Gold versus Bitcoin?

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In den vergangenen Handelstagen (dieser Beitrag wurde am 1. Februar 2018 verfasst) stellte sich mir die Frage, wie viele Anleger(innen) wohl die beiden Anlagekategorien Gold und Krytpowährungen gegeneinander abwägen. Bekanntlich hatten die „Kryptowährungen“ (es ist ja längst nicht mehr nur Bitcoin) im vorigen Jahr eher die Nase vorn gegenüber dem gelben Edelmetall. Doch was ist das? Bei n-tv konnte ich in einem Beitrag diesen Satz in Bezug auf das Thema Gold versus Kryptowährungen lesen: „Inzwischen scheint sich das Blatt aber zugunsten des Edelmetalls zu wenden.“ Scheint das nur so zu sein – oder ist es vielleicht tatsächlich so? Welche der beiden Anlagekategorien könnte 2018 die Nase vorn haben? In die Zukunft schauen kann ich nicht, es ist aber möglich, einige Eckpunkte zu skizzieren zu diesem interessanten Thema. Und genau darum soll es in diesem Beitrag gehen. Zu den Details:

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Das Thema Kryptowährungen wurde gegen Ende 2017 gefühlt zufolge zu einer Art „Hype“. Ein Signal dafür war es meiner Ansicht nach, dass beim bekannten Finanzportal Onvista direkt oben in der Übersichtsleiste der wichtigsten Finanzmarktdaten nun neben DAX, Dow Jones, Nikkei, Dollar, Gold und Öl auch der Preis von Bitcoin angezeigt wird. Damit ist diese Anlagekategorie gewissermaßen auch rein optisch in die Riege der wichtigsten Finanzmarktdaten zumindest bei diesem Portal aufgerückt. Interessanterweise Ist die Notierung von Bitcoin zum Zeitpunkt, während ich das schreibe am Vormittag des 1. Februar 2018 unter die Marke von 10.000 Dollar gefallen. 

Inhaltsverzeichnis

  • Bitcoin: Zuletzt volatile Preisbewegung
    • Innerhalb eines Monats in etwa Einsatz verdoppelt oder Einsatz halbiert?
    • Kryptowährungen: Jenseits von Bitcoin …
  • Stellt Gold Bitcoin in den Schatten?
    • Gold versus Bitcoin: Der Blick auf die 12-Monats-Performance
    • Von Mitte Dezember 2017 bis 1.2.2018 hatte der Goldpreis die Nase vorn
  • Negative Korrelation zwischen Goldpreis und Dollar?
    • Korrelationen in der Praxis
    • Wenn der Dollar schwächelt, wird tendenziell Gold gekauft?
    • Dollar schwächelte in der Tat – und nicht nur gegenüber dem Euro
  • Gold: Potenzieller Belastungsfaktor Anstieg der Zinsen
    • Gold zahlt keine Zinsen…
  • Bitcoin und die anderen Kryptowährungen
    • Kryptowährungen und Gold können derzeit nicht beliebig vermehrt werden
  • Fazit zum Thema: Gold versus Bitcoin? (2/2018):

Bitcoin: Zuletzt volatile Preisbewegung

Ich erinnere mich noch sehr gut, dass im vorigen Quartal ein Bekannter mir telefonisch erzählte, dass er Bitcoin gekauft habe – nur deshalb, weil damals die Marke von 10.000 Dollar nach oben durchbrochen worden war und da seinem Gefühl zufolge noch mehr drin sei, Richtung 20.000 Dollar. Und bekanntlich kam es dann ja auch zunächst genau so, die 1.000er Marken wurden recht schnell nach oben durchbrochen und die 20.000 waren in Reichweite. Doch seit ca. dem 17. Dezember wendete sich das Blatt. Hier zeigte sich, wie volatil die Preisentwicklung bei Bitcoin ist und wie nah Licht und Schatten bei einander liegen können. 

Innerhalb eines Monats in etwa Einsatz verdoppelt oder Einsatz halbiert?

