Griechen und ihr Einfluss auf den Optionshandel

Der Preis von Optionen wird durch mehrere Faktoren bestimmt. Selbst, wenn sich der Preis von Underlyings nicht ändert, kann der Preis für die Optionen variieren. Verantwortlich dafür sind die sogenannten „Griechen“. Hier sprechen wir jedoch nicht von der ethnischen Gruppe, sondern von den Kennzahlen und Sensivitäten. Sie sind unterteilt in Delta, Gamma, Theta, Vega, Rho, Hebel und Omega. Diese Kennzahlen drücken Schätzungen aus, wie sich der Optionskurs durch den Einfluss zahlreicher Faktoren entwickeln könnte. Deshalb sind diese Griechen für die Optionshändler auch so wichtig. Wir zeigen, was die einzelnen Griechen ausdrücken, und stellen sie vor.

  • Griechen drücken Kennzahlen und Sensivitäten für Optionshandel aus.
  • Insgesamt gibt es sieben Griechen; vier davon sind besonders wichtig.
  • Griechen lassen sich mit einem Demokonto üben.
  • Delta und Gamma eignen sich vor allem für einfache Handelsstrategien.
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Inhaltsverzeichnis

  • Die Griechen und der Hintergrund beim Optionshandel
  • Delta und seine Aussagekraft für die Option
    • Delta in der Praxis
    • Delta Hedging
  • Gamma Erklärung
    • Gamma Hedging
  • Vega und Theta beim Optionshandel
    • Theta Erklärung
  • Die Griechen in der Praxis
    • Delta
    • Gamma
  • Vega und die Anwendung in der Praxis
    • Theta
  • Griechen, die beim Optionshandel kaum Beachtung finden
    • Rho
    • Hebel
    • Omega
  • Fazit: Die Griechen geben Kennzahlen für Optionshandel wieder
    • MichaelA

Die Griechen und der Hintergrund beim Optionshandel

Beim Optionshandel spielen die Griechen eine wesentliche Rolle. Sie werden auch als „Greeks“ bezeichnet. Dieser Begriff kommt daher, da die Indikatoren mit griechischen Buchstaben bezeichnet sind:

  • Delta
  • Gamma
  • Theta
  • Vega
  • Rho
  • Hebel
  • Omega

1973 veröffentlichten die amerikanischen Wissenschaftler Myron Scholz und Fischer Black nahezu parallel mit Robert C. Marton Methoden zur Bestimmung des „wahren“ Wertes einer Option. Auf sie geht auch das gleichnamige Black-Scholes-Modell zurück. Diese Methode galt als Meilenstein in der Finanzwirtschaft und gilt noch heute zu den wesentlichen Ansätzen, um Optionen zu bewerten. 1997 erhielten die beiden dafür sogar den Nobelpreis für ökonomische Wissenschaften.

In diesem Modell sind fünf Griechen enthalten:

  • Delta; der vierte Buchstabe im griechischen Alphabet
  • Gamma; der 3. Buchstabe des griechischen Alphabets
  • Vega (manchmal auch als Lambda oder Kappa bezeichnet, da Vega kein Buchstabe des griechischen Alphabets ist)
  • Theta; der achte Buchstabe des griechischen Alphabets
  • Rho; der 17. Buchstabe des griechischen Alphabets

Im Black-Scholes-Modell messen die Griechen Einflussgrößen für den Optionspreis. Doch was sagen die einzelnen Kenngrößen aus? Wir schauen uns an dieser Stelle alle wichtigen Kennzahlen näher an und erklären, welche Aussagekraft sie haben. Für unerfahrene Anleger kann es schwierig sein, mit den Griechen zu arbeiten und diese beim Optionshandel zu nutzen. Hier bietet sich die Nutzung von einem kostenlosen Demokonto an, um zunächst die Griechen besser zu verstehen.

