Was bedeutet Abgeltungssteuer? Eine Erklärung

In Deutschland wurde die Abgeltungssteuer Anfang des Jahres 2009 eingeführt und hat seitdem die Versteuerung von Kapitalgewinnen, vor allem für Privatanleger, merklich vereinfacht. Vergleichbare Modelle einer Kapitalertragssteuer gibt es bereits in vielen europäischen Staaten, eine flächendeckende Einführung und Vereinheitlichung der Konditionen dürfte in den kommenden Jahren zu erwarten sein. Die grundsätzlich wichtige Frage „Wo soll ich mein Depot eröffnen?" spielt im Zusammenhang mit der Abgeltungssteuer übrigens kaum eine Rolle: Alle deutschen Online-Broker und alle hierzulande regulierten Anbieter führen die Abgeltungssteuer im Auftrag des deutschen Staates direkt von Ihrem Depotkonto ab.

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Inhaltsverzeichnis

  • Das Wichtigste für Sie auf einen Blick
  • Die Abgeltungssteuer als fixen Teil der Depotgebühren einplanen
  • Die Erklärung: Die Abgeltungssteuer bei einheimischen und ausländischen Anbietern
    • Die Abgeltungssteuer bei riskanten Finanzprodukten
    • Grundlagen der Abgeltungssteuer: Dank Besteuerung können Verluste geltend gemacht werden
  • Unser Fazit: Die Abgeltungssteuer hat viele Facetten

Das Wichtigste für Sie auf einen Blick

Die Abgeltungssteuer als fixen Teil der Depotgebühren einplanen

RegulierungDie Abgeltungssteuer gehört als Steuerart zu den Quellensteuern. Dies bedeutet: Der Steuerabzug erfolgt direkt bei der Stelle, welche die Auszahlung vornimmt. Im Falle eines Depot-Kontos also beim Online-Broker. Als Aktienverkäufer sind Sie „Leistungsempfänger" und deswegen bei einer Quellensteuer nicht für den Abzug und die Dokumentation für das Finanzamt verantwortlich. Auch ohne eigene Verantwortung müssen Sie natürlich die Abgeltungssteuer als fixen Teil Ihrer Depotgebühren einplanen, das Verhältnis zwischen Transaktionskosten und Abgeltungssteuer liegt dabei bei 70 Prozent zu 30 Prozent. Andere Depotgebühren für die Depotführung und Orderänderungen haben wir mit 0 Prozent angesetzt, wie es bei einem Top-Broker Standard ist.

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Die Erklärung: Die Abgeltungssteuer bei einheimischen und ausländischen Anbietern

VerbrauchertippsBei einem klassischen Aktiendepot eines in Deutschland ansässigen Anbieters müssen Sie sich um nichts kümmern: Die Abgeltungssteuer auf alle Gewinne, die Ihren Freistellungsauftrag übersteigen, wird direkt an den Fiskus abgeführt. Falls Sie Ihr Depotkonto, oder eines Ihrer Depotkonten bei einem ausländischen Anbieter haben, kommt es auf die steuerliche Situation im entsprechenden Land an. Falls in diesem Staat ebenfalls eine Kapitalertragssteuer erhoben und automatisch einbehalten wird, sind Sie auf der sicheren Seite. Im Zweifelsfall sollten Sie sich beim Anbieter nach der Abwicklung erkundigen und sicherheitshalber Ihre Gewinne und Verluste aus diesen Termingeschäften vollständig in Ihrer Einkommenssteuererklärung angeben. Um die grenzübergreifende Regelung der Steuerlast kümmert sich dann Ihr Finanzamt.

Die Abgeltungssteuer bei riskanten Finanzprodukten

Steuerfrei wären hochriskante und Rendite-trächtige Finanzprodukte wie exotische Optionen und Differenzkontrakte nur dann, falls eine Einstufung als privates Glücksspiel erfolgen sollte. Dies ist aufgrund der aktuellen Rechtslage aber ausgeschlossen. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat hier bereits ein wegweisendes Urteil gesprochen. Es ging um die Einordnung sehr spekulativer Termingeschäfte an den Finanzmärkten im Spannungsfeld zwischen Investment und Glücksspiel. Die höchstrichterliche Definition aus dem Jahre 1999: Auch bei hochriskanten Termingeschäften sei von einer unternehmerischen Strategie auszugehen!

Grundlagen der Abgeltungssteuer: Dank Besteuerung können Verluste geltend gemacht werden

Die Abgeltungssteuer hat für aufmerksame Anleger auch eine sehr positive Seite. Dank der Steuerpflicht für Kapitalerträge können im Gegenzug natürlich auch Verluste aus derartigen Geschäften vorgetragen und damit geltend gemacht werden. Verluste aus den Vorjahren können im ersten Jahr, in dem wieder ausreichend hohe Gewinne für eine Steuerpflicht erreicht wurden, gegengerechnet werden.

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Unser Fazit: Die Abgeltungssteuer hat viele Facetten

fazitDie Abgeltungssteuer ist nicht einfach nur eine weitere Steuer, welche die Staatseinnahmen nach oben treiben soll. Sie kann von Ihnen als wirksames Instrument zur steuerlichen Optimierung genutzt werden, in dem Sie Verluste aus Wertpapiertransaktionen geltend machen. Als Anti-Spekulationssteuer hinterlässt die Abgeltungssteuer ein eher zwiespältiges Bild, denn Sie greift in erster Linie bei Privatanlegern, die nicht so virtuose Steuersparmodelle wie Banken und andere institutionelle Anleger haben.

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