Denn es war möglich, innerhalb ca. eines Monats seinen Einsatz mehr als zu verdoppeln – wenn man z.B. gegen Mitte November 2017 gekauft und gegen Mitte Dezember 2017 verkauft hatte. Doch wer nur einen Monat später gekauft hatte = Mitte Dezember 2017, der hat danach auf Sicht von einem Monat erhebliche Verluste hinnehmen müssen. Wer z.B. knapp unter 20.000 Dollar je Bitcoin eingestiegen ist, hat per heute damit knapp die Hälfte seines Einsatzes gerechnet in Dollar verloren. 

Kryptowährungen: Jenseits von Bitcoin …

Vielleicht war diese für einige natürlich recht unbefriedigende Preisbewegung (wer Mitte Dezember 2017 gekauft hatte…) der Grund dafür, dass sich der „Hype“ um das Thema Bitcoin gefühlt etwas gelegt hat. Wobei einschränkend hinzugefügt werden muss, dass das Thema Kryptowährungen selbstverständlich nicht nur aus Bitcoin besteht. Es gibt schließlich auch diverse andere Kryptowährungen, insbesondere Ethereum. Aber auch weitere wie Ripple, Litecoin und wie sie nicht alle heißen. Natürlich gilt es hier stark innerhalb dieser Kryptowährungen zu differenzieren. 

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Stellt Gold Bitcoin in den Schatten?

Doch zurück zum in der Einleitung erwähnten Beitrag von n-tv von Ende Januar. Dort war von einem „glänzenden Comeback“ des Goldes die Rede. Dieses stellt „Bitcoin in den Schatten“, so n-tv im entsprechenden Beitrag. Zwar habe Bitcoin im vorigen Jahr die Nase vorn gehabt in Bezug auf „Kursexplosion“ (den Teil ab Mitte Dezember einmal ausgeblendet). Doch das Blatt seine sich „zugunsten des Edelmetalls zu wenden“, so der entsprechende Beitrag.

Quelle: „Glänzendes Comeback. Gold stellt Bitcoin in den Schatten“

Gold versus Bitcoin: Der Blick auf die 12-Monats-Performance

Ist das so? Zunächst der Blick auf die aktuelle 12-Monats-Performance. Und da fällt der Vergleich eindeutig aus: In US-Dollar gerechnet hat der Goldpreis da rund 11% zugelegt. Der Bitcoin Preis in US-Dollar hat sich hingegen in etwa verneunfacht: Anfang Februar 2017 konnte ein Bitcoin für ca. 1.025 Dollar gekauft werden. Auch wenn die Notierungen von 19.000 Dollar und mehr für Bitcoin erstmal Geschichte sind – auch auf dem aktuellen Niveau von knapp 10.000 Dollar je Bitcoin hat sich damit der Preis für Bitcoins auf 12-Monats-Sicht mehr als verneunfacht. Das ist in der Tat eine ganz andere Größenordnung als die genannten ca. +11% beim Gold auf 12-Monats-Sicht! 

Von Mitte Dezember 2017 bis 1.2.2018 hatte der Goldpreis die Nase vorn

ChecklisteDoch anders sieht das Bild aus, wenn die jüngste Entwicklung betrachtet wird. Wie gesagt: Seit den Höchstkursen Mitte Dezember 2017 von knapp 20.000 Dollar hat sich der Bitcoin-Preis bis Anfang Februar 2018 in etwa halbiert. Erheblich besser schnitt da der Goldpreis ab: Der stand Mitte Dezember 2017 noch bei rund 1.255/1.260 Dollar je Feinunze und hat seitdem etwas zugelegt, auf rund 1.340 Dollar je Feinunze Anfang Februar. Natürlich, das ist noch eine ganze Ecke entfernt von den Höchstkursen im Bereich von rund 1.900 Dollar je Feinunze, die der Goldpreis 2011 erreicht hatte. Aber inzwischen ist in etwa immerhin wieder das höchste Niveau seit ca. Sommer 2016 erreicht, und das ist doch auch schon etwas. 

Ein möglicher Grund für den Anstieg des Goldpreises

Wieso hatte auf Sicht der vergangenen Wochen der Goldpreis gegenüber Bitcoin die Nase vorn? Oder anders formuliert, warum haben Investoren generell zuletzt wieder auf Gold gesetzt, Bitcoin hin oder her? Der bereits zuvor genannte Beitrag von n-tv hat dazu eine klare Antwort. Dort wird Carlo Alberto De Casa, laut n-tv Chef-Analyst beim Brokerhaus ActivTrades, mit diesen Worten zitiert: „Der schwache Dollar bewegt Investoren dazu, Gold zu kaufen. Zum ersten Mal seit Anfang 2015 ist der Dollar-Index unter die Marke von 90 Punkten gesunken".