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Delta und seine Aussagekraft für die Option

Beim Handel mit Optionen ist Delta eine der wichtigsten Kennzahlen. Mit dieser Kenngröße wird angegeben, welchen Einfluss der Preis des Basiswertes auf den Wert der Option hat. Bei einem Delta von 0,20 würde sich demnach auch der Wert einer Option um 0,20 Euro ändern, wenn sich der Basiswert um 1 Euro bewegt. Dargestellt wird der Delta Wert bei:

  • Put-Optionen (in Abhängigkeit der Handelssoftware oft negativ)
  • Call Optionen (oft positiv in Abhängigkeit der Handelssoftware)

Der Delta Wert wird dezimal angezeigt und bewegt sich nur zwischen 0 und 1. Das Wetter wird umso größer, je näher die Option sich am Geld bewegt. Befindet sich die die Option im Geld, hat das Delta ihren maximalen Wert (1,0) erreicht.

Delta in der Praxis

Betrachten wir einen Ansatz, der weniger technisch ist. Delta gibt Wahrscheinlichkeiten wieder. Liegt das Delta bei 0,20, hat die Option eine 20-prozentige Wahrscheinlichkeit, bis zum Laufzeitende in das Geld zu kommen. Optionsverkäufer haben im Umkehrschluss eine 80-prozentige Wahrscheinlichkeit auf einen Gewinn. Diese Aussage ist natürlich unbeachtet weiterer Einflüsse dargestellt. Erfahrungsgemäß sind Deltas für den Optionsverkauf im Bereich von 0,05–0,30 üblich.

Delta Hedging

Die Kennzahl Delta ist ebenso wichtig, wenn Trader das Delta Hedging durchführen möchten. Beträgt das Delta 0,30, werden 30 Wertpapiere für die Aussetzung einer deltaneutralen Gegenposition benötigt. Mit jeder Kursveränderung verändert sich auch das Delta; folglich muss die Anpassung der Gegenposition erfolgen.

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Gamma Erklärung

Die Delta-Veränderung aufgrund der Restlaufzeit wird durch Gamma beschrieben. Delta kann im Allgemeinen als Geschwindigkeitskennzahl gesehen werden. Gamma ist die Kennzahl der Beschleunigung. Damit wird angegeben, wie schnell sich Delta verändert. Wer mit einfachen Optionsstrategien handelt, schenkt Gamma oftmals nicht viel Beachtung. Trader, die jedoch ambitioniertere Optionsstrategien anwenden, nutzen Gamma deutlich intensiver. Der Einfluss dieser Kennzahl ist besonders groß, wenn die Restlaufzeit der Option äußerst gering ist. Hier wird umgangssprachlich auch von der „Gammasensibilität“ gesprochen. Ist die Laufzeit der Option vergleichsweise lang, hat Gamma weniger Einfluss.

Gamma Hedging

Optionsscheine werden für das Gamma Hedge genutzt. Investoren haben das Anlageziel, mehrere Optionen auf dem gleichen Underlying in Kombination zu bringen. Die gewichtete Delta-Summe ändert sich jedoch nicht, wenn der Underlyings-Kurs schwankt. Die einzelnen Gamma-Faktoren ergeben 0. Wie wird das erreicht? Optionsscheine werden zur selben Zeit verkauft oder gekauft. Ziel des Gamma Hedge ist es, das Portfolio gegenüber Kursschwankungen der Underlyings neutraler (weniger anfällig) zu gestalten. Damit ist die Anpassung bei der Optionszusammensetzung nicht mehr notwendig, wenn sich der Basiswert verändert. Der wesentliche Vorteil für Trader: Transaktionskosten werden gespart.

Hinweis: Wussten Sie, dass es verschiedene Einflussgrößen auf den Preis der Option gibt? Dazu gehören der Ausübungspreis, die Restlaufzeit bis zum Ausübungsdatum sowie der aktuelle Preis des Underlyings. Außerdem kommt die Volatilität des Basiswertes, der risikofreie, kurzfristige Zins sowie die erwartete Dividendenauszahlung innerhalb der Lebenszeit (basierend auf dem Black-Scholes-Modell) ins Spiel.

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Vega und Theta beim Optionshandel

Die Preise für Optionen orientieren sich an den erwarteten Kursschwankungen des Underlyings. Deshalb spielt die Volatilität eine wesentliche Rolle. Hier kommt eine weitere Kennzahl, Vega, ins Spiel.

