ETF des Monats: iShares TecDAX ® UCITS ETF

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 27.05.2020


Der TecDAX mag aus dem umstrittenen Nemax50 hervorgegangen sein, er hat sich aber längst von ihm durch eine vergleichsweise verlässliche Rendite deutlich abgegrenzt. Der TecDAX kann als deutscher Technologie-Index viel Wachstumspotenzial aufweisen und war in der Vergangenheit in dem ein oder anderen Portfolio durchaus Renditetreiber.
Wir untersuchen einen der beiden ETFs auf den TecDAX, den iShares TecDAX UCITS ETF genauer und sagen Ihnen, wie gut er im Vergleich zur Konkurrenz ist und unter welchen Umständen er auch ihr Portfolio ergänzen sollte.
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Der TecDAX: Was steckt hinter dem Index?

Der TecDAX ist der deutsche Technologie-Index, der von der Deutschen Börse berechnet wird. Er soll die größten deutschen Unternehmen aus der Technologie-Branche abbilden, was ihm inzwischen auch gut gelingt. Lange Zeit waren im TecDAX keine Aktien enthalten, die bereits in einem der anderen Indizes der Deutschen Börse gelistet waren, also beispielsweise DAX und MDAX. Inzwischen handelt es sich jedoch um einen Parallel-Index, sodass Werte doppelt gelistet werden dürfen und der TecDAX auch einige der größten deutschen Unternehmen beinhaltet. Die Änderung erfolgte erst im Herbst 2018. Dementsprechend müssen einige der Kennzahlen des Index mit etwas vorsichtiger Skepsis beurteilt werden.
Dabei ist der TecDAX selbst ebenfalls noch alles andere als ein alter Index. Der TecDAX selbst wurde erst am 24. März 2003 eingeführt. Er existiert als Kurs- und Performanceindex. Der iShares TecDAX UCITS ETF orientiert sich inzwischen am Kursindex, bis 2005 lag jedoch der Performanceindex zugrunde. Der Index wird seit 2006 sekündlich berechnet.
Der TecDAX gilt als der direkte Nachfolger des Nemax50 und wird sogar auf dessen Start am 30. Dezember 1997 mit 1.000 Punkten zurückgerechnet. Es handelt sich jedoch letztlich um eine völlig andere Art der Indexberechnung und die Zugangsvoraussetzungen sind deutlich strenger.
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So setzt sich der iShares TecDAX zusammen

Der iShares TecDAX orientiert sich natürlich in der Zusammensetzung an den Bestandteilen und der Gewichtung des TecDAX. Es handelt sich um einen physisch replizierenden ETF, sodass die Bestandteile des ETFs und des Index sich sehr ähneln. Die größten Valuta sind dank des möglichen Doppel Listings einige der wichtigsten Werte im DAX und MDAX. Zu ihnen zählen:

  • Wirecard
  • SAP
  • Deutsche Telekom
  • Infineon Technologies
  • Qiagen N. V.

Anleger investieren zudem auch in Siemens Healthineers AG, Sartorius, United Internet AG und Evotec. Alle anderen Unternehmen sind aktuell zu unter drei Prozent vertreten.
Natürlich lassen sich viele der enthaltenen Werte auch in andere Branchen einordnen. Dementsprechend kann die Branchenverteilung auch so gesehen werden, dass nicht nur Technologieunternehmen im Index sind. Auch aus Gesundheit und Healthcare, Industrie und Telekommunikationsdienstleister sind mit über 10 Prozent vertreten. Dies ist letztlich jedoch nur eine Frage der möglichen Zuordnung und dementsprechend variiert die Brancheneinteilung je nach Analyst sehr stark.
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Die Größe der Unternehmen beweget sich wie auch im TecDAX zwischen DAX und obere Hälfte MDAX. Es befinden sich also inzwischen sowohl einige Konzerne in dem Index, die durch ihre Größe Stabilität versprechen, während es auch viele kleinere und jüngere Unternehmen mit entsprechendem Wachstumspotenzial gibt.