Negative Korrelation zwischen Goldpreis und Dollar?

Damit spricht der Analyst eine in den vergangenen Jahren durchaus beobachtbare Entwicklung an. Dies lässt sich so formulieren: Goldpreis und Dollarkurs haben tendenziell eine negative Korrelation. Was dies bedeutet: Eine Korrelation von -1,0 bedeutet, dass sich zwei Basiswerte vollkommen gegensätzlich entwickeln. Steigt der eine z.B. um ein Prozent, dann fällt der andere um ein Prozent. Analog dazu bedeutet eine Korrelation von +1,0, dass sich die beiden Basiswerte parallel entwickeln. Steigt der eine um ein Prozent, dann fällt der andere um ein Prozent. Oder auch: Fällt der eine Basiswert um ein Prozent, dann fällt auch der andere um ein Prozent. Soweit die Theorie mit der Annahme einer perfekten Korrelation von +1,0 (oder auch -1,0).

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Korrelationen in der Praxis

Solche „glatten“ Korrelationen von -1,0 oder +1,0 werden in der Realität der Finanzmärkte natürlich eher zu Zahlen „dazwischen“. So kann es natürlich vorkommen, dass Goldpreis und US-Dollar an einem Tag beide zulegen. Und es spricht natürlich nichts dagegen, dass beide nicht auch einmal am selben Tag fallen können. Tendenziell aber zeigte sich durchaus eine etwas negative Korrelation. Dies hängt natürlich von den beobachteten Zeiträumen ab, je nachdem ergibt sich ein anderer Wert für die Korrelation der beiden Basiswerte Gold und US-Dollar. Doch tendenziell negativ ist die Korrelation zwischen beiden, wie es an den Finanzmärkten allgemein heißt. Das heißt nicht, dass es in bestimmten Zeiträumen nicht auch einmal positive Korrelation zwischen beiden geben kann. Allerdings dürfte die Angabe mit der tendenziell negativen Korrelation als Daumenregel passt.

Wenn der Dollar schwächelt, wird tendenziell Gold gekauft?

Und vor diesem Hintergrund lässt sich die oben zitierte Aussage des Analysten sehen: Wenn der Dollar schwächelt, dann wird Gold tendenziell eher nachgefragt. Und steigende Nachfrage erhöht bei gleichbleibendem Angebot tendenziell den Preis dieses Gutes, in diesem Fall Gold. Entsprechend hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten ein tendenziell etwas steigender Goldpreis gezeigt. Das passt zur Erläuterung des genannten Analysten. 

Dollar schwächelte in der Tat – und nicht nur gegenüber dem Euro

VerbrauchertippsUnd der Rückgang des US-Dollars fand nicht nur gegenüber dem Euro statt, sondern auch gegenüber anderen wichtigen Währungen wie dem Yen oder dem britischen Pfund. Der Dollar-Index – der die Entwicklung des US-Dollars gegenüber diversen Währungen und eben nicht nur dem Euro widerspiegelt – ist laut n-tv seit Jahresbeginn um rund 3,4% zurückgegangen. Das ist für diesen Index nicht gerade wenig und es bedeutet auch, dass damit laut n-tv der niedrigste Stand seit Ende 2014 erreicht ist. Zudem soll es laut dieser Quelle ein besonders starker Rückgang zum Jahresbeginn (im Vergleich zu den Vorjahren) gewesen sein.

Gold: Potenzieller Belastungsfaktor Anstieg der Zinsen

Allerdings gibt es beim Gold einen Faktor, der tendenziell negativ für das gelbe Edelmetall sein könnte: Die tendenziell steigenden Zinsen. Denn zumindest in den USA ist die dortige Notenbank ja bekanntlich auf einem zumindest leichten Zinserhöhungskurs. Die Leitzinsen wurden immerhin einige Male leicht nach oben erhöht, auch wenn das derzeitige Zinsniveau in den USA im historischen Vergleich immer noch eher niedrig ist. Doch immerhin, die Tendenz ist eindeutig und solange sich die volkswirtschaftlichen Rahmendaten in den USA nicht deutlich verschlechtern, dürften die Leitzinsen dort in 2018 eher steigen als fallen.