Vega trifft eine Aussage, wie sich der Wert einer Option verändert. Im Gegensatz zum Delta berechnet sich Vega anhand der impliziten Volatilität (bei Delta anhand der Kursbewegung). Liegt die implizite Volatilität bei 1 Prozent, zeigt Vega, um wie viel sich der Optionswert verändert. Der Einfluss einer Volatilität auf den Optionspreis ist abhängig vom Verfallsdatum. Grundsätzlich gilt: Änderungen der Volatilität werden bei kürzeren Laufzeiten deutlich schneller realisiert. Am größten ist das Vega im Geld.

Theta Erklärung

Theta nimmt Bezug auf den Zeitwert der Option. Durch diese Kennzahl wird der Verfall des Zeitwertes ausgedrückt. Richtung Laufzeitende nimmt der Zeitwert ab. Ca. einen Monat vor dem Verfall erfolgt exponentiell der Abfall des Zeitwertes. Anhand von Theta können Investoren ablesen, wie hoch der tägliche Zeitwertverfall ist. Die Einheit „Tag“ bezieht sich jedoch nicht nur auf Börsenhandelstage, sondern alle Tage/Jahr. Optionsverkäufer bevorzugen den Zeitwertverfall. Er verläuft jedoch nicht linear und spielt bei den Kennzahlen und der Optionsauswahl für Trader mit einfachen Strategien daher eine weniger wichtige Rolle.

Hinweis: Der tägliche Zeitverlust ist beim Schließen und Öffnen der Märkte am nächsten Tag zu beobachten. Dies sollten Investoren bei ihrer Investition beachten und keine falschen Rückschlüsse auf das Theta ziehen.

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Die Griechen in der Praxis

Wir haben uns zunächst die theoretischen Ansätze der Griechen angeschaut, nun gehen wir in die Praxis. Wir wissen, dass sich die Optionspreise an der Börse ständig ändern. Auch wenn der Basispreis unveränderlich ist, kann sich der Preis für die Optionen ändern. Wir gehen von einer Aktie aus. Wie kann es sein, dass sich die Aktie am Wochenende nicht verändert hat und dennoch die Option am Montag weniger wert ist? Hier werden die Einflussfaktoren der Optionen, die Griechen, deutlich. Beginnen wir auch hier wieder mit dem Delta.

Delta

Hat unsere Option ein Delta von 0,5, schlägt sich die Veränderung bei der Option mit 50 Prozent nieder. Steigt unsere Aktie nun um 1 Euro, haben wir bei Call einen Wertzuwachs von 0,50 Euro. Mit einem negativen Delta von 0,5 und einem Put hätten wir hingegen einen Verlust von 0,50 Euro. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die anderen Einflussfaktoren unverändert bleiben.

Gamma

Schauen wir uns auch das Gamma an unserem Praxisbeispiel mit der Aktie an. Unser Wertpapier steigt von 48 Euro auf 49 Euro. Dadurch verändert sich das Delta um den Gamma-Wert (0,08) von 0,32 auf 0,4. Steigt unsere Aktie weiter von 49 Euro auf 50 Euro, verändert sich natürlich das Delta erneut um den Wert des Gammas (0,10) auf 0,5. Erreicht unsere Aktie im Wert von 50 Euro, ist sie ATM und hat den größten Wert 0,10 erreicht.

Wichtig: Positives Gamma (Gamma long) ist bei gekauften Optionen gegeben. Verkaufte Optionen haben Gamma short (negatives Gamma).

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Vega und die Anwendung in der Praxis

Zu den wichtigsten Einflussgrößen beim Optionshandel und den Griechen zählt Vega. Gekaufte Optionen partizipieren von steigender Volatilität und haben ein positives Vega. Verkaufte Optionen bringen den Verkäufern Verluste, da sie ein negatives Vega aufweisen. Je höher die erwartete Schwankungsbreite ausfällt, desto teurer wird eine Option, denn das Vega ist umso höher. Grundsätzlich gilt: Lang laufende Optionen haben ein höheres Vega als kurz laufende.

In der Praxis lässt sich Folgendes beobachten:

Steigt der Kurs eines Wertpapieres, muss nicht zwangsläufig der Call mit steigen. Der Grund hierfür ist, dass die Volatilität auf langsam steigenden Märkten von 16 auf 14 Prozent fällt. Das bedeutet, dass der Call trotz steigender Märkte sinkt. Die Volatilität steigt bei fallenden Märkten erfahrungsgemäß, sodass ein Call nicht zwangsläufig bei fallenden Märkten einen Wertverlust erlebt.