Anlagestrategie und Zielgruppe des iShares TecDAX

Der iShares TecDAX hat natürlich das Ziel, den Anleger so genau wie möglich an den Wertsteigerungen des TecDAX teilhaben zu lassen. Dafür bildet die Fondsgesellschaft den Fonds physisch ab, erwirbt also die Aktien der enthaltenen Unternehmen entsprechend der Gewichtung im Index. Anleger legen damit natürlich einen vergleichsweise starken Fokus auf Deutschland als Region und Technologie als Branche. Es handelt sich dementsprechend um einen sehr spezialisierten ETF.
Der ETF zählt zu den wenigen noch thesaurierenden ETFs auf dem deutschen Markt. Nutzer profitieren von einer 30 % Teilfreistellung. Der ETF investiert natürlich primär in die Aktien aus dem Index. Er hält jedoch natürlich auch Liquiditätsreserven, die Verkäufe des ETFs abfedern können oder es der Fondsgesellschaft ermöglichen, flexibel auf Änderungen im Indes zu reagieren. Derzeit beträgt der Aktienanteil allerdings 99,98 %.
Der ETF beachtet keine besonderen Ethik-Kriterien und auch dem TecDAX liegen keine Kriterien zugrunde.
Wer in diesen ETF investiert sollte aufgrund des hohen Aktienanteils entsprechend risikoaffin sein. Die Fondsgesellschaft empfiehlt einen Anlagehorizont von mindestens drei Jahren. Für langfristigere Investitionen ist der ETF jedoch natürlich auch geeignet.
Wie immer bei ETFs mit hohem Aktienanteil gilt, dass der Anleger im Zweifel den vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals tragen können sollte. Der ETF richtet sich an Privatanleger, die die Erfahrung und das Wissen haben, in dieses Finanzprodukt anzulegen.
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Die Kosten des iShares TecDAX

Die Kosten des iShares TecDAX ETF sind grundsätzlich in einem fairen Rahmen. Der Broker erhebt eine All-in-Fee von 0,51 % und einer TER in gleicher Höhe. Damit ist er im Vergleich zum ComStage-ETF auf den TecDAX mit einer TER von 0,40 allerdings deutlich teurer. Natürlich wäre er dennoch in der Lage, insgesamt ein besseres Ergebnis zu erzielen, wenn Tracking Error und andere Kennzahlen vorteilhafter sind, sodass der iShares-ETF nicht zwangsweise die teurere Wahl sein muss. Für einen ETF sind beide ETFs auf den TecDAX allerdings verhältnismäßig kostenintensiv. Natürlich liegen die Gebühren noch deutlich unter denen von aktiv gemangten Fonds.
Dies gilt im Besonderen für die Anschaffungskosten. iShares erhebt bei direktem Kauf oder Verkauf jeweils ein ETF-Transaktionsentgelt von 0,20%. Wird der ETF an einer der Handelsplätze erworben, richten sich die Transaktionskosten natürlich vor allem nach den Bedingungen des eigenen Brokers. Dies gilt auch für Sparpläne, deren Transaktionskosten teils sehr unterschiedlich ausfallen können.
Allerdings zählen iShares-ETFs sowohl als Sparplan als auch als Einmalinvestitionen oftmals in der Anschaffung für Privatanleger zu den günstigsten ETFs auf dem Markt. Die Fondsgesellschaft arbeitet häufig mit den Brokern zusammen, sodass diese in Rahmen von Sonderaktionen oft ermöglichen, die ETFs ganz ohne Zusatzkosten zu erwerben. Anleger, die vor allem über Sparpläne investieren möchten, sollten jedoch dies nicht zu einem Hauptkriterium machen. Die Aktionszeiträume sind oftmals beschränkt und ein Sparplan wird oft über mehrere Jahre bespart.
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Weitere wichtige Kennzahlen des ETFs

Der iShares TecDAX-ETF ist der deutlich ältere der beiden ETFs, die aktuell den TecDAX abbilden. Er wurde am 06.04.2001 aufgelegt und zählt somit auch insgesamt unter passiven Investmentfonds zu den älteren Angeboten. Mit einem Anlagevolumen von aktuell 809,69 Millionen Euro ist der ETF zudem derzeit rund zehn Mal so groß wie sein einziger Konkurrent. Sowohl hinsichtlich Alter als auch hinsichtlich Größe erfüllt der iShares TecDAX-ETF also die Voraussetzungen, die grundsätzlich als sinnvoll angesehen werden.
Hinsichtlich der Rendite weiß der ETF durchaus zu überzeugen und weist insgesamt nur sehr gering Unterschiede zum Vergleichsindex TecDAX auf:


1J
3J
5J
10J
Seit Auflage

Annualisierte Gesamtrendite in % (30.04.2019)
10,33
21,09
18,41
16,99
3,86

Vergleichsindex in % (30.04.2019)
10,7
21,37
18,8
17,29
4,19


Auffällig ist dabei natürlich, dass die Rendite in den letzten 10 Jahren deutlich besser war als in den wenigen Jahren zuvor. Dies liegt an verschiedenen Faktoren, vor allem jedoch auch an dem Starken Einbruch des Index kurz nach der Auflage des ETFS. Außerdem wurde der Index ebenfalls geändert und der TecDAX ist erst seit November 2005 der tatsächliche Vergleichsindex.
Natürlich sind auch viele andere der Daten vor allem in den Eigenschaften des Vergleichsindex begründet. So zeigt die Volatilität in den letzten Jahren recht zuverlässig Werte um 20 % Prozent jährlich auf, was natürlich für risikobewusste Anleger oft zu viel sein kann. Weitere wichtige Kennzahlen sind:

  • 3J-Beta: 1,00
  • KBV: 3,43 %
  • Tracking Error (1 Jahr): 8,36
  • Sharpe-Ratio (1 Jahr): 0,55
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Profil der Fondsgesellschaft iShares

iShares ist ein Angebot der Black Rock Asset Management Deutschland AG. Es handelt sich dabei um den größten unabhängigen Finanzverwalter der Welt. Aufgrund der enormen Größe und der Bedeutung für den Finanzmarkt, ohne als Geldinstitut reguliert zu werden, ist das Unternehmen durchaus in der Kritik und wird auch als größte Schattenbank der Welt bezeichnet.
Der Aufstieg des Konzerns ging dabei wesentlich schneller als für viele alteingesessene Geldinstitut vorstellbar wäre. Das Unternehmen ist zwar bereits 1988 gegründet worden, die Erfolgsgeschichte ist jedoch beispiellos. Innerhalb von 30 Jahren gelang es BlackRock:

  • 6,44 Billionen US-Dollar Vermögen zu verwalten.
  • Mehr als 13.500 Mitarb3ieter zu beschäftigen.
  • In 34 Ländern mit mindestens einem Büro vertreten zu sein.

Auf dem deutschen Markt ist es bereits seit 25 Jahren aktiv. Bekannter wurde BlackRock jedoch vor allem im Laufe der iShares-Übernahme. iShares wurde 2000 durch Barclays auf den Markt gebracht und konnte innerhalb einige Jahre in der ETF-Sparte beachtliche Marktanteile sichern. Im Jahr 2009 wurde die Vermögensverwaltung durch BlackRock übernommen.
Inzwischen ist iShares der größte ETF-Anbieter der Welt und es entfällt mehr als ein Drittel des Marktes auf diese Sparte von BlackRock. Grund dafür ist natürlich auch, dass viele iShares-ETFs schon sehr früh existierten und ein entsprechendes Anlagevolumen auf sich vereinen. Damit sind die iShares-ETFs attraktiv für alle Anleger und müssen für jeden Index in die nähere Auswahl genommen werden.

Für wen eignet sich der ETF?

