Airbus: Neue Aufträge aus dem Iran?

Politische Entwicklungen können sich manchmal auch in handfesten wirtschaftlichen Veränderungen auswirken – das ist grundsätzlich nichts Neues. Konkret kann sich dies beim Thema „Iran“ zeigen: Denn die Aufhebung der Sanktionen gegen das Land nach der Einigung im sogenannten „Atomstreit“ hat dazu geführt, dass sich derzeit der Handel zwischen dem Land und den Staaten der Europäischen Union und den USA deutlich ausweitet bzw. überhaupt wieder aufgenommen wird. Ein starker Profiteur dieser Entwicklung könnte Airbus sein. Hier der Blick auf Details dazu:

Michael Vaupel

Inhaltsverzeichnis

    • Michael Vaupel
  • Airbus: Höhere Umsätze, niedrigere Marge
  • Airbus lieferte 2015 mehr Flugzeuge aus als 2014
  • Und was macht der Konkurrent Boeing?
    • Klarstellung

Michael Vaupel

Redakteur bei Vaupels Börsenwelt
Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.
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Von offizieller iranischer Seite hieß es, dass man in den nächsten 10 Jahren bis zu rund 500 Flugzeuge kaufen möchte. Die staatliche Fluggesellschaft „Iran Air“ soll verbessert werden – u.a. mit neuen Maschinen, bzw. mit „neuen gebrauchten Maschinen“. Dazu sollen bereits 114 Flugzeuge bestellt worden sein, ein Teil davon gebraucht. Airbus profitiert also direkt. Die gekauften Flugzeuge sollen aus A320 und A340 bestehen (sowohl neue als auch gebrauchte). Weitere Aufträge könnten auch an Russland gehen, sowie an Boeing. Man wird sehen. Grundsätzlich ist diese Ausweitung des gemeinsamen Handels durchaus als „win-win-Situation“ für alle beteiligten Seiten zu sehen. Wie sah denn die Lage bei Airbus zuletzt auch ohne den „Iran-Faktor“ aus? Hier der Blick auf die jüngsten Zahlen:

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Airbus: Höhere Umsätze, niedrigere Marge

Die letzten Geschäftszahlen, die Airbus veröffentlicht hat, sind die 9-Monats-Zahlen 2015. Diese sind so ausgefallen:

  • Eckdaten Airbus 9-Monats-Zahlen 2015
  • Der Umsatz kletterte um 2,468 Mrd. Euro auf 42,965 Mrd. Euro
  • Die „cost of sales“ kletterten aber noch einen Tick stärker, und zwar um 2,843 Mrd. Euro
  • Entsprechend ging die Bruttomarge zurück, von 16% auf 14%
  • Da aber die Gewinne aus Beteiligungen bzw. Investments um 605 Mio. Euro kletterten (auf 909 Mio. Euro), blieb unter dem Strich doch ein höherer Gewinn
  • Der Gewinn pro Aktie (verwässert) kletterte von 1,78 Euro auf 2,41 Euro

Quelle: Quartalszahlen von Airbus

Airbus lieferte 2015 mehr Flugzeuge aus als 2014

Die Zahlen für das vierte Quartal sind noch nicht veröffentlicht. Soviel wurde von Airbus aber bereits vermeldet: Im letzten Kalenderjahr hat das Unternehmen 635 Flugzeuge ausgeliefert – nach 629 Stück im Vorjahr. Damit wäre die Prognose des Managements erfüllt, die von leicht höheren Auslieferungen („Airbus deliveries should be slightly higher“) sprach, was die Zahl der Flugzeuge betrifft. Auch sollen der Prognose zufolge Umsatz und EPS = Gewinn pro Aktie (earnings per share) 2015 gestiegen sein. Nach den 9-Monats-Zahlen ist das auch sehr wahrscheinlich. Die Gewissheit darüber werden natürlich erst die vollständigen Zahlen für das Gesamtjahr 2015 bringen.

Und was macht der Konkurrent Boeing?

Der Blick auf den Konkurrenten Boeing zeigt, dass dieser sogar noch besser abschnitt: 762 Flugzeuge wurden dort ausgeliefert, und auch der Anstieg lag mit 39 Flugzeugen deutlich über dem Plus von 6 Flugzeugen bei Airbus. Doch man muss auch gönnen können, wie es im Rheinland heißt. Und Airbus kann sich nicht beklagen. Direkt im Januar kam zum Beispiel ein Großauftrag (Auftragsvolumen 2,1 Mrd. Euro) von der Fluglinie China Southern. Nun bleibt es abzuwarten, ob Airbus weitere umfangreiche Aufträge aus den Staaten der sogenannten „Emerging Markets“ erhalten wird.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Author: Michael Vaupel

Michael Vaupel ist diplomierter Volkswirt, Historiker (M.A.) und Vollblut-Börsianer. Er verfügt über Erfahrung als Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Nebenwerte, Derivate, Rohstoffe) und legt Wert auf ethisch korrektes Investieren.

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