Theta

In der Praxis zeigt sich, dass trotz Kursveränderung der Aktie eine Option am Freitag mehr wert ist als am Montag. Grund hierfür ist, dass drei Thetatage verloren werden. Trader, die ihre Option verkaufen möchten, sollten deshalb logischerweise bestenfalls am Freitag handeln, da sie so drei Thetatage verdienen.

Hinweis: Wer sich mit dem Optionshandel nicht auskennt und dennoch investieren möchte, sollte zunächst auf ein kostenloses Demokonto zurückgreifen. Angeboten wird es von vielen Brokern mit virtuellem Guthaben und häufig auch zeitlich unbegrenzt.

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Griechen, die beim Optionshandel kaum Beachtung finden

Wie wir eingangs gesehen haben, umfassen die Griechen nicht nur vier Einflussgrößen. Nicht zu vergessen sind auch:

  • Rho
  • Hebel
  • Omega

Sie haben jedoch in der Praxis nicht eine solch große Bedeutung für den Handel mit Optionen, wie es beispielsweise bei Delta oder Gamma der Fall ist. Dennoch möchten wir der Vollständigkeit halber auch diese Griechen kurz vorstellen.

Rho

Rho ist eine Einflussgröße, die kaum Beachtung findet. Sie gibt an, wie sich der Optionswert ändert, wenn sich der risikofreie Zinssatz um 1 Prozent ändert. Rho ist positiv für:

  • Long Calls
  • Short Puts

Negativ ist es jedoch für Long Puts und Short Calls. Zinsänderung in kleinen Schritten haben kaum Einfluss auf Optionen mit kurzer Laufzeit. Haben die Optionen jedoch noch eine Laufzeit von über einem Jahr, haben die Zinsänderungen Auswirkungen.

Hebel

Der Hebel bei den Griechen wird wie folgt berechnet: Der aktuelle Kurs des Basiswertes wird durch den aktuellen Optionspreis dividiert. Hinzu kommt das sogenannte Ratio, das Bezugsverhältnis. Bezieht sich die Option auf einen Teil des Underlyings, muss dieser Faktor berücksichtigt werden.

Omega

Omega wird durch die Multiplikation des Deltas mit dem gegenwärtigen Hebel errechnet. Dadurch erhalten Trader eine neue Hebelgröße. Bezeichnet wird Omega auch als „hebe-effektiv“ bei einigen Anbietern. In der Praxis sieht dies wie folgt aus: Das Omega von 5 ergibt sich beispielsweise aus einem aktuellen Hebel von 10 und dem Delta von 50 Prozent.

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Fazit: Die Griechen geben Kennzahlen für Optionshandel wieder

Depot TestDie Griechen bestehen insgesamt aus sieben Kennzahlen, von denen jedoch in der Praxis meist nur vier genutzt werden: Delta, Gamma, Theta sowie Vega. Hinzu kommen noch die Griechen Rho, Hebel und Omega, die jedoch kaum Beachtung finden. Im Allgemeinen geben die Griechen Kennzahlen und Sensivitäten an. Mithilfe dieser Kennzahlen können Trader eine Aussage über die Wertentwicklung einer Option treffen. Die meisten Trader nutzen für den Optionshandel vor allem Delta, vor allem auch für das Delta Hedging. Da in Delta die implizite Volatilität sowie die Restlaufzeit berücksichtigt werden, erhalten Trader einen guten Überblick zum Wert der Option.

Auf Trading-Anfänger mögen die Griechen zunächst schwierig wirken, aber mit Übung und Geduld lassen sich auch diese Kennzahlen lernen und verstehen. Dafür geeignet ist beispielsweise ein Demokonto, welches es bei immer mehr Brokern kostenlos gibt. Möchten auch Sie den Handel mit Optionen ausprobieren? Machen Sie sich die Griechen zunutze und verschaffen Sie sich mit den Kennzahlen einen Überblick zur Wertentwicklung Ihrer bevorzugten Option. Nutzen Sie dazu auch das kostenlose Weiterbildungsangebot, welches bei vielen Brokern zur Verfügung steht. Im Vergleich zeigen wir die besten Anbieter.

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