Der TecDAX ist einer der wichtigsten Indizes in Deutschland, dennoch ist er für ein Investment für viele Privatanleger nur in wenigen Fällen geeignet. Nutzer stehen vor der großen Herausforderung, dass es sich um einen Index handelt, der nicht unbedingt breit diversifiziert. Dies gilt zum einen für die Region, die allerdings mit einigen anderen Indizes umfassender abgedeckt werden könnten. Zum anderen jedoch auch für die Branche, auch wenn „Technologie“ natürlich noch viel Spielraum für unterschiedliche Geschäftsfelder lässt.
Dennoch ist der TecDAX keineswegs als ETF für Einsteiger geeignet, die ihr Portfolio noch nicht ausreichend diversifiziert haben. Wenn überhaupt, ist er als Beimischung geeignet, um einen Schwerpunkt in der deutschen Wirtschaft und im Technologien-Bereich zu setzen. Allerdings müsste der Anleger in diesem Falle streng genommen davon überzeugt sein, dass diese Branche einen besseres Rendite-Risiko-Profil aufweist als Indizes, die regionale breiter streuen oder auch andere Sektoren breit abdecken.
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Wer dies bedenkt, versteht auch, warum der TecDAX nicht von vielen Fondsgesellschaften über einen ETF abgebildet wird. Wer diesen Schwerpunkt setzen möchte, kann dies im Rahmen unterschiedlicher Strategien tun. Der ETF eignet sich sowohl für Sparer als auch für Menschen, die ihr Vermögen langfristig anlegen möchten. Da er thesaurierend ist, ist er weniger für Anleger geeignet, die von den Zinsen ihres Ersparten leben möchten.
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Alternativen zum iShares TecDAX-ETF

Derzeit gibt es kaum Alternativen zum ETF von iShares. Der TecDAX wird aktuell für deutsche Kunden nur von einer weiteren Fondsgesellschaft abgebildet. Der ComStage 1 TecDAX® UCITS ETF I ist ebenfalls ein replizierender ETF. Der größte Unterschied ist, dass er im Gegensatz zum iShares-ETF auf den TecDAX ausschüttend ist. Er ist zudem auch etwas günstiger, dabei jedoch wesentlich jünger und kann nicht annähernd das Fondsvolumen vorweisen, dass der ETF von iShares anbieten kann.
Dementsprechend müssen sich Interessenten im Zweifel auch andere Indizes in Betracht ziehen. Dies ist oftmals zudem gar keine schlechte Idee, da der TecDAX zur Diversifikation nur sehr eingeschränkt geeignet ist. Eine Möglichkeit, weiterhin in deutsche Aktien zu investieren, dabei jedoch die Branche deutlich breiter zu streuen. wäre beispielsweise der FAZ Index, der 100 deutsche Unternehmen abdeckt, anstatt 30.
Wer sich hingegen vor allem für Technologie-Unternehmen interessiert, hat ebenfalls viele Möglichkeiten, sich breiter aufzustellen. So gibt es beispielsweise den EuroStoxx 600 Technology-Index, in dem die wichtigsten Technologie-Unternehmen Europas aufgeführt sind. Nutzer haben so die Möglichkeit, sich nicht nur auf den deutschen Markt zu fokussieren. Eine weitere Möglichkeit ist natürlich der Dow Jones Global 500. In ihm sind die 500 nach Marktkapitalisierung größten Unternehmen der Welt enthalten. Das ist natürlich eine wesentlich breitere Risikostreuung, die sich jedoch als von Vorteil erweisen kann.

Fazit: iShares TecDAX-ETF ist fast schon alternativlos

Depot TestDer TecDAX zählt fraglos nicht zu den Lieblingen der Fondsgesellschaften. Es gibt insgesamt nur zwei unterschiedliche ETFs, die versuchen, die Wertentwicklung des Index nachzubilden. Allerdings wird er unter deutschen Anlegern vergleichsweise häufig nachgefragt. Dennoch ist der iShares TecDAX-ETF nur einer von zwei angebotenen ETFs auf den deutschen Technologie-Index. Beide sind physisch replizierend, der ETF von iShares ist jedoch deutlich älter und größer, dabei jedoch auch leicht teurer.
Wer sich für den ETF auf den TecDAX entschieden hat, konnte in den letzten zehn Jahren eine beachtliche Rendite erzielen, um die 17 % jährlich lag. Zugleich müssen Anleger dafür jedoch auch starke Abstriche bei der Diversifizierung machen. Sie könnten zugleich auch in mehr als 500 weltweite Technologie-Unternehmen oder alternativ 100 deutsche Aktiengesellschaften aus verschiedenen Branchen investieren. Der iShares TecDAX ETF ist also vor allem für Anleger und Sparer interessant, die einen sehr starken Fokus legen wollen.
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