Gold zahlt keine Zinsen…

Wieso steigende Zinsen tendenziell bearish sind für Gold? Nun, Gold bringt bekanntlich keine Zinseinnahmen. Einige Anleger sehen Gold traditionell in einem Konkurrenzverhältnis zu vermeintlich sicheren Anlagen wie US-Staatsanleihen. Wenn bei Letzteren dann die Renditen steigen, dann macht dies eine Geldanlage in US-Staatsanleihen ceteris paribus (d.h., wenn sonst alle anderen Einflussfaktoren konstant bleiben) attraktiver gegenüber Gold. Denn mit US-Staatsanleihen lassen sich Jahr für Jahr Zinseinnahmen erzielen – Gold hingegen zahlt keine Zinsen, um es so zu formulieren.

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Bitcoin und die anderen Kryptowährungen

Es sollten übrigens nicht alle Kryptowährungen in einen Topf geworfen werden – bei Aktien wird ja auch differenziert. So soll es laut Wikipedia bis zu „3.000 weitere Kryptowährungen in Verwendung“ geben. Von diesen wiederum sollen laut Wikipedia etwa 100 Kryptowährungen „einen täglichen Handelsumsatz von jeweils über 1.000 US-Dollar an entsprechenden Handelsplätzen für Kryptowährungen erreichen.“ Insofern können manche Preisbewegungen natürlich der besonderen Situation bei einer einzelnen Kryptowährung geschuldet sein und nicht einem Trend bei DEN Kryptowährungen allgemein zugeschrieben werden.

Kryptowährungen und Gold können derzeit nicht beliebig vermehrt werden

Noch ein Argument, das sowohl für Gold als auch für Kryptowährungen sprechen könnte. Immer wieder einmal gibt es die Diskussion um ein mögliches Verbot von Bargeld. Was dazu geplant ist oder nicht geplant ist, ich weiß es nicht. Einige Anleger(innen) halten jedoch Gold für eine Art Versicherung im Hinblick auf einen Kollaps des Systems von Papiergeld. Eine ähnliche Funktion könnten auch einzelne Kryptowährungen bieten – naturgemäß gibt es diese nicht in Form von bedrucktem Papier und sie können derzeit auch nicht von Zentralbanken im Rahmen von „quantitative easing“ per Knopfdruck beliebig vermehrt werden.

Fazit zum Thema: Gold versus Bitcoin? (2/2018):

Die Korrelation zwischen Gold und Bitcoin ist bei einigen Anlegern zuletzt ins Blickfeld gerichtet. Naturgemäß gibt es noch keine historischen Daten in Bezug auf jahrzehntelange Korrelationen, wie es sie für Basiswerte wie Gold versus Dow Jones oder Sonstige gibt. Auf kurze Sicht zeigte sich zuletzt, dass es eine eher negative Korrelation zwischen Gold und Bitcoin gab. Doch ist das ein Muster, das sich generell 2018 zeigen wird? Oder lag es eher daran, dass der US-Dollar zu Jahresbeginn deutlich schwächer notierte und das üblicherweise die Nachfrage nach Gold erhöht? Hatte der Preisrückgang bei Bitcoin vielleicht schlicht und einfach damit etwas zu tun, dass die Notierung heiß gelaufen war? Schließlich hat sich der Preis auf 12-Monats-Sicht immer noch mehr als verdoppelt, obwohl sich der Bitcoin-Preis seit den Höchstkursen von fast 20.000 Dollar Mitte Dezember 2017 bis Anfang Februar 2018 nahezu halbiert hat! Das sind Fragen, auf die es derzeit noch keine klaren Antworten gibt. Die Korrelation zwischen Bitcoin und Gold ist jedenfalls eines der aktuell interessanten Themen für die Finanzmärkte – weshalb es alleine schon deshalb im Blick behalten werden sollte.

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Klarstellung

Betrachten Sie unsere Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben. Stand der Konditionen: Februar 2018

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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