der Index erlaubt keine Rückschlüsse auf die Branche der erneuerbaren Energien, da sich die Aktien der gelisteten Unternehmen unterschiedlich entwickeln, wie die Beispiele zeigen.
Im Laufe der Zeit ist der Index stark im Kurs gesunken. Einen erneuten Tiefstand musste er mit 27,50 im Kursindex am 02. Februar 2015 verzeichnen. Ein erneuter Kurverfall trat im Dezember 2016 ein, als der Index auf 21,00 landete. Gegenüber dem Höchststand aus dem Jahr 2007 ist das ein Kursverlust von 97 Prozent. Inzwischen ist der Kurs noch weiter gesunken. Am 19. Dezember 2018 lag der Kurs bei 18,24.
Nicht alle Unternehmen, die in diesem Index gelistet sind, zählen zu den Verlierern. Gute Kursentwicklungen sind bei

  • PNE
  • Crop Energies
  • Heliocentris Energy Solutions
  • Nordex

zu verzeichnen. Verschiedene Unternehmen im Index weisen verhältnismäßig stabile Kursentwicklungen auf.
Der Index enthält nur Unternehmen aus dem Sektor der Erneuerbaren Energien, doch unterscheiden sie sich in ihren Geschäftsfeldern. Einige Unternehmen sind mit der Solarenergie beschäftigt. Sie stellen Solaranlagen her oder sind anderweitig in diesem Bereich tätig. Auch die Windkraft nimmt in diesem Index einen wichtigen Platz ein.

Kritik am Index

Der ÖkoDAX gilt zwar als Nachhaltigkeitsindex, doch wird er immer wieder kritisiert. Ein Grund zur Kritik ist, dass lediglich Unternehmen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien gelistet sind und dass auch keine Unternehmen aus anderen Bereichen aufgenommen werden. Auch andere Unternehmen wirtschaften nachhaltig und sind in verschiedenen Bereichen von Umweltschutz und natürlichen Ressourcen tätig.
Kritik musste der Index im Jahr 2012 im Zusammenhang mit seinem Niedergang hinnehmen. Kritisiert wurde, dass viele Unternehmen, die im Index gelistet sind, nicht nachhaltig genug wirtschaften. Erneuerbare Energien können zwar ein Faktor für Nachhaltigkeit sein, doch müssen diese Unternehmen deshalb nicht tatsächlich nachhaltig arbeiten. Stellt ein Unternehmen beispielsweise Solaranlagen her und bezieht es seine dafür erforderlichen Rohstoffe aus nicht nachhaltigem Abbau, wirtschaftet es nicht nachhaltig. Ein weiteres Beispiel ist das Abholzen großer Waldflächen, um einen Windpark zu errichten.
Der Name des Indexes hat nichts mit ökologisch zu tun, auch wenn er das vermuten lässt. Eine entsprechende Bewertung der gelisteten Unternehmen im Bezug auf Nachhaltigkeit erfolgt nicht. Um Unternehmen auf ihre Nachhaltigkeit zu beurteilen, müssen Positivkriterien wie faire Entlohnung, menschenwürdige Arbeitsbedingungen, sparsamer Umgang mit den Ressourcen, Verringerung der Emissionen oder Beiträge zu gemeinnützigen Einrichtungen herangezogen werden. Auch Negativkriterien wie Missachtung der Menschenrechte oder gravierende Eingriffe in die Natur müssen berücksichtigt werden.
Auch entspricht die Zusammensetzung sowie auf der Internetseite der Deutschen Börse nicht mehr dem tatsächlichen Stand.

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Wie sinnvoll ist eine Investition in diesen Index?

Möchten Sie in diesen Index investieren, können Sie in Aktien der entsprechenden Unternehmen investieren. Eine weitere Möglichkeit für die Investition sind ETFs. Sie können jedoch auch verschiedene Zertifikate oder Optionen erwerben.
Um zu investieren, sollten Sie die Entwicklung des Indexes betrachten. Er lässt jedoch keine Rückschlüsse auf die allgemeine Entwicklung der Erneuerbaren Energien zu. Sie sollten nicht nur den Kursverlauf des Indexes betrachten, denn im Laufe der Zeit ist der Kurs immer weiter gefallen. Da der Index stark in der Kritik steht, kann nur darüber spekuliert werden, ob es irgendwann wieder zu einem Kursanstieg kommt.
Sie sollten auf die Unternehmen achten, die bereits von Anfang an im Index gelistet sind und sich durch eine stabile Entwicklung auszeichnen. Möchten Sie Aktien kaufen, sollten Sie in Aktien dieser Unternehmen investieren. Sie sollten die Aktienkurse über längere Zeit im Auge behalten. Auch die Entwicklung der Dividende über längere Zeit spielt eine Rolle bei der Entscheidung.
Aktien aus dem ÖkoDAX können als Beimischung für das Portfolio verwendet werden. Möchten Sie nachhaltig investieren, sollten Sie darauf achten, wie nachhaltig die verschiedenen Unternehmen arbeiten.
Ein geringeres Risiko als mit den Aktien gehen Sie mit ETFs ein, da alle gelisteten Wertpapiere enthalten sind und da die ETFs die Wertentwicklung des Indexes abbilden.
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Investition in Aktien des Indexes

Eine gute Investitionsmöglichkeit sind Aktien von Unternehmen, die in diesem Index gelistet sind. Sie sollten sich genau über die Unternehmen informieren, die in diesem Index vertreten sind. Sinnvoll sind Aktien von Unternehmen, die diesem Index schon seit sehr langer Zeit angehören. Allerdings können auch Aktien von Unternehmen, die erst vor kurzer Zeit diesem Index beigetreten sind, eine gute Entscheidung sein.
Die Beispiele von verschiedenen Unternehmen, die im Index enthalten waren, aber inzwischen insolvent sind, zeigen, dass unter den Unternehmen der Erneuerbaren Energien ein starker Konkurrenzkampf herrscht. Die Solarbranche ist ein typisches Beispiel. Es kann zu Totalverlusten bei den Aktien kommen . Auch Übernahmen durch andere Unternehmen können Totalverluste zur Folge haben.
Aktien sind als langfristige Geldanlage gut geeignet. Viele Unternehmen zahlen eine Dividende als Gewinnausschüttung an die Aktionäre. Da es sich um deutsche Unternehmen handelt, erfolgt die Dividendenzahlung einmal im Jahr.
Möchten Sie in Aktien investieren, sollten Sie den Kurs über längere Zeit verfolgen. Sie sollten auch auf die Entwicklung der Dividende achten. Haben Sie in Aktien aus dem Index investiert, sollten Sie den Kurs immer im Auge behalten. Sie sollten auch die Wirtschafts- und Finanznachrichten aufmerksam verfolgen, um die Aktien rechtzeitig zu verkaufen, wenn es zu Insolvenzen oder Übernahmen kommen sollte.
Für eine gute Risikostreuung sollten Sie Aktien mehrerer Unternehmen erwerben und nicht nur in Aktien aus diesem Index investieren.

Investition in ETFs

Als börsengehandelte Fonds bilden die ETFs die komplette Wertentwicklung innerhalb eines Indexes ab. Sie enthalten alle Wertpapiere, die innerhalb eines Indexes gelistet sind. Der Vorteil liegt in einer breiten Risikostreuung. Da der Index jedoch gegenwärtig nur neun Unternehmen enthält, ist die Risikostreuung geringer als bei anderen Indizes wie dem DAX, der 30 Unternehmen enthält. Ein ETF auf diesen Index der Erneuerbaren Energien kann daher volatiler sein als bei einem anderen Index. Die höhere Volatilität ergibt sich auch aus der Tatsache, dass einige Unternehmen den Index verlassen, wenn sie insolvent sind oder von anderen Unternehmen übernommen werden. Bei den Erneuerbaren Energien herrscht ein starker Konkurrenzkampf. Ein Vorteil der ETFs sind gute Renditen. Da der Index im Laufe der Zeit im Kurs stark gesunken ist, kann es jedoch auch zu Verlusten bei den ETFs kommen. Die ETFs werden an der Börse gehandelt und nicht durch einen Fondsmanager verwaltet. Das hat den Vorteil niedriger Kosten.
In ETFs können Sie langfristig investieren und eine Einmalzahlung leisten. Sie erwerben einen Anteil an dem ETF, den Sie jederzeit wieder verkaufen können.
Möchten Sie nur geringe Beträge anlegen, können Sie in einen ETF-Sparplan einzahlen und in jedem Monat einen festgelegten Betrag einzahlen. Das ist schon mit geringen Beträgen möglich. Ein ETF-Sparplan kann über mehrere Jahre bespart werden. Er ist eine gute Möglichkeit für einen langfristigen Vermögensaufbau.

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Fazit: Ein Index, der in der Kritik steht

Der ÖkoDAX ist ein Index der Deutschen Börse, der seit 2007 besteht. Er erreichte im Juli 2017 seinen Höchststand, doch im Laufe der Zeit kam es zu starken Kursverfällen. Der Index enthält deutsche Unternehmen aus dem Sektor der Erneuerbaren Energien. Gegenwärtig sind neun Unternehmen gelistet. Einige Unternehmen sind bereits seit der Gründung des Indexes im Index enthalten. Der Index steht immer wieder in der Kritik. Ein Kritikpunkt ist, dass nur Unternehmen aus dem Sektor der Erneuerbaren Energien, aber keine anderen nachhaltigen Unternehmen enthalten sind. Der Name Öko führt in die Irre. Um in den Index aufgenommen zu werden, zählt lediglich der Aktienkurs, nicht aber die Nachhaltigkeitsbilanz. Der Index bildet keine Entwicklung innerhalb der Erneuerbaren Energien ab, da vielfältige Unternehmen enthalten sind und sich deren Aktienkurse unterschiedlich entwickeln. Möchten Sie in den Index investieren, können Sie Aktien der gelisteten Unternehmen kaufen oder in ETFs einzahlen. Sie sollten sich bei den Aktien jedoch genau über das jeweilige Unternehmen